Herbst

Rot. Orange. Gelb.
Denn so gefällt
… das Feld?
Nein:
Die ganze Welt!

In Farben getränkt,
Wird Kälte verdrängt.
Wird abgelenkt …

Der Nebel verzieht sich,
Bringt alle Wunder ans Licht.
Das Tau glitzert im Anblick
Und wirkt dabei so schick!

Oh! Da ein Reh!
Dass ich dich hier seh‘.
Eichhörnchen und Igel …
Fehlt nur noch Fuchs und Wiesel!

Ach, farbenfrohe Welt,
Dich gibt’s für kein Geld!

Wir schreiten voran,
Schreiten von dann’n.
Immer tiefer in den Wald,
Tiefer in die Vielfalt.

Denn das trockene Laub
Versteckt knistert
Und flüsternd,
Was sich hinter uns zusammenbraut.

Am Horizont.

Erst war es ein sanftes Ziehen,
Plötzlich waren wir auf Knien.
Wir schrien.
Wollten fliehen!

Peitschende Winde!
Peitschende Lüfte!
Peitschende Gewalten!
Peitschende Übergriffe!

Die bunten Blätter wehen von dannen.
Sie schlagen um sich – wollen verdammen!
Matsch, Sturm und Regen
Wollen uns fortwehen!

Dann nach Ewigkeiten
Endlich Segen …

Stille.

Knarren.

Stille.

Verharren.

Stille.

KNALL!

Der Schall hallt
In unseren Ohren wider.
Vor uns legte sich
Eine Eiche nieder.

Und starb durch den Sturm

Des Herbstes.

Dieses Leben

Am Anfang steh ich da –
Ganz klein
Allein
Daheim.

Meine Taschen sind leer,
Ich hätte gern mehr,
Ich hätte gern nichts,
Entgegen des Gewichts.

Ist Verantwortung eine Bürde?
Eine viel zu große Hürde?
Eine Verletzung der eigenen Würde?

Ah, nein! Nun bin ich losgelaufen,
Während sich die Fragen raufen.
Sollte ich nicht lieber verschnaufen?

Ich stoppe sogleich wieder,
Senke meine Lider,
Schaue nieder.

Hinter mir liegen drei Schritte.
Drei endlos lange Schritte.
Drei winzig kleine Schritte.
Meine Schritte.

Vor mir liegt ein endloses Feld.
Kein Weg, kein Pfad,
Der mir gefällt.

Ich habe kein Geld,
Bin zu Fuß, nicht zu Rad
Unterwegs durch die Welt.

Also ziehe ich die Luft ein.
Ich mache mich nicht mehr klein.
Ich bin bald nicht mehr allein.
Ich gründe mein eigenes Heim!

Dieses Leben –
Das ist mein.

Sommer

Sonne prescht herab.
Fordert, was sie einst gab.
Schlägt mit ihren Strahlen ein.
Fordert ihren Tribut ein.

Stickiger Rauch,
Steigt schon empor.

Stickiger Rauch,
Obwohl ich schwor –

Brände zu vermeiden.
Sie auszuweiden,
Sie zu entkleiden,
Niemals zu leiden …

Die Feuer des Sommers:
Nehmen, zerren, verschlingen,
All das, was sie zu fassen kriegen.

Die Feuer des Sommers:
Zerstören und verzehren,
Überall dort, wo sie heimkehren.

Sommerlicher Gruß.
Sommerlicher Kuss.
Sommerlicher Überdruss?

Aber was, wenn ich ihn einfach genießen will?
Den Sommer mit all seinem Gebrüll?

Dieses eine Jahr …
Fürwahr
Machte mir klar
Allemal …

Sommer ist nicht nur Feuer.
Feuer ist nicht nur Sommer.
Denn Sommer ist frommer.
Und Feuer
– obgleich nicht geheuer –
Ist kein Ungeheuer.

Sommer ist Wärme, lange Nächte.
Sommer ist für Kurze-Hosen-Rechte.
Sommer ist die Zeit am Meer.
Und Sommer ist so vieles mehr!

Sommer ist –
Was es ist.
Mit lechzenden Flammen
Im knisternden Lagerfeuer.

Ein gebändigtes Ungeheuer!

Motte

Motte,
So nanntest du mich.
Ein Name, der so vieles verspricht.
Ein Wesen – ganz klitzeklein.
Immer angezogen vom Schein.

Motte,
Sie versteckt sich im Laub
Mit Flügeln voll Staub
Mit Fühlern so zart
Ist sie von anderer Art.

Motte,
Denn was soll ich
Mit Titeln wie kleiner Wicht,
Krümel oder Knutschkugel
Bin ich denn euer Pudel?!

Motte,
Ein einzigartiger Name,
Ich schließe ihn in meine Arme.
Ich nehme ihn an,
Lasse nichts anderes heran.

Motte,
Ich halte fest an dem Klang,
Ich halte fest an dem Gesang.
An dem Gesang vom Licht,
Das so vieles verspricht.

Eine Motte.
Das bin ich.


Der Fluch

Pinselstrich
Um Pinselstrich.
Erkennbar im matten Licht
Das eingefall’ne Gesicht.

Verfilzte Haare,
Asche und Ruß.
Weil es keine zehn Jahre
Alte gewesen sein muss.

Verstorben in Flammen!
Wegen vergangenen
Taten.

Soll es verwirktes Leben
Wirklich immer geben?

Verstorben in Flammen!
Wegen vergangenen
Sünden.

Soll dieser endlose Schmerz
Wirklich einziehen ins Herz?

Verstorben in Flammen!
Wegen vergangenen-
Nein!

Dies ist kein Ende.
Dies ist kein Punkt.
Es ist ein Und-
Und eine Rückblende.

So erklärt dieser Fluch
Den wütenden Besuch
Der lodernden Hölle
Und erinnert uns …