So. Der Countdown läuft. Dann könnte ich Euch ja mal die einzige Akte vorstellen, die es je zum Struwwelpeter gegeben hat. Oder zumindest die einzige, die noch existiert, weil Noah sie in die Finger bekam und der Gute sich nur schwer von seinen Zetteln trennen kann.
Vorhang auf für Niklas! (Der übrigens alles andere als begeistert davon ist, wenn jemand Nachforschungen zu ihm anstellt.)
„Du bist spät dran“, begrüßte er JM, als sie sich endlich ins Zimmer schlich.
Hockend wartete er bereits seit Stunden neben dem bewusstlosen Mann auf sie. Am liebsten hätte er den Trunkenbold raus gezerrt. Er wollte ihn weit weg von dem kleinen Mädchen wissen, welches ihm so sehr ans Herz gewachsen war!
Aber Oni war nicht stark. Er war noch nie stark gewesen. Selbst damals, als seine Vertraute ihn brauchte, als er sie vor der ganzen Welt verteidigen wollte und Zähne fletschend vor ihr stand, war er ihr nur ein Klotz am Bein gewesen.
„Ich hatte zu tun“, erwiderte die neu angekommene Frau ausweichend und schob sich an ihm vorbei.
Zwei rot leuchtende Augen tauchten neben ihr auf. Sie erschienen aus dem Nichts und blieben mitten in der Luft hängen. Zuerst bohrten sie sich in Oni, dann in den schlafenden Mann.
Am 10. März kommt der letzte Band von Merichaven auf den Markt. Merichaven: Reminiscing. Nun denn. Dann sollte vielleicht noch einmal auf das Cover eingegangen werden, oder?
Diesmal befindet sich, unter anderem, die Akte von Mona auf dem Buch. Nun ja. Eine davon. Aus dem Jahre 2019, in dem das Buch für die meiste Zeit auch spielt.
Chem Wak beobachtete wie Lilith aus dem Fenster sah. Ihr Gesicht erschien ihm etwas blass. Aber vielleicht lag das auch am Schnee, der zwischen ihnen vom Himmel fiel. Durch das Weiß konnte man kaum etwas erkennen und-
Sie wirkte so abwesend. Verschlafen. Übermüdet.
Es war seine Schuld.
„Wie ich’s auch mache, ich mach’s verkehrt, oder?“, murmelte er still. Er dachte an seinen besten Freund zurück. An dessen Gesicht. An die Wut in dessen Augen, als er den Mörder seiner Schwester fand.
„Haben Sie etwas gesagt, Mr. Belial?“, fragte sein Fahrer.