M: Prolog – Flucht I

Er rannte. Hechelnd versuchte er, mit seinem großen Bruder Schritt zu halten. Oder wurde er eher hinterhergezerrt? Er wusste nicht mehr, ob er aus eigener Kraft lief oder gezogen wurde. Ob das Adrenalin in seinem Körper echt war oder er schon zu den Toten gehörte und es nur noch nicht wusste …

Erneut konnte er sie hören. Die Schüsse am Ende des Flurs, die fluchenden Rufe, die erschrockenen Schreie, die wütenden Stimmen, vor denen sie flüchteten …

Und dann roch er es. Der beißende Gestank des Rauches, der an verbranntes Fleisch erinnerte. Geschmolzenes Plastik. Bittere Chemikalien … Es war der Geruch des Todes. Er versuchte, dem Jungen Tränen in die Augen zu treiben. Ihn innehalten zu lassen. Aber er wehrte sich.

Er würde sich immer wehren.

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Buchveröffentlichung: Merichaven

Es ist kurz nach zwei Uhr morgens und ich habe die mein erstes Buch: „Merichaven: Kidnapped“ bei BoD in Auftrag gegeben.

Katzendonner und Jupiterglocken bin ich aufgeregt!

Ich habe zwar meine Bücher – hin und wieder – für den persönlichen Spaß gedruckt. Sie aber mit ISBN und Impressum verziert? Das Cover maßgeschneidert? Die Geschichte mehrfach auf zeitliche Abläufe, Rechtschreibung, Grammatik, Ausdruck, Charakterentwicklung, Sprechmustern Logik und so vielen anderen Kleinigkeiten gegen gelesen?

Ich glaube, ich kann oben und unten nicht mehr voneinander unterscheiden!

Dennoch haben mich mein liebevoller Ehemann und meine gute Freundin (auch bekannt als Tante) klasse unterstützt. Sie haben an mich geglaubt und mir den Rücken freigehalten. Sie haben auf Mottchen und Wölfchen aufgepasst. Sie haben mich arbeiten lassen. Sie haben mich die letzten Jahre auf die eine oder andere Art angefeuert-

Boah! Ich bin baff.

Sobald ich den Link zum Buchshop habe, trage ich ihn nach.

Heiliges Kanonenrohr!

UPDATE

Die Zukunft

Die Flammen sie zerren
Die Zukunft hinfort.

Die Meere sie fluten
Hoffnung immerfort.

Veränderungen fordern
– schlussendlich –
Die Leben – sofort!

Denn was man auch wünscht,
Denn was man auch glaubt,
Ist nichts zu alledem,
Was uns den Atem raubt.

So lasset den Komfort ruh’n.
So lasset Effort erblüh’n!

Anstrengungen werden belohnt,
Mit Jahrzehnten in denen
Gefüllt von Streben
Nachwuchs hier wohnt.

Kinder, die sich freuen,
Die nicht die Sonne scheuen,
Die Regenbogen sehen,
Die Polarlichter verstehen.

Und all die Tierarten,
Die sich allein finden im Garten
Die gerettet wurden von Taten,
Winzigen Schritten, die Gutes wahren.

Ist das nicht ein besseres Bild?
Als das, in dem
Die Menschheit die Welt grillt?

Viele wollen helfen,
Erzählen viel,
Handeln nur selten.

Doch ist das nicht genug.

Der Mord der Erde
Wird nicht gestoppt
Von dem Wort der Ehre.

B: Bürokratische Hürden

„Wie war nochmal der Name?“

„Enoch Belial“, antwortete er der Sozialarbeiterin ruhig, wenngleich ihm dieser Ort nur Unbehagen bescherte und er am liebsten fliehen wollte.

Vor über zehn Jahren war er zuletzt hier gewesen. An genau dieser Stelle hatte er gesessen, während die damaligen Sozialarbeiter ihn umzingelten. Sie hatten ihn mit Fragen bombardiert. Hatten sein unsicheres Schweigen als Zugeständnis der Schuld ausgelegt. Hatten ihm das hilflose Mädchen aus den Armen gerissen, das er begleiten sollte. Hatten ihn in ein Heim geworfen.

Er hätte es vorhersehen müssen.

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Minki und die Schränke II

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Minki stolzierte mauzend an der jüngsten Zweibeinerin vorbei durch den Flur. Sein Blick glitt über das Chaos, das er erneut angerichtet hatte und für das die Felllose gerade stehen musste. Alles lag im Gang verteilt: Große Schuhe, kleine Schuhe, stinkende Tuben, Tücher, eine seltsame Bürste … Es war mühevoll gewesen, das Zeug zu verteilen, aber der Anblick war es allemal wert!

Immerhin war der Streit Musik in seinen Ohren. Er genoss es, der Frau seines Retters zu lauschen. Wie sie mit der Anderen meckerte. Wie das Gezeter hin und her ging. Wie sie ihn ignorierten.

Keiner vermutete seine Tücke!

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