DSdP: Prolog – Farbenspiel

Kräftiger. Heller. Lebhafter. Bunter. Ja. Bunter. Sie mussten bunter werden!

Seine linke Hand packte fester zu. Er spürte, wie ihn Gefühle einnehmen wollten. Doch zwang er sie fort. Diese Gefühle zählten nicht. Sie durften nicht zählen. Nein. Denn …

Er strich über das Heiligtum in seinen Händen.

Er musste vorsichtig sein. Wenn er es vermasselte –

Der Faden färbte sich grün.

Beziehung lächelte müde.

Leben drehte sich seufzend um. Ihre violetten Augen wanderten über ihn. Noch immer meckerte sie über die zerstörten Betten. Sie reparierte gerade das zweite. Richtete gelegentlich das Wort an ihn.

Nur vermochte Beziehung kaum, sich darauf zu konzentrieren.

Sie hatte noch zwei Betten vor sich.

Er jedoch noch dutzende Fäden.

Vorsichtig ergriff der Gewandelte die nächste Verbindung, die die Schöpferin mit einem der anderen verband.

Neugier tauchte vor seinem inneren Auge auf.

Ihre leeren Augenhöhlen.

Tod.

Beziehung zögerte, ehe er diesen Faden begutachtete.

Nein.

Daran durfte er jetzt nicht denken!

Der Frust überkam ihn so plötzlich und so nachdrücklich, dass er diesen Faden beinahe zerquetscht hätte. Er atmete tief durch.

Nur er konnte die Fäden sehen. Nur er konnte sie verändern. Nur er konnte ETWAS verändern.

Also musste er es doch tun?

Für die anderen im Tal.

Für seine Kinder.

Für Zeit.

ZHuF: Prolog – Schmerzende Realität

Einmal ab.

Einmal ran.

Einmal raus.

Einmal rein.

Linksherum.

Rechtsherum.

Weil ich‘s kann!

Leben sang. Sie sang mit wiedergefundener Neugier. Mit Aufregung. Mit solchem Lebenswillen, dass sie sich selbst beinahe nicht wiedererkennen konnte.

Lachend beugte sie sich näher an die andere heran. Sie beäugte ihren Schmerz. Ihre Verzweiflung. Die stummen Bitten einer Verstümmelten.

Für wozu sollte ihr Spielzeug sprechen können?

Für wozu sollte es laufen können?

Für wozu sollte es frei sein?

Sie schenkte ihrem Spielzeug neues Licht, neue Kräfte und schenkte ihm einen Augenblick der Genesung.

Dann ging es weiter.

Es lebte, um ihr zu dienen!

M: Prolog – Daseinsberechtigung I

Lydia starrte auf die ängstlichen Augen vor ihr. Sie betrachtete die geweiteten Pupillen. Das verzerrte Gesicht drum herum, dessen Mund versuchte, irgendwelche Töne auszustoßen. Nur würde der Knebel nicht nachgeben.

Dumpf stöhnte der Mann vor ihr auf. Wie ein Schwein, hatte ihr Vater lachend gemeint. Wie ein fiependes, dummes Schwein, das sein Ende kommen sah. Eine Abscheulichkeit, die er sie gelehrt hatte, zu vernichten.

Wenn die Zeit gekommen war.

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M: Prolog – Flucht I

Er rannte. Hechelnd versuchte er, mit seinem großen Bruder Schritt zu halten. Oder wurde er eher hinterhergezerrt? Er wusste nicht mehr, ob er aus eigener Kraft lief oder gezogen wurde. Ob das Adrenalin in seinem Körper echt war oder er schon zu den Toten gehörte und es nur noch nicht wusste …

Erneut konnte er sie hören. Die Schüsse am Ende des Flurs, die fluchenden Rufe, die erschrockenen Schreie, die wütenden Stimmen, vor denen sie flüchteten …

Und dann roch er es. Der beißende Gestank des Rauches, der an verbranntes Fleisch erinnerte. Geschmolzenes Plastik. Bittere Chemikalien … Es war der Geruch des Todes. Er versuchte, dem Jungen Tränen in die Augen zu treiben. Ihn innehalten zu lassen. Aber er wehrte sich.

Er würde sich immer wehren.

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AdHdEk: Die Geburt

Tod

Als er die Augen das erste Mal öffnete, erfüllte ihn ein Name. Es war ein sturer Name, der sein Wesen gänzlich einnahm. Ein Name, den er nicht verstand. Den er für böse hielt. Der richtig und falsch zugleich schien und – und dennoch! Dennoch spürte er, welche Rolle dieser Name im großen Ganzen spielte. Wenngleich er es nicht in Worte zu fassen glaubte-

Wenngleich er das große Ganze nicht zu begreifen erhoffte.

Was er wusste, war … Nichts. Und trotzdem fühlte er sich, als müsse er nur an einem einzigen Gedanken festhalten, um alles zu erfahren. Um diese trostlose Einöde zu verstehen, die ihn umgab. Diese … Erde? Diese zerrissene tote Erde, die kein Feuer in sich trug. Kein Wasser. Keinen Geist. Nicht mal eine Seele.

Eine Seele?

Was war eine Seele?

Warum kümmerte sie ihn?

Er wandte sich ab. Zog sich hoch. Fand heraus, dass sein Körper sich nicht entscheiden konnte. Dass sich seine Knochen noch formten. Dass das Fleisch sich noch wandelte. Experimentierte.

Erst hatte er ein Bein.

Dann plötzlich zwei.

Dann vier.

Seine Arme wurden erst länger.

Dann kürzer.

Sein Rücken juckte und er spürte etwas daran wachsen.

Er sah Flügel, spürte Hörner und einen Schwanz aus ihm sprießen.

Und dann?

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