Kletternde Erwartung

Wie auf einer Skala
Rennt es hinauf.
Hitze obsiegt,
Gewinnt jeden Lauf.

Die Temperaturen steigen
Strich um Strich.
Mit ihnen vergeht
Ein sanftes Licht.

Phantasie ist zweitrangig,
Freude vergeht.
Dem Glück wird bange,
Spaß verweht.

Denn gefordert wird viel,
Gefordert wird alles,
Gefordert wird stets,
Die Seele des Krawalles.

So heißt es:
Lernen. Trainieren.
Üben. Musizieren.

So wird verlangt:
Werd‘ besser. Werd‘ besser.
Zur Not auch mit Messer!

Wird man schlechter,
Hat man versagt.

Wird man nicht gut,
Man hat es gewagt!

Gewagt zu verlieren.
Gewagt zu enttäuschen.
Gewagt diese Erwartungen,
Die täglich mehr verlangten,
Die täglich höher sprangen,
Die täglich fordernd langten,
Nicht zu erfüllen!

Egal sind die Umstände.
Irrelevant alle Einwände.
Und wenn man Ruhe fände,
Sich entfremde,
Bestände,
Auf ein baldiges Ende,
Wird man gefragt:
Warum man sich abwände?

Warum verletzt man jene,
Die alles für einen gäben?
Wahrlich ist es nicht fair!
Erkennt man nicht den Segen?
Den Segen, den man durch sie erlangt,
Der sicherlich nicht zu viel verlangt!

Denn diese klitzekleinen Erwartungen,
Die ja nur mit dem Alter,
Die einzig mit dem Können,
Mit dem Erlernten und Obsiegten
Stiegen-
Sie waren doch sicherlich nicht zu viel?

Sie waren doch sicherlich
Rechtens und
Motivation,
Kein Grund zur folgenden
Separation.

Separation von Kindern
Zu ihren Eltern,
Zu ihren Lehrern,
Den drängenden Älteren,
Der inneren Stimme-

Oh, weh! Oh, weh!
Sollte man dieser nicht vertrauen?
Damit man mit deren Imagination,
Die Welt bringt zum Staunen?

Imagination,
Dessen Motivation
Verborgen in Isolation…

So frag‘ ich nun jene,
Die andere fordern,
Und stets herumbeordern:

War das Ziel,
Ein tödliches Spiel,
Nicht ein wenig zu viel?

Kleine Füße

Fünf Zehen an jedem Glied,
-so winzig klein-
Fallen sie durch jedes Sieb.

Sind erbsengroße Murmeln,
-so winzig klein-
Wissen sich zu verkrümeln.

So strecken sich die Beinchen,
-hin und her-
So ränkeln sich die Ärmchen.

Große Äuglein so fragend,
-hin und her-
Starren gar so wehklagend.

Sie wollen doch laufen,
Toben, sich raufen.
Sie wollen doch spielen,
Endlich Spaß erzielen!

Nur sind die Füße viel zu klein,
Geh’n tut sich’s nicht auf diesen Bein’n.
Sie müssen erst wachsen – sprießen,
Steh’n, ehe sie nach vorn‘ schießen.

Die Zehen, die Beinchen,
Die Füße, die Ärmchen,
Müssen ihr eigenes Gewicht zu tragen lernen.

Und werden eines Tages dann zu den Sternen
Rennen.


Danke, dass ihr in mein Leben gepurzelt seid, L&T.

Das erste Licht

Vor den ersten Strahlen ist die Welt am…
Kältesten,
Dunkelsten,
Fürchterlichsten.

Sie ist…
Rau,
Flau,
Gefangen im Tau.

Durch Glieder in Knochen
In deine Seele gebrochen –
Zerrt sie an dir.

Versucht dich zu halten,
Dich zu erkalten –
Wie ein bestialisches Tier.

Fängt es dich?
So reißt es dich!
Frisst dich?

