Fujis Wunsch

„Vielleicht weißt du ja, wie man diese Welt noch retten kann und findest eine Lösung für das Desaster“

Die Worte klangen noch für mehrere Tage in Fujis Ohren wider und unsicher wälzte er sie in seinem Kopf hin und her. Eine Lösung finden… Für etwas, was selbst die Sterne nicht zu beheben wussten.

War das denn möglich? Wenn selbst die unendlich vielen Himmelslichter sich uneinig waren? Was war er schon im Vergleich zu den Riesen des Himmelszelts? Sie waren immerhin die Älteren! Er war doch nur eine kleine Wolke. Eine Wolke, die für die längste Zeit nichts mit ihrem eigenen Leben anzufangen wusste…

Fuji beobachtete den Erdboden unter ihm. All die Wesen, die dort umhereilten. Es waren so viele. Viel mehr als in seinem letzten Leben. Sie alle schienen ein klares Ziel vor Augen zu haben. Eine Aufgabe, die erfüllt werden musste. Die keinen Aufschub duldete!

Keiner von ihnen sah noch zu ihm hinauf.

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Fujis Zeitreise

„Wie viele Metallvögel es wohl gibt?“, fragte sich Fuji, als er dem nächsten auswich.

Viel zu viele hatten bereits durch ihn hindurchfliegen wollen. Mal waren es kleine. Mal große. Mal hatten sie Rotorblätter. Mal starre Flügel mit Turbinen. Aber immerzu waren sie mit derselben Höflichkeit ausgestattet. Einer Höflichkeit, die jegliche Entschuldigungen verbat.

Und das, obwohl sie die Wolke beinahe zerstört hätten!

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Fujis Auferstehung

Manche Erinnerungen verblassen über Nacht wie ein Traum, der sich in der Tür geirrt hatte. Andere vergehen mit der Zeit wie ein Baum der stetig und schläfrig seine Äste gegen den Himmel reckt. Im Endeffekt sind sie nur noch wirre Schatten, die zwischen unendlich vielen Gedanken umherschwirren. Unsicher flattern sie durch den Geist. Nehmen ab und zu Formen an. Erkennen das Déjà-vu. Lassen es im Winde vergehen. Schweben in Nostalgie, die sie nicht verstehen…

Das Leben ist zu kurz für all diese Gedanken.

Die Wassertropfen in der Atmosphäre schoben sich weiter zusammen.
Unruhig flogen sie umher – verzerrt von Wind und Wetter. Die kleine Wolke hatte sich erst vor wenigen Stunden gebildet und wäre seitdem schon mehrere Male beinahe von anderen, größeren verschluckt worden, ehe sie sich nun mit einer anderen kleinen verschmolz.

Gewaltig ragte eine finstere Wolke neben ihr auf und strich wortlos an ihr vorbei. Zwischen ihnen prickelte die Luft. Die Atmosphäre versuchte, Nieser aus ihren Nasen zu kitzeln. Der Wind juckte. Die Sonne war hinter einem Schleier von grauen, dunklen Massen verschollen.

Ein Bild von einem freudigen Feuerball schoss durch den Kopf der Wolke.

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Die kleine Wolke Fuji

Es war einmal eine kleine Wolke. Sie war plötzlich da. Entstand einfach. Wusste nicht woher sie kam oder wohin sie sollte…

„Nun denn“, entschied diese kleine Wolke, als sie die Welt unter sich erblickte, „Ich möchte überall hinfliegen. Ich möchte groß träumen. Und niemand wird mich aufhalten!“

Sobald die kleine Wolke jedoch die Worte gesprochen hatte, erklang eine ältere Stimme. Rau und grummelig hallte sie in den Ohren der Wolke wider.

„Haha. Lieber Jüngling“, bemerkte die Sonne, „Das Leben ist bitter. Träum nicht zu viel – du wirst nur enttäuscht werden. Ziel nicht zu hoch – du wirst eh nur fallen. Versuch am besten nichts – du wirst es sowieso nicht schaffen!“

„Woher willst du das wissen?“, bemerkte die kleine Wolke trotzig, wenngleich sich Zweifel in ihr Herz geschlichen hatten.

„Der, der am höchsten steht,“, entgegnete die Sonne und küsste den Horizont, „fällt am tiefsten“

Damit war sie verschwunden. Und mit ihr das Licht.

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