Liber durfte keine Zeit verlieren. Er hatte sich mit einem Ruderboot zurück in den Hafen begeben. Hatte nach einem Pferd gerufen und direkt drei vorgeführt bekommen. Dann war er mit dem Boten und einer Wache losgeritten.
Ein letztes Mal drückte SR ihre Hand, ehe er von ihr abließ. Damit sie ihm vertraute. Damit sie wusste, dass er es schaffen würde. Er hatte nicht vor, zu sterben und sie mit ihrem Wissen allein zurückzulassen.
Dennoch blieb sie bei ihm.
»Bist du dir sicher?«, erkundigte sie sich, »Gallahain ist nur einen Katzensprung entfernt und falls Generälin LaRa uns bemerkt-«
»Wir haben es doch bereits abgesprochen«, erinnerte er sie, »Auch wenn meine Kontrolle besser geworden ist: Ich brauche eine Vertraute. Und sie wird meinen Schutz vor Ragnarök benötigen.«
Für Zukunft, Träume — nicht zur Zier Lernt man drei Stunden oder vier. Man paukt, man kämpft die ganze Nacht, Bleibt wach bis lange nach halb acht. Alles für die große Sehnsucht. Alles für des Wunsches Zuflucht.
Da kommt es von oben geflogen, Man möge auf die Weisen hören. Sie hätten alle aufgezogen, Da dürfte man sich nicht empören.
Also wird es mit Fragen versucht Also wird das Gespräch gesucht Also wird Hilfe ersucht:
Meinungen und Fakten Vorlieben und Macken Hören die Weisen nur Attacken?
„So war es halt schon immer!“ „So soll es weiter sein!“ „Mein Bauchgefühl täuscht nimmer!“ „Sage mir niemals nein!“
Wendet man das Lehrbuch an, Fragen Weise, was man kann. Setzt man deren Worte um, Schnappt die Falle zu mit Wumps!
So wäre es nie gewesen. Der Weise ist zu belesen. Gewiss verwechsle man da was, Gewiss war es ja nur ein Spaß!
Das Lehrbuch vorwurfsvoll blickt. Es wirkt im Herzen geknickt. Es hat die Sonne nie gesehen, Kann Einbildung nicht als Bildung verstehen…
Lilith blieb noch zwei Stunden bei Chemy, um sich zu sammeln und auf ihre trocknen Sachen zu warten, ehe sie sich auf den Heimweg machte. Oder eher machen wollte. Denn noch ehe sie sich angezogen hatte, klopfte Mr. Brume an die Tür.
Chemy hatte ihn gerufen. Damit sie nicht allein heimfuhr. Damit er sich keine Sorgen machen würde.
Es dauerte, Bernhard in das Gröbste einzuweihen. Nicht in alles. Das wäre zu fatal. Und dann könnte unser Vorgehen zu leicht auf Julie zurückfallen. Von daher berichtete sie ihrem neuen Gemahl zuerst von der ausgetauschten Dienerschaft. Sie gab an, dass die vorherigen Angestellten mehr Lohn bekommen hätten. Und dass nun im Osten des Anwesens Zimmer gesperrt waren. Etwas, was gewiss am Geldmangel lag, oder? Dennoch war das Anwesen selbst ein stattliches Sümmchen wert …
Zu jedem ihrer Worte nickte Bernhard eilig. Er konnte ja nicht ahnen, dass die totgeglaubte Elisabeth in den verstaubten Räumen versteckt wurde. Oder dass der Herr des Hauses ein Geizkragen war.