Weg vom Fernseher

Krisselbild und Rauschen,
Begrüßt mich daheim.

Krisselbild und Rauschen,
Lässt mich nimmer allein.

Die Tage des alten Fernsehers
Sind schon lange gezählt.

Die Tage des alten Fernsehers
Wurden nicht bewusst gewählt.

Vater kam rein und knipste ihn an.
Mutter kam rein und war als nächste dran.
Dann folgte die ganze Schar –
Selbst das Urgroßmütterchen war da!

Sie alle knipsten und zappten und tippten
Sie diskutierten und stritten:

Was sollte es diesmal sein?
Romanze? Tragödie?
Sitcom? Oder Komödie?

Ach, lasst mich damit doch allein!
Lasst mich alle in Ruh!
Ich schlag die Türen zu!

Neben mir liegt mein Schatz,
Direkt auf meinem Lieblingsplatz.
Daneben eine kuschlige Decke,
Meine Wasserflasche in der Ecke.
Ein paar Nüsse aus der Dose,
Dessen Deckel, der ist lose.

Seufzend rolle ich mich ein,
Ein flackernder Schein,
Dringt durch Ritzen herein.

Ich blende die Stimmen aus.
Ich blende das Rauschen aus.
Ich sperre die Realität aus!

Fortan gibt es nur mein Buch und mich.
Eine Geschichte, wie geschaffen …

… auch für dich.

K: Nicht zurück

„Stevie … Komm her …“

Zögerlich trat der Junge an das Bett, in dem sein zittriger Großvater lag. Erst gestern hatte er einen Krankenwagen für den alten Mann rufen müssen. Für Otto Naar, hatte der Vierjährige ins Telefon geschluchzt, für seinen Opa.

Er war so überfordert gewesen. Die Frau am Telefon hatte ihre Adresse wissen wollen. Und was sein Großvater hatte. Und was passiert war!

Steve hatte nur schluchzen können.

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Fujis Reise

„Flieg mir aus den Augen, Nervbold! Aber flieg der Kälte entgegen. Dann kommst du an den Ort des ewigen Tages … oder der ewigen Nacht. Alle halbe Jahre wechseln die Gezeiten. Für deine Zwecke sollten sie jedoch genügen.“

Die Worte klangen noch immer durch Fujis Kopf. Sie irritierten ihn. Der Kälte entgegenfliegen? Er glaubte zu verstehen, was sie damit meinte, nur … Was meinte sie mit dem ewigen Tag? Oder der ewigen Nacht?

Nachdenklich wandte er sich nach Norden und machte er sich auf den Weg. Er beobachtete derweilen, wie Sabine ihren Weg über den Himmel fortsetzte. Wie sie so vor sich hin lachte …

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B: Traumplagen II

Die gesichtslosen Leute umkreisten Liane tuschelnd. Es war ein leises Tuscheln. Vereinzelt konnte sie ein paar Silben ausmachen, aber die meisten dröhnten sich gegenseitig aus. Jemand schnaubte abfällig. Dann war da wieder der eine Satz, der sich stets am Rauschen vorbeischob. Der eine Satz mit dem alles anfing. Der eine Satz, der ihre Alpträume bestimmte:

„Der Teufel hat sie geschickt – soll sie doch zu ihm zurückkehren!“

Erschrocken drehte Liane sich um. Doch die grauen Gestalten blickten nur unbeteiligt durch den Nebel zurück. Keine von ihnen schien gar Notiz von dem Mädchen mit den zwei Flechtzöpfen zu nehmen.

Sie kam sich so klein und unbedeutend vor …

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Minki und der Nachbar

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Wieso gingen sie nicht wieder nach Hause?!

Jaulend schmiegte sich Minki an das Bein seines Retters. Er wollte hier weg! Er wollte zurück in die richtige Wohnung. Oder in dieses Paradies von einem Garten! Er wollte nicht hierbleiben. Nein.

Hier war alles komisch.

Die eckigen Schränke und Polster rochen zwar so vertraut, doch da hörte es schon auf. Sie waren alle anders angeordnet. Die Zimmer bildeten keinen Kreis mehr, durch den er hindurch hetzen konnte. Alles war kleiner. Enger. Geräumiger.

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