B: Der verschollene Schlüssel

Es dauerte einige Minuten, bis Chemy sich wieder gefangen hatte. Erst hatte er zu schuldbewusst und ängstlich auf sie gewirkt, dann zu mürrisch und stürmisch. Aber erst als letzteres die Oberhand gewann, wusste sie mit ihm umzugehen.

Und so hatte sie ihn in eine kleine Sitzecke des Zimmers geführt. Eine, die fast genauso groß war, wie ihr altes Kinderzimmer. Generell war alles viel zu luxuriös für sie. Zu viel Platz. Zu viel glänzende Tür- und Schrankgriffe. Zu viele Veredelungen an Möbeln, Wänden und Decke!

„Hilf mir“, hauchte Lilith ihm entgegen, „Ich erinnere mich an drei verschiedene Leben. Aber ich sehe die Verbindungen nicht. Ich verstehe mich nicht. Ich … Bin ich verrückt?“

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Timothy – Julies großer Tag

Es dauerte zwei Tage, bis Maria sich wieder blicken ließ. Sie setzte eine freundliche Maske auf. Entschuldigte sich bei Alexander, weil sie von einem Vogel gehört habe, der sein Zimmer verwüstet hätte. Erklärte, dass es ihr leidtäte und dass sie hoffte, ihm würde es an nichts fehlen.

Beeindruckt lehnte ich mich zurück, während sie die Hochzeitsplanung mit den beiden Männern besprach. Sie erklärte, dass sie Julies und Bernhards Liebe für märchenhaft hielt und die beiden deswegen vor ihr und Alexander heiraten sollten. Nichts würde sie glücklicher stimmen, als eine kleine Hochzeit vor ihrer eigenen. Einer, in der sie ihre beste Freundin lächeln sehen könne.

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M: Der erste Myles III

Radius schluckte ihren Frust herunter, als sie sich der Halle näherte. In einer fließenden Bewegung schlüpfte sie aus den Ärmeln ihrer Jacke und band sie sich um die Hüfte. Gleich würde ihr schon warm werden. Und sie hatte keine Lust, dass der Stoff wieder an ihrer Haut klebte …

Mit festen Schlägen klopfte sie gegen die Tür. Sie wartete, bis Schritte auf der anderen Seite ertönten. Bis diese stoppten. Bis Schlüssel ratterten.

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Märchenstunde: Die Eier der weißen Schlange III

Die zweite Miracula erschien binnen einer Stunde. Sie trat auf die Lichtung. Erkundigte sich nach der anderen Miracula. Ein junges Mädchen, das immer noch schlief. Das sich jedoch durch ihre Anwesenheit langsam regte.

„Sol. Was ist los?“, fragte die ältere Miracula fordernd.

So fordernd, wie der versteckte Scute es niemals wagen würde, mit der weißen Schlange zu sprechen. Perplex betrachtete er das Schauspiel aus dem Schatten. Der Rabe, der nur gutmütig lachte. Diese ältere Frau, die ihre Hände in die Hüften stemmte. Die auf den Raben herabblickte.

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K: Traumdeutungen

Müde setzte Tarek John sein Siegel unter die letzten Papiere, ehe er diese mit einem mürrischen „für die Konzilmitglieder“ RT zuschob. Zu vieles hatte in den Abteilungen angepasst werden müssen, um ihren Frieden zu stärken. Und viel zu viele würden sich nun durch die neuen Richtlinien und Bestimmungen bedroht sehen.

Vor allem jene, deren Kinder oder Nachfolger an dem neuen Waisenhausprojekt teilnehmen mussten.

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