Gib Acht, du Bestienvieh!
Das Leben, das verwirkst du nie!
Denn schon ist das Licht erblüht.
Glanz um Liebe bemüht.

Erleuchtet es das erfrorene Herz,
Verdrängt den grausamen Schmerz.
Die ersten goldenen Sonnenstrahlen
Mögen es übermalen.

Die Bestie hier!
Die nichts weiter ist,
Als ein süßes Tier.

Kälte

Wärme ist sanft, ist schützend.
Sie gibt Leben, gibt Streben.
Gar viele würden sie nützen –
Existieren mit ihren Stützen.

Die Sonne spendet Kraft.
Mit teilender Weile
Senden ihre Strahlen Macht –
Eine einzige Pracht!

Anders ist ihr Gegenpart
Von vollkommen anderer Art.
Wie der Mond über den Himmel scharrt,
Auf vollkommen anderer Fahrt.

Doch sein Licht ist gestohlen.
Die Rückseite verdorben.
Das Herz erfroren.
Die Kälte ermordend.

So mögen zwar Wunder heilen,
Doch wird dieses Licht im Dunkeln verweilen.
Für die Kälte fordert einen Mord,
Einen eisigen Tod.

Game of Thrones Tribut

Begonnen vor über zwei Jahrzehnten,
Flogen Buchstaben über die Seiten,
Skizzierten auf wundersame Weisen,
Durchbohrten mit valyrischem Eisen,
Verstrickten sich in den eisernen Thron-
Ein Erstreben, Westeros‘ einzig Lohn.

So verbündeten die Häuser sich schnell,
So zerbrachen Freundschaften im Duell.
Stark, Tully, Targaryen, Martell,
Lannister, Baratheon, Tyrell,
Arryn, Frey, Bolton sowie Mormont –
Kämpften für einen einzigen Grund.

Sie alle wollten an die Spitze,
Machten darüber keine Witze,
Belauschten Konkurrenten am Hof,
Rissen Kinder aus der Mutter Schoß.

Könige starben wie die Fliegen.
Feuer und Blut begann zu siegen.
Die Schulden wurden eingenommen.
Und der Winter vermag zu kommen.

Drum mussten die Häuser wählen.
Drum mussten die Häuser zählen.
Jede einzelne Seele müsse helfen,
Und so zerbarsten mancher Manns Welten.

Ob alte Götter oder neue,
Ob Verrat oder Treue,
Wurden Hochzeiten ausgerichtet,
Über Tote hämisch berichtet.

So schied der Glauben dahin,
Der Fremde bekam einen anderen Sinn,
Die Nachtwache wurde vergessen,
Die Wildlinge flüchteten wie besessen.

Eine Geschichte, die nun bald endet,
Die Leser und Zuschauer verändert-
Über Zauberei, Betrug, Sklaven und Drachen
Oder ewig über eine Mauer zu wachen,
Erzählt sie von tragischen Leben
Und wie sie viel zu schnell vergehen.

Es ist ein Lied von Eis und Feuer.


Ein kleiner Tribut zum Auftakt der letzten Staffel –
auch wenn dieser eigentlich bereits gestern war.


Danke, George RR Martin und HBO, dass ihr eine so klasse Serie produziert habt. Ich kann das Ende kaum erwarten und verweise natürlich bei allen eingebauten Zitaten auf die Originalwerke (TV-Serie: Game of Thrones; Buchserie: Das Lied von Eis und Feuer)

Im Lauf der Zeit

Die Uhr,
Sie rennt.
Sie rennt geschwind

Hinfort.

Die Zeit
Vergeht.
Vergeht geschwind

Im Wind.

Von Ort zu Ort
Oder gleichbleibend
Verändert sie:

Dich.
Mich.
Sich-

Selbst.

So wird Neues geboren,
Zu Großem auserkoren.
So wird Altes indessen
Im Grabe vergessen.

