B: Konsequenzen

Chem Wak begutachtete das Haus unruhig. Es würde nie seinen Geschmack treffen, doch das musste es ja auch nicht. Es war nicht seines …

Ein Fenster im ersten Stock wurde geöffnet. Er konnte Umrisse dahinter ausmachen. Ein Mädchen. Allein.

Sachte klopfte er gegen den Beifahrersitz und sofort setzte sich das Auto in Bewegung.

Es war noch nicht soweit.

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Fujis Entschluss

„Danke“, flüsterte er Alpe zu, als Sabine langsam über den Horizont schielte und die Lichter verblassen ließ.

Er würde den nächtlichen Anblick nie vergessen.

„Nicht dafür“, belustigt wandte sich die andere Wolke ab und wollte bereits weiter fliegen.

„Doch! Nach den Sternen … und nach Sabine … Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie einsam ich mir vorgekommen war. Es hatte sich so angefühlt, als wäre die ganze Welt gegen mich gewesen. Aber nun …“

Fuji stockte. Er hatte in der Nacht den wahren Grund verstanden. Er wusste nun, warum er sich nicht ergossen hatte. Ein Teil von ihm war zu verletzt gewesen. Er wollte nicht, dass die Welt unter ihm prachtvoll gedeihen könnte, während er Schmerzen litt.

Er war so egoistisch gewesen.

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M: Zusammenhalt I

Zittrig presste Diana ihre Beine enger gegen ihren Oberkörper. Sie wollte in Ruhe gelassen werden. Wollte nichts mehr sehen. Nichts mehr hören. Nicht mehr-

„Diana! Mach auf!“, brüllte ihre Mutter hinter der verschlossenen Zimmertür.

Das Mädchen ignorierte sie.

Diese Frau wollte eh nur mit ihr meckern. Genau. Immerhin hatte Diana es ja gewagt, im letzten Mathetest nicht die volle Punktzahl zu erreichen! Wie konnte sie es nur wagen?! Sie musste doch perfekt sein! Immerzu perfekt sein! Perfekt, perfekt, perfekt, per-

Die Tränen verklebten ihre Augen und eilig wischte sie das Wasser weg. Sie starrte auf das Familienfoto neben ihrem Wecker. Da, auf der rechten Seite, stand sie. Mit ihren Eltern. Ihre Großmutter stand hinter dem einzigen Stuhl, auf dem der Diktator von einem Großvater saß. Links von ihm befanden sich Dianas Onkel. Dianas Tante. Rachel …

Rachel …

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Minki und die Kuckucksuhr II

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Minki starrte unnachgiebig auf das kleine Häuschen. Kein Ticken, kein Surren entging ihm. Er war sogar so vertieft in den stetigen Rhythmus, dass er nichts anderes mehr wahrnahm. Dass er auf nichts anderes mehr achtete …

Er musste diesen Vogel fang-

Erschrocken sprang der Kater auf, als plötzlich die Hand seines Retters auftauchte. Sie war aus dem Nichts gekommen. Hatte ihn liebevoll gestreichelt. Hatte ihn aus seiner Konzentration gerissen!

Minki legte seine ganze Empörung in einen gedehnten Mauzer und sogleich lachte der Zweibeiner auf. Ein vertrautes Wort fiel.

Sogleich sprang der Kater auf und folgte seinem Retter in die Küche.

Es ging um Fressen!

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K: Die stille Stiefschwester

Tapp. Tapp.

Hastig zerrte Chris die Zwillinge von der Treppe weg. Verdammt! Zu früh, zu früh! Sie durften noch nicht entdeckt werden. Erst recht nicht neben dem Ort des Geschehens! Melanie und Florian würden ihnen sofort an die Kehle springen. Deren Zimmerkameraden hingegen … Na ja. Vielleicht gäbe es ein kurzes Zögern, aber anschließend würden sie die GAKs ausliefern. Ihre einzige Alternative wäre …

Ohne weiter darüber nachzudenken, schob er seine jüngeren Freunde in das dritte Zimmer auf der Etage. Wer auch immer gerade käme, hier drinnen würde er sie nicht vermuten.

Und das wäre wohl auch das Wichtigste, nachdem sie all die Sammelfiguren nebenan mit den Puppenkleidern des anderen nebenans geschmückt hatten.

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