Minki und der Weihnachtsbaum

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es ereignete sich zu einer Zeit, in der Minki das erste Mal Schnee sah. Pardon. Für ihn waren es natürlich nur komische, weiße Krümel, die aus dem kalten Himmel segelten und sich draußen auf dem Fensterbrett ablegten.

Der junge Kater starrte sie gebannt an. Er hatte noch keine Worte für dieses Phänomen. Es sah ein wenig wie Papier aus. Aber kleines Papier. Ganz kleine Fetzen eines großen unbedruckten Blattes.

Wo sie nur herkamen?

Minki sprang fröstelnd vom Fenster weg und marschierte mauzend durch die Wohnung. Er hatte gehört, wie sein Retter vor einer Weile nach Hause kam. Der Zweibeiner hatte dabei seltsame Geräusche gemacht. Als würde er etwas hinter sich her schleifen. Aber der Kater hatte sich nicht weiter darum gekümmert.

Er hatte es für Einkäufe gehalten.

Ein Blick in die Stube offenbarte jedoch eine andere Wahrheit.

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Minki und der Nachbar

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Wieso gingen sie nicht wieder nach Hause?!

Jaulend schmiegte sich Minki an das Bein seines Retters. Er wollte hier weg! Er wollte zurück in die richtige Wohnung. Oder in dieses Paradies von einem Garten! Er wollte nicht hierbleiben. Nein.

Hier war alles komisch.

Die eckigen Schränke und Polster rochen zwar so vertraut, doch da hörte es schon auf. Sie waren alle anders angeordnet. Die Zimmer bildeten keinen Kreis mehr, durch den er hindurch hetzen konnte. Alles war kleiner. Enger. Geräumiger.

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Minki und die neue Wohnung

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Der neue Ort war … kleiner. Die Fenster wirkten tiefer. Es gab keine Dachterrasse. Er konnte nicht mehr so schön im Kreis rennen. Die wenigen Dinge, die die Zweibeiner mitgenommen hatten, standen alle woanders. Andere Felllose liefen hier überall herum. Sie sprachen durcheinander. Irgendetwas brüllte. Dann schwieg es. Dann-

Die Wohnung fühlte sich so falsch an!

Minki mochte sie nicht.

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Minki und der Umzug

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Seit Tagen waren die Zweibeiner … anders. Sie rannten umher. Packten Dinge in Kisten. Stapelten die Kisten. Verschwanden. Kamen wieder. Nahmen die eckigen Bäume auseinander. Stellten die Wände der Bäume fein säuberlich zusammen. Gingen dann wieder. Kamen mit mehr Kisten wieder.

Kisten über Kisten über Kisten.

Für Minki war es das reinste Paradies!

Zufrieden mit den neuen Klettermöglichkeiten ignorierte er sogar ihr ulkiges Verhalten. Denn so wichtig konnte es sicherlich nicht sein. Immerhin schienen sie es nicht für nötig zu befinden, ihn einzuweihen. Wahrscheinlich war es nur eine Phase der Zweibeiner. Nicht weiter tragisch.

Er bekam wie gewohnt Essen. Er konnte sich wie gewohnt in der Sonne aalen. Er schlief wie gewohnt auf dem Bett seines Retters, bis die Zweibeinerin ihn runterwarf.

Und dann kamen eines Tages noch weitere Zweibeiner in die Wohnung, die Minkis Schlafplätze wegtrugen.

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Minki und das Versteckspiel

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es klingelte. Dann donnerte es. Und nochmal lauter. Und lauter!

Minkis Ohren spitzten sich an. Sein restlicher Körper verschmolz mit dem Sofa. Erst sah er zu seinem lächelnden Retter. Dann lauschte er den Schritten seiner Frau. Die Zweibeinerin näherte sich der Geräuschkulisse. Sie klimperte mit den Metallstiften.

Und dann war das größere Wesen in seinem Reich.

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