Timothy – Die Ernte …

Unruhe erfasste mich, als die große Tür hinter Jane zufiel. Ich wollte sie nicht aus den Augen lassen, aber ich musste mich auch sammeln. Ich musste meinen Zorn richtig lenken. Ich brauchte ihn!

Der Exorzist stapfte durch den Schnee an mir vorbei. Ich beobachtete, wie er sich kurz abklopfte, ehe er die Kirche betrat. Er wirkte so gefasst. So gelassen.

Ich musste ihn mir zu Nutze machen!

Entschlossen schwebte ich durch die Mauern und setzte mich auf das Podest. Genau hinter den Pfarrer. Wie geduldig der Mann doch auf die Dorfbewohner wartete. Als wollte er sein Publikum vollständig wissen.

Dennoch huschte sein Blick immer wieder zu Jane, die sich in der ersten Reihe niedergelassen hatte. Ich konnte Unsicherheit in seinem Blick erkennen. Warum? War er noch von meiner morgendlichen Anwesenheit verängstigt?

Erst als der Exorzist sich neben ihr niederließ, schien sich der Pfarrer zu beruhigen.

Vorerst.

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Minki und das Vogelhaus I

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Dass die Zweibeinerin komische Dinge tat, war nichts Ungewöhnliches. Es war Gang und Gäbe, dass Minkis Retter sie mit ihrem Unfug gewähren ließ. Deswegen hingen im Frühjahr auch immer diese bunten Eier an den eckigen Bäumen. Manchmal setzte sie noch schiefe Hasenfiguren daneben. Aber in diesem Frühling …

Neugierig beobachtete der Kater, wie die Felllose das kleine Häuschen zusammenbaute. Sie hatte es mit auf den Balkon genommen und schien sich nicht entscheiden zu können, wo es denn nun bleiben sollte. Lieber auf dem Tisch? Oder im Blumenkasten? Oder doch auf dem Fensterbrett?

Als ob es nicht schon verrückt genug war, so einen winzigen Schuppen aufzustellen! Da passte ja keine Katze rein – geschweige denn ein Zweibeiner. War das wieder irgend so eine ulkige Dekoration? Wie der Baum, der im Winter die Stube versperrte? Oder die Blumen, die im Wasserbad den Tisch schmückten?

Gähnend rollte sich Minki auf die Seite.

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Timothy – Die Zeit läuft davon …

Ich fand Jane bei den Pferden. Sanft sprach sie auf die Tiere ein, während sie ihnen ihr Frühstück gab. Dabei streichelte sie die dürren Hälse und bedankte sich bei den Wesen.

Nie zuvor hatte ich jemanden gesehen, der so zärtlich mit Tieren umging!

„Wie kannst du so gelassen bleiben, wenn sie deinen Tod zum Morgengebet verlangen wollen?“, platzte es aus mir heraus.

Die Zeit lief ihr davon!

„Was passieren soll, wird eh geschehen. Meine Sorgen werden nichts daran ändern“, erklärte sie so leise, so schwach.

Aber dennoch zitterte ihre Stimme.

Gut. Das bedeutete, dass sie weiterleben wollte, oder? Es musste. Sie musste!

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Minki und seine Beute

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es war ein ruhiger Nachmittag. Also: Endlich. Denn nach langem Hin und Her hatten die Zweibeiner doch noch die Wohnungstür gefunden und den Kater selige Ruhe geschenkt. Somit konnte er sich nun genüsslich auf dem Sofa strecken. Er genoss die Sonne. Er genoss die Ruhe. Er genoss den Frieden!

Bis das Surren seine Entspannung raubte.

Minkis Ohren zuckten zum angekippten Fenster. Da! Da war es schon wieder! Gefolgt von einem dumpfen Boing. Das … Er kannte dieses Geräusch!

Mit der Eleganz einer Raubkatze drehte er sich um und fiel vom Polster.

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Timothy – Die grüne Tinte …

Die ganze Nacht wachte ich neben dem schlafenden Pfarrer. Ich konnte nicht anders. Ich konnte nicht verstehen, wie Jane an ihrem Glauben gegenüber Gott festhalten konnte, wenn die Leute Gottes sie doch Tod sehen wollten! Womit hatte sie das verdient? Sie war nur ein Mädchen! Nur ein Mädch-

Genau wie Evangeline.

Ja. Evangeline und ich … wir waren auch nur Kinder gewesen. Und dennoch hatte man unsere Leben verlangt. Welcher Gott war so grausam? Welcher Gott war so-

Der Mann vor mir rührte sich. Schwerfällig setzte er sich auf und streckte die Arme in die Höhe. Seine Gelenke knackten leise. Er erhob sich gähnend. Seufzend. Schlürfte so orientierungslos durch seine Gemächer und-

Obwohl er mich nicht sah, zog er einen Bogen um mich? Ha! Wenn er nur die Augen aufreißen könnte! Wenn er mich sehen könnte! Wenn …

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