Minki und seine Beute

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es war ein ruhiger Nachmittag. Also: Endlich. Denn nach langem Hin und Her hatten die Zweibeiner doch noch die Wohnungstür gefunden und den Kater selige Ruhe geschenkt. Somit konnte er sich nun genüsslich auf dem Sofa strecken. Er genoss die Sonne. Er genoss die Ruhe. Er genoss den Frieden!

Bis das Surren seine Entspannung raubte.

Minkis Ohren zuckten zum angekippten Fenster. Da! Da war es schon wieder! Gefolgt von einem dumpfen Boing. Das … Er kannte dieses Geräusch!

Mit der Eleganz einer Raubkatze drehte er sich um und fiel vom Polster.

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Timothy – Die grüne Tinte …

Die ganze Nacht wachte ich neben dem schlafenden Pfarrer. Ich konnte nicht anders. Ich konnte nicht verstehen, wie Jane an ihrem Glauben gegenüber Gott festhalten konnte, wenn die Leute Gottes sie doch Tod sehen wollten! Womit hatte sie das verdient? Sie war nur ein Mädchen! Nur ein Mädch-

Genau wie Evangeline.

Ja. Evangeline und ich … wir waren auch nur Kinder gewesen. Und dennoch hatte man unsere Leben verlangt. Welcher Gott war so grausam? Welcher Gott war so-

Der Mann vor mir rührte sich. Schwerfällig setzte er sich auf und streckte die Arme in die Höhe. Seine Gelenke knackten leise. Er erhob sich gähnend. Seufzend. Schlürfte so orientierungslos durch seine Gemächer und-

Obwohl er mich nicht sah, zog er einen Bogen um mich? Ha! Wenn er nur die Augen aufreißen könnte! Wenn er mich sehen könnte! Wenn …

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Minki und das Aufräumen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

So lange hatte der Kater noch nie mit den Zweibeinern gespielt! Das gespannte Netz und die darüber geworfenen Tücher waren eine ulkige Idee gewesen. Eine, die nicht nur ihm zu gefallen schien. Denn obwohl sein Retter mehrmals flüchtete, so kam er stets lachend zurück.

Erst als die alte Zweibeinerin heimkehrte, fand der Spaß ein rasantes Ende.

Wütend kreischte sie herum. Sie deutete auf die Schnüre. Auf seinen Retter. Auf die kleine Zweibeinerin. Hielt Tücher hoch. Zeigte ihnen die Löcher darin. Krallenabdrücke, die beim Spielen hineingefunden hatten.

Minki jaulte kläglich auf.

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Timothy – Für dich …

Ich fand Jane neben ihrem Vater. Schroff wies er sie zurecht, weil die Waren nicht ordentlich festgebunden waren. Er meinte, dass sie etwas unterwegs verloren hätten, dass er Jane am liebsten zu Fuß durch den Schnee jagen wollte, bis sie es wiederfand!

Ein Teil von mir, hätte sich darüber gefreut. Dann könnte sie dem Pfarrer und diesem dummen Exorzisten entkommen!

Aber wenn sie starb …

„Verzeihung. Es wird nie wieder vorkommen, Vater“, sprach sie so gefasst und unterwürfig, dass es mir wehtat.

„Das hoffe ich für dich!“, fluchend wandte er sich endlich ab.

Erst danach sah sie auf. Ein eigenwilliger Gesichtsausdruck begrüßte mich. Er schrie von Ungerechtigkeit. Von Angst. Von Schmerzen.

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Minki, die kleine Zweibeinerin und das Netz

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es hatte nicht lange gedauert, bis das größere Wesen zu einer kleinen Zweibeinerin heranwuchs. Es tapste zwar immer noch ein wenig schwankend umher und verschüttete ständig irgendwelche Flüssigkeiten, aber es verwöhnte Minki regelmäßig mit einer Vielzahl an Leckerlies.

Und letzteres erfreute den Kater mehr, als er sich anmerken ließ.

Sobald sie sein Reich betrat, präsentierte er sich stets aus sicherer Entfernung. Er wusste, dass diese kleine Zweibeinerin ihn dann streicheln wollte. Und er wusste, dass sie dafür nach Leckerlies für ihn bitten würde. Es war ein einstudiertes Spiel, mit dem er sich die köstlichen Krümel hart verdiente.

Umso mehr irritierte es ihn, als sie kam … und nicht einmal in Minkis Richtung blickte!

Nein! Stattdessen plapperte sie wild vor sich rum. Malte große Bögen in die Luft. Jaulte. Quengelte!

Bis Minkis Retter nachgab.

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