Liber durfte keine Zeit verlieren. Er hatte sich mit einem Ruderboot zurück in den Hafen begeben. Hatte nach einem Pferd gerufen und direkt drei vorgeführt bekommen. Dann war er mit dem Boten und einer Wache losgeritten.
„Königin Helene – ich konnte sie nicht finden. Ihre Dienerin hat sie zuletzt zu Eurem Aufbruch gesehen. Sie-“, der Diener brach ab, als Liber aufsprang.
„Du hast auch mit den Wachen gesprochen?“, fragte der König und lief mit seinen nassen Schuhen herüber.
Liber sah dem kleinen Boot nach, in dem sein seit heute sechzehnjähriger Ziehsohn auszog. Er hatte Cleon alles offenbart, was er durfte, ohne Bellona offen zu erwähnen. Er hatte ihn gewarnt, stets an seiner Herzensgüte festzuhalten. Egal, wen oder was er dort draußen auch treffen würde.
Die zweite Miracula erschien binnen einer Stunde. Sie trat auf die Lichtung. Erkundigte sich nach der anderen Miracula. Ein junges Mädchen, das immer noch schlief. Das sich jedoch durch ihre Anwesenheit langsam regte.
„Sol. Was ist los?“, fragte die ältere Miracula fordernd.
So fordernd, wie der versteckte Scute es niemals wagen würde, mit der weißen Schlange zu sprechen. Perplex betrachtete er das Schauspiel aus dem Schatten. Der Rabe, der nur gutmütig lachte. Diese ältere Frau, die ihre Hände in die Hüften stemmte. Die auf den Raben herabblickte.
Scute verließ das Dorf inmitten der Dunkelheit. So gefiel es ihm am besten. So musste er die wenigsten Fragen beantworten und musste sich fast nie mit den Einheimischen streiten, um einen ruhigen Schlafplatz zu ergattern. Auch die Dunkelheit machte ihn kaum zu schaffen. Die weiße Schlange lenkte eh seine Schritte, wenn sie von ihrem Ziel überzeugt war.
Und das derzeitige Ziel war ihr wichtiger als alles andere.