Tada! Ich habe es diesmal komplett am Computer animiert und daher auf zu viele Details verzichtet. Dennoch konnte ich mir den ein oder anderen Hinweis nicht nehmen lassen.
Ich hoffe, es gefällt Euch!
Medra
P.S.: Würdet Ihr eine vereiste Tür in Eurem Kopf öffnen wollen? Oder lieber ignorieren? Ich bin neugierig C:
Immer wieder schaute Liane auf die Uhr. Auf diese Zahlen, die leuchtend von den vergangenen Minuten und Stunden berichteten. Es war schon längst um sechs durch. Und ihr Vater war immer noch nicht zurück. Sollte sie weiterhin auf ihn warten? Oder sollte sie sich schon einmal etwas zu Essen machen? Würde er sich etwas auswärts holen? Sollte sie ihn fragen? Aber was, wenn er noch sauer auf sie war?
Nachdenklich ließ sie sich aufs Sofa fallen und starrte die Decke an.
Sie fühlte sich so kraftlos. Anfangs hatte sie ja noch mit Shiloh geschrieben. Doch dann konnte sie sich nicht mehr auf die Nachrichten konzentrieren. Die Buchstaben verschoben sich in ihrem Kopf und nahmen neue Formen an. Immer wieder war ihr Blick an den Zeichnungen hängen geblieben, während sich ihre Gedanken um Oliver kreisten. Erst unten in der Stube war es besser geworden.
Der Abstand tat gut.
Das plötzliche Türläuten schreckte sie aus ihrer Einsamkeit. Blinzelnd starrte sie zum Flur. Hatte sie sich das Geräusch nur eingebildet? Ja. Das musste es sein. Ihr Vater hatte einen Schlüssel und Shiloh und Oliver wussten von ihrem Stubenarrest. Niemand hatte einen Grund hier zu-
Ich fand Jane neben ihrem Vater. Schroff wies er sie zurecht, weil die Waren nicht ordentlich festgebunden waren. Er meinte, dass sie etwas unterwegs verloren hätten, dass er Jane am liebsten zu Fuß durch den Schnee jagen wollte, bis sie es wiederfand!
Ein Teil von mir, hätte sich darüber gefreut. Dann könnte sie dem Pfarrer und diesem dummen Exorzisten entkommen!
Aber wenn sie starb …
„Verzeihung. Es wird nie wieder vorkommen, Vater“, sprach sie so gefasst und unterwürfig, dass es mir wehtat.
„Das hoffe ich für dich!“, fluchend wandte er sich endlich ab.
Erst danach sah sie auf. Ein eigenwilliger Gesichtsausdruck begrüßte mich. Er schrie von Ungerechtigkeit. Von Angst. Von Schmerzen.
„Sie schläft endlich“, seufzte Jennifer und ließ sich aufs Sofa fallen.
„Du pamperst sie zu sehr“, behauptete Jennifers Mutter sofort, „Ann ist alt genug, auch allein einzuschlafen.“
Die junge Mutter nickte nur stumm. Etwas anderes blieb ihr nicht übrig. Sonst würden ihre Eltern von der Affäre ihres Mannes erfahren. Und dann könnte sie sich auch gleich vor die Tür setzen!
Denn in einer gesunden Ehe dürfte es keine Affären geben.
„In ein paar Tagen sollte der Nachbar mit seinen Umbauten durch sein. Dann können wir wieder zurück, ohne jeden Morgen um fünf geweckt zu werden“, behauptete sie leise, „Zum Glück ist Marius eh unterwegs. Geschäftsreise. Wenn wir euch aber stören, kann ich gerne Miete für mein altes Kinderzimmer zah-“
„Papperlapap!“, unterbrach Jennifers Vater wie immer gutmütig, wenn sie Geld anbot, „Wir freuen uns, dass ihr hier seid. Ihr kommt so selten her! Was meinst du? Wollen wir morgen etwas unternehmen? Vielleicht ins Aquarium?“
„Etwas unternehmen? Ich bin morgen verabredet! Und Jennifer hat uns immer noch nicht erklärt, warum Ann zum Abendessen geweint hat! Also? Jennifer!“, warf ihre Mutter dazwischen.
Jennifer zuckte zusammen. Ihre Hände verkrampften sich. Erneut musste sie an ihre Tochter denken. Ann hatte sich so verzweifelt an sie geklammert. Immer wieder hatte sie nach ihrem Papa gefragt.