K: Die Gäste II

Es dauerte mehrere Tage, ehe Linda unbeaufsichtigt war. Erst hatte ihre Mutter sie pausenlos in Beschlag genommen. Dann war sie mit CiLu und Generälin VaVi’s Schülerinnen ständig oben gewesen, um ihre Windmanipulationen zu verbessern. Auch hatte sie wieder in den Benimmunterricht gemusst, der für die Kinder des Stützpunktes verpflichtend war. Nur hatte sie eine andere Mentorin bekommen, da sie laut den Generälen nun öfter mit der Floris zu tun hätte.

Sie sollte sich nicht im Tonfall vergreifen. Niemals.

Still schlich sie sich an ihrer schlafenden Mutter vorbei. Eigentlich sollte sie sich ausruhen. Wie jeden Nachmittag zu dieser Zeit.

Nur hatte sie andere Pläne.

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B: Familie Bach

Lilith, schallte es durch ihren Traum, Lilith!

Es war wie ein vergangenes Echo. Eine weit entfernte Erinnerung. Genauso wie die Bilder, die sie von den seltsamen Kreaturen angefertigt hatte. Von diesem Teufel. Diesem Kind. Diesen … Freunden?

Lilith, ich brauche di-

Abrupt setzte Liane sich auf. Sie schwitzte. Schemen verschoben sich vor ihrem inneren Auge. Geschöpfe, die so fremdartig und dennoch so vertraut wirkten. Sie fühlte sich wie in einem Science Fiction Film. Nur …

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M: Ein böser Traum

Marie ließ ihre Füße den Weg wählen. Sie wusste eh nicht, wo sie war, wo sie hin sollte, wo sie hin konnte. In Merichaven sah alles so grau aus. So grau und trist und dreckig und verloren. Wie sollte sie da den richtigen Weg finden? Der, der sie in Sicherheit brachte. Nach Hause …?

Tyler hätte es gekonnt.

Schnell verdrängte Marie die kleine Stimme in ihrem Kopf. Sie schaute lieber gen Himmel. Zu den Seemöwen, die dort ihre Runden drehten. Sie segelten im Wind. Tanzten. Kreisten. Es sah so majestätisch aus. So anders als die kleinen Vögelchen, die sie aus Raptioville kannte.

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B: Weihnachtsmorgen

Bibbernd erwachte Liane in ihrem persönlichen Eisschrank. Seit jeher wollten die Heizungen nicht richtig warm werden und so hatten sie sich Alternativen überlegen müssen. Mit der Hilfe ihres Vaters hatte sie die meisten Fenster verhangen sowie Tücher in die Ritzen des gesplitterten Holzrahmens gestopft. Jedoch halfen alle Vorkehrungen nur bedingt und so sahen die Maßnahmen es eher als ihre Aufgabe, die Luft mit einer unangenehmen Schwüle zu sättigen.

Das Mädchen rollte sich schaudernd hin und her. Der Schlafsack hielt sie dabei von allen Seiten schön warm. Ihr Dad hatte ihn nach der Explosion ihres alten Hauses von einem Freund geschenkt bekommen, der gerne in die Berge campen fuhr und Liane hatte noch nichts dankbarer angenommen. Dieser Schlafsack war ihr persönlicher Lebensretter!

Müde sah Liane auf den Wecker. Das flackernde Licht der Laterne fand seinen Weg nur mühselig durch die Vorhänge in ihr Zimmer. Allerdings reichte es, um die ungefähre Position der Zeiger auszumachen.

Irgendetwas mit sechs Uhr.

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