Minki und das Versteckspiel

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es klingelte. Dann donnerte es. Und nochmal lauter. Und lauter!

Minkis Ohren spitzten sich an. Sein restlicher Körper verschmolz mit dem Sofa. Erst sah er zu seinem lächelnden Retter. Dann lauschte er den Schritten seiner Frau. Die Zweibeinerin näherte sich der Geräuschkulisse. Sie klimperte mit den Metallstiften.

Und dann war das größere Wesen in seinem Reich.

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Fujis Sonne

Als die Sonne endlich wieder aufging, hatte sie ihn natürlich erneut vergessen.

Die kleine Wolke war überrascht, wie sehr es sie verletzte. Dabei hatte er es doch gewusst. Er hatte gewusst, dass die Sonne als kindlicher Feuerball geboren werden würde. Er hatte gewusst, dass sie ein frisches Leben beginnen würde. Er hatte gewusst, dass auch dieses ein kurzlebiges Leben sein würde.

Trotzdem tat es so weh.

Die Sterne hatten das Dasein der Sonne als Fluch betitelt. Aber konnte ein Fluch so grausame Auswirkungen haben? So wie die Dinge lagen, war die Sonne jeden Tag nur ein Schatten ihres gestrigen Selbst. Sie war nie komplett. Nie erinnerte sie sich. Nie konnte sie Freundschaften schließen. Und nie konnte sie aus ihrer Vergangenheit lernen.

Sprach deswegen niemand ihr?

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Minki und die endlosen Stufen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Er hechelte.

Wer Minki kannte, wusste, dass er das nicht sonderlich oft tat. Aber derzeit blieb ihm nichts anderes übrig. Er musste diese komischen Steine in aller Eile erklimmen! Die irre Zweibeinerin war ihm dicht auf den Fersen. Sie setzte ihm eilig nach und so tat der Kater das einzige, was ihm in den Sinn kam-

Er flüchtete sich in einer Spirale die Steine hinauf. Immer weiter. Immer höher. Denn: Oben wären seine Verstecke. Oben wäre er in Sicherheit. Oben hätte sein Retter sicherlich die Tür aufgesperrt, um den Kater mit Fressen zu begrüßen!

Alles, was Minki dafür tun musste, war, hinauf zu hetzen.

Während ihm die irre Zweibeinerin folgte.

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Fujis Unglauben

Die Erde drehte sich? Bitte was? Wie war das möglich? Wie sollte sich etwas so Großes drehen können? Und wie sollten die Sterne auch am tagsüber im Himmel stehen können? Immerhin sah Fuji sie nicht. Und müsste er sie nicht erblicken können?

Nein. Das konnte nicht stimmen!

Aber sie wussten, dass er der Sonne gefolgt war. Und dass, obwohl die vergessliche Sonne nicht einmal ihre eigene Reise mitbekommen hatte! Sie hatte Fuji ja bis zu ihrem Untergang widersprochen. Aber wenn die Erde sich drehte … Es könnte eine Erklärung für das Verhalten des gewaltigen Himmelskörpers sein. Egal, wie abwegig diese auch erschien.

Ob er den Worten trauen konnte?

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Minki und das größere Wesen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten,)

Das kleine Wesen blieb nicht lange klein.

Minki wollte es verfluchen! Der Kater hatte dem Geschöpf von Anfang an nicht über den Weg getraut. Es hatte ihn seit jeher besorgt. Er war von dem Winzling so sehr schikaniert worden! Seine Ohren wurden gepeinigt. Seine Nase wurde ausgeräuchert. Sein Schwanz wurde massakriert!

Und endlich wusste er auch warum. Bei diesem Wesen handelte es sich um einen weiteren Zweibeiner. Einem ziemlich dummen Zweibeiner.

Der Kater sprang auf einen niedrigen eckigen Baum. Hier konnte ihn der Winzling nicht erreichen. Hier war er noch sicher vor diesen mickrigen Händen, die ständig nach ihm langten. Sicherlich würde die Frau seines Retters mit ihm schimpfen. Immerhin wusste er, dass er auf den eckigen Bäumen eigentlich nichts zu suchen hatte. Aber wenn Minki die Wahl zwischen ein paar bösen Worten und diesem winzigen Monster von einem Zweibeiner hatte, dann brauchte er nicht lange nachdenken.  

Forschend glitten seine Augen über den Kasten, in dem das Wesen hing. Die zwei Beine des Geschöpfs strampelten wild umher, während das Gerüst des Kastens den Körper aufrecht hielt. Die Arme des Felllosen kamen kaum über die Gefängniszelle, in der es festhing. Dennoch streckte es sie fordernd nach dem Kater aus und gab dabei immer dieselben unklaren Laute von sich.

Minki fauchte.

Das Wesen lachte.

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