Minki und das Vogelhaus I

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Dass die Zweibeinerin komische Dinge tat, war nichts Ungewöhnliches. Es war Gang und Gäbe, dass Minkis Retter sie mit ihrem Unfug gewähren ließ. Deswegen hingen im Frühjahr auch immer diese bunten Eier an den eckigen Bäumen. Manchmal setzte sie noch schiefe Hasenfiguren daneben. Aber in diesem Frühling …

Neugierig beobachtete der Kater, wie die Felllose das kleine Häuschen zusammenbaute. Sie hatte es mit auf den Balkon genommen und schien sich nicht entscheiden zu können, wo es denn nun bleiben sollte. Lieber auf dem Tisch? Oder im Blumenkasten? Oder doch auf dem Fensterbrett?

Als ob es nicht schon verrückt genug war, so einen winzigen Schuppen aufzustellen! Da passte ja keine Katze rein – geschweige denn ein Zweibeiner. War das wieder irgend so eine ulkige Dekoration? Wie der Baum, der im Winter die Stube versperrte? Oder die Blumen, die im Wasserbad den Tisch schmückten?

Gähnend rollte sich Minki auf die Seite.

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Minki und seine Beute

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es war ein ruhiger Nachmittag. Also: Endlich. Denn nach langem Hin und Her hatten die Zweibeiner doch noch die Wohnungstür gefunden und den Kater selige Ruhe geschenkt. Somit konnte er sich nun genüsslich auf dem Sofa strecken. Er genoss die Sonne. Er genoss die Ruhe. Er genoss den Frieden!

Bis das Surren seine Entspannung raubte.

Minkis Ohren zuckten zum angekippten Fenster. Da! Da war es schon wieder! Gefolgt von einem dumpfen Boing. Das … Er kannte dieses Geräusch!

Mit der Eleganz einer Raubkatze drehte er sich um und fiel vom Polster.

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Minki und das Aufräumen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

So lange hatte der Kater noch nie mit den Zweibeinern gespielt! Das gespannte Netz und die darüber geworfenen Tücher waren eine ulkige Idee gewesen. Eine, die nicht nur ihm zu gefallen schien. Denn obwohl sein Retter mehrmals flüchtete, so kam er stets lachend zurück.

Erst als die alte Zweibeinerin heimkehrte, fand der Spaß ein rasantes Ende.

Wütend kreischte sie herum. Sie deutete auf die Schnüre. Auf seinen Retter. Auf die kleine Zweibeinerin. Hielt Tücher hoch. Zeigte ihnen die Löcher darin. Krallenabdrücke, die beim Spielen hineingefunden hatten.

Minki jaulte kläglich auf.

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Minki und das Geheule

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Vieles musste der Kater bei seinen Zweibeinern ertragen. Von schiefen Stimmen über kratzige Schalplatten zu heulenden Radios. Wenn er konnte, suchte er das Weite. Der Krach peinigte seine Ohren einfach zu sehr. Wenn nicht …

Minki zuckte zusammen, als die Frau seines Retters ein Lied anstimmte.

Qualvoller Krähengesang! Das war eine Pein. Eine Tortur! Anders konnte man dieses Geheule nicht beschreiben!

Hastig floh der Kater ins Schlafzimmer. Er stemmte mit Kopf und Vorderpfoten eine Lücke zwischen Matratze und Bettzeug. Er musste einfach unter die dicken Kissen. Dort sollte es leiser sein. Dort sollte er verschont blei-

Er konnte es immer noch hören.

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Minki und der Maulwurf

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Für Minki war der Garten ein Paradies. Es war ein wunderbarer Ort, an dem er sich selbst verlieren konnte. Stets genoss er die Sonne, mied die Vögel und fing sich gelegentlich sogar ein kleines Nagetier für den hohlen Zahn.

Im Garten kannte er jeden Winkel – jeden Baum, jeden Strauch, jedes Blatt. So musste er nicht einmal mehr die Augen öffnen, wenn er unter der strahlenden Sonne über den Rasen stolzierte und-

Erschrocken stoppte der Kater und blickte nach unten. Seine Pfote steckte fest. Da, wo eigentlich Rasen sein sollte, befand sich plötzlich ein kleiner Hügel. Ein Häufchen Erde. Mitten in seinem Garten!

Empört mauzte Minki.

Das hatte er nicht erlaubt!

Gefrustet leckte er sich seine Pfote, während er Ausschau nach dem Übeltäter hielt. Weit konnte dieser nicht entfernt sein. Dafür war die Erde zu feucht. Sicherlich versteckte er sich irgendwo. Aber Minki durfte ihn nicht entkommen lassen. Nicht, dass er nochmal SEINEN Garten verunstaltete!

Mürrisch sah sich der Kater um.

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