Minki und das Aufräumen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

So lange hatte der Kater noch nie mit den Zweibeinern gespielt! Das gespannte Netz und die darüber geworfenen Tücher waren eine ulkige Idee gewesen. Eine, die nicht nur ihm zu gefallen schien. Denn obwohl sein Retter mehrmals flüchtete, so kam er stets lachend zurück.

Erst als die alte Zweibeinerin heimkehrte, fand der Spaß ein rasantes Ende.

Wütend kreischte sie herum. Sie deutete auf die Schnüre. Auf seinen Retter. Auf die kleine Zweibeinerin. Hielt Tücher hoch. Zeigte ihnen die Löcher darin. Krallenabdrücke, die beim Spielen hineingefunden hatten.

Minki jaulte kläglich auf.

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Minki und das Geheule

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Vieles musste der Kater bei seinen Zweibeinern ertragen. Von schiefen Stimmen über kratzige Schalplatten zu heulenden Radios. Wenn er konnte, suchte er das Weite. Der Krach peinigte seine Ohren einfach zu sehr. Wenn nicht …

Minki zuckte zusammen, als die Frau seines Retters ein Lied anstimmte.

Qualvoller Krähengesang! Das war eine Pein. Eine Tortur! Anders konnte man dieses Geheule nicht beschreiben!

Hastig floh der Kater ins Schlafzimmer. Er stemmte mit Kopf und Vorderpfoten eine Lücke zwischen Matratze und Bettzeug. Er musste einfach unter die dicken Kissen. Dort sollte es leiser sein. Dort sollte er verschont blei-

Er konnte es immer noch hören.

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Minki und die Kuckucksuhr I

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Jeden Tag entschloss Minki aufs Neue, dass er die neue Wohnung nicht mochte. Sie war so klein! Außerdem gab es nur so wenig Zimmer und die Zimmer, die es gab, wirkten alle so voll. Platz war Mangelware. Und am schlimmsten: Wenn Minki seine fünf Minuten bekam, so konnte er sich kaum austoben. Denn im Nu war der Kater durch die ganze Wohnung gerannt. Dann musste er umdrehen. Umdrehen, um zurück zu rennen? Was für eine Verschwendung!

Er vermisste sein Rundel …

Allerdings war der fehlende Platz kaum der Rede wert, wenn Minki an sein anderes Problem dachte. Denn hier waren alle Geräusche um ein Vielfaches lauter. Sobald jemand den Schlüssel ins Schloss steckte, bekam der Kater es mit. Er hörte, wie sich die Zweibeiner erleichterten. Er hörte, wie die Frau seines Retters sich auf dem Balkon unterhielt. Er hörte, wie sich die Nachbarn stritten, wenn das Essen anbrannte!

Und niemals hatte der Kater seine Ruhe …

Vor allem nicht nun, wo er das Ticken in der ganzen Wohnung hörte. Das Ticken und das Geschrei …

Langsam schaute Minki zu dem Kasten auf, der an der Stubenwand hing.

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Minki und das Glöckchen III

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Kläglich mauzend zu den fremden Zweibeinern gehen?

Erfolglos.

An der großen Schere schmieren und gepeinigt aufschreien?

Keine Chance.

Sich wie ein sterbender Schwan auf den Boden werfen, verzweifelt jaulen, am Halsband kratzen und erschöpft zusammensacken?

Zumindest sahen die Felllosen nun zu ihm herüber und sprachen leise miteinander.

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Minki und das Glöckchen II

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Beleidigt saß Minki im Garten. Sein Schwanz peitschte gegen den schattigen Boden und seine Ohren richteten sich auf die Zweibeiner. Auf seinen Retter und die anderen beiden Felllosen.

Verächtlich fuhr er mit den Krallen in den sandigen Boden.

Normalerweise genoss der Kater diese Idylle. Normalerweise spielte er liebend gerne in seinem Paradies. Normalerweise jagte er in seinem Königreich Nagetiere und Eichhörnchen. Aber nie Vögel. Nein. Bloß keine Flattermonster!

Doch normalerweise war gerade gestrichen.

Die junge Zweibeinerin lachte auf und rannte zu einigen Pflanzen mit roten Früchten herüber. Schnatternd pflückte sie drei Stück und machte sich damit auf den Rückweg, um sie mit den anderen zu teilen.

Minki verengte die Augen zu Schlitzen.

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