Das Leben zieht fort.
Doch Stück für Stück
Erschafft es Glück –
Einen friedlichen Ort.

So singen die Ruinen,
So sprechen die Denkmale,
So erzählen verblasste Schriften,

Von gestern.

Von gestern,
Das Morgen nur ein Schatten ist.

Von gestern,
Das unser Heute formte im Bliss.

Von gestern,
Das eines Tages nichts weiter
Als der Hauch des Windes ist.

Vergessen-
Im Lauf der Zeit.

Das kleine Boot

Ich weiß nicht, wo es herkam.
Dieses kleine Boot, unbiegsam!
Im wilden Gewässer,
Am schneidenden Messer.

Würde es nicht übersteh‘n,
Würde es gewiss untergeh’n,
Dieses kleine Boot –
Verloren in Seenot…

Doch waren meine Sorgen unbegründet,
Denn als wäre das Holz angekündet,
Wurde es umwoben,
Emporgehoben.

Ich beobachtete es vom Leuchtturm aus,
Bedachte es aus diesem sicheren Haus,
Konnte die sanften Wellen nicht verstehen,
Die ihm liebevoll beistehen…

Was, oh, was nur war besonderes daran?
An diesem einfachen, winzigen Kahn?
Warum vermochte er zu schwimmen?
Während andere verglimmen…
Während andere ertrinken,
In tiefen Wellen versinken,
Vermag es zu treiben,
Die Eifersucht einzuverleiben!

Meine Glühwürmchen, sie singen,
Tanzen und springen,
Freuen sich gar sehr,
Für dieses kleine Boot im Meer.

Nur weiß ich nichts zu zusagen.
Will es nicht mal wagen.
In meinem Inneren schreie ich auf:

Verschwinde!
Du weißt nichts über frühere Winde!
Wünschte ich Dir: „Ersauf“?

Liebe

Eins-
Ward geboren,
Ward gestorben,
Allein auf ewig verloren.

Zwei-
Zusammen gefunden,
Zusammen gelungen,
Gemeinsam in Glück gebunden.

Drei-
Strebt es weiter,
Lebt es weiter,
Erhebt es sich wie ein Gleiter.

Denn echte Liebe ist:
Unendlich grenzenlos,
Wahrhaftig erwärmend,
Verschieden und so groß.


Einen wunderschönen Valentinstag an Euch alle!

Das Meer

Endlos weit erstreckt es sich-
Manchmal grau,
Manchmal blau.

Diese Wellen und Gischt-
Manchmal rau,
Manchmal flau.

Das Nass wirkt gar wundersam,
Wie ein freudiger Balsam.
Doch schmerzt die Wunde sehr,
Wenn du sie lässt lecken vom Meer.

Das Salzige beißt.
Es krallt und es reißt-
Zerreißt Deinen Leib!

Das Meer versucht, Dich zu umweben,
Glück und Freude soll es geben.
Es weist auf den weiten Horizont,
Der Dich liebevoll besonnt.

Aber sieh nur, sieh!
Die Tiefenmelodie!
Sie versucht, Dich zu ergreifen-
Zu packen, zu reißen,
In den Abgrund zu geheißen,
Dich nie empor zu reifen!

Denn das Meer ist eine Täuschung,
Eine wundersame Verlockung,
Es malt mit den Wellen
Gedankliche Schellen.

Es wagt Worte zu winden,
Dich an es zu binden,
Deine Augen zu erblinden,
Kein Licht zu finden.

Das Meer ist kalt.
Das Meer ist hart.
Das Meer ist einzig
Eine herzlose Tat.

Und wenn der Sturm kommen mag,
Schaufelt es einen stillen Sarg,
Ein gefühlloses Leben,
Ohne jegliches Streben.

Das Meer mag mal sanft gewesen sein
-und das nicht nur zum Schein-
Doch das Meer vermochte zu wählen,
Sich gegen sein Schicksal zu lehnen.

Ach, wie schön wären sie gewesen!
Tage am Meer, mit freudvollem Streben!
In denen man sich im Wasser wärmt,
Sich keiner Missetat schämt.
Man hätte Lachen können, weinen.
Hätte sich getröstet ohne zu leiden.
Hätte die Sonne genossen.
Sich nicht in Eifersucht ergossen.

Tage am Meer wären ein Traum,
Der nun verschwindet im Schaum.
Die Wellen ziehen zum anderen Ort,
Hinterlassen einen eisigen Ford.

Dieser umgibt einen Leuchtturm,
Wurde erbaut im furchtbaren Sturm,
Kennt alle Gräueltaten,
Die Dich im Meer erwarten.

Es ist ein eisiger Schutz,
Mit gewaltigem Nutz.
So umgibt er meine Glühwürmchen und mich,
Die mir brachten, mein Licht.

Sturm der Gefühle

Man vermag sie kaum zu bändigen.
Man vermag sie kaum zu halten.
Sie fliegen umher.

Den Worten Anderer ausgesetzt.
Durch die Worte Anderer verletzt.
Nackt.

So lernte ich diese zu akzeptieren.
Das Innere zu maskieren.
Das Innere zu massakrieren.
Mich selbst zu verlieren.

Die Bande, sie brachen.
Und nun im Vorbeigehen
Mit versteckten Tränen –
Mit gekünsteltem Lachen
Fragst Du mich,
Warum sagte ich nichts?

Und so erwidere ich,
Bedeutete ich Dir nichts?!

Das Herz wart verschlossen.
Abgehackt die Sprossen,
Die einem Kind sonst halfen,
Die Welt zu gestalten.
Vergossener Schweiß –
Blut und Tränen waren Preis.
Doch waren sie viel zu leis‘
Im Vergleich zum frostigen Eis.

Das Eis, das die Seele umwob.
Mich in die Tiefen des Hurrikans schob,
Ins Auge des Sturms
Auf dem Balkon des Leuchtturms.

Apathie umkreiste die Gedanken,
Verschlang Freude und Glück.
Während sie im Meer versanken,
Führte kein Weg mehr zurück.

Ein Lächeln wurde aufgesetzt.

Dein Wille durchgesetzt.

Die Gedanken ersetzt.

Die Seele zerfetzt.

Unwissend, nichtsahnend –
War ich ein Kind.
Was hätte ich sagen können?
Mein Innerstes zerrann zu geschwind…

Ich ließ mich fallen,
Ließ mich tragen,
Ließ mich ertränken,
Ließ mich verjagen,
Nickte artig ja,
Sagte kaum nein,
Akzeptierte stumme Ohren,
Wenn ich nur wollte schrei‘n!

Hörst Du mich nicht?!
Siehst Du mich nicht?!
Oder hast Du es bereits vergessen?
Mein Gesicht?

Die Dunkelheit brach ein,
Ließ kein Licht herein.
Sie schottete mich ab,
Schaufelte mein viel zu frühes Grab.

Ich war bereit zu gehen,
Konnte all das nicht mehr verstehen,
Konnte das Scheinheilige nicht sehen,
Wollte nur noch durchdrehen…

Da erblickte ich den ersten Funken.
Ich fühlte mich ertrunken,
Doch griff meine tote Hand danach,
Und weckte mich aus dem ewigen Schlaf.

Glühwürmchen –
So klein, so zierlich,
Verbreiteten ihr helles Licht,
Wärmten mein eisiges Gesicht,
Erleuchteten meine Sicht.

Eines nach dem anderen
Flogen sie in mein Leben,
Erweckten in meinem Inneren
Einen Traum nach ewigem Streben.

Ach! Wie sehr die Tränen doch flossen!
Wie warm meine Gefühle uns umschlossen,
Als die Glühwürmchen mich lenkten
Und mir endlich Liebe schenkten.