Zwei Wochen benötigte Bernhard, ehe er sich blicken ließ. Zwei Wochen, in denen er per Brief mit Alexander diskutierte und am Ende sogar diesen anflehte. Zwei Wochen, in denen ich jeden dieser Briefe mitlas. Doch ließ sich der ältere Bruder nicht umstimmen:
Bernhard hatte Julie einen Antrag persönlich zu machen und vor ihr den Himmel herab zu lügen!
Minki spürte, dass etwas im Busch war, sobald die Tür aufging. Diese Zweibeinerin … Die Tochter seines Retters … Sie kam so leise auf ihn zu. So vorsichtig. So zögerlich …
Es behagte ihm nicht.
Langsam hob der Kater den Kopf und betrachtete die Felllose warnend. Egal, was sie vorhatte, sie sollte es gewiss zügig überdenken! Er würde sich nicht noch einmal wie ein Spielzeug von ihr rumschubsen lassen. Sollte sie sich doch eine andere Beschäftigung suchen. Er wollte seine Ruhe!
Ein Lächeln legte sich auf ihre Züge. Es wirkte so zart. So zerbrechlich! Wenn er die Zweibeinerin nicht besser kennen würde, hätte er diese Mimik als Olivenzweig angenommen. Er hätte sie wie eine tote Maus gewertet, die ihm entschuldigend dargeboten wurde.
Die Erde drehte sich? Bitte was? Wie war das möglich? Wie sollte sich etwas so Großes drehen können? Und wie sollten die Sterne auch am tagsüber im Himmel stehen können? Immerhin sah Fuji sie nicht. Und müsste er sie nicht erblicken können?
Nein. Das konnte nicht stimmen!
Aber sie wussten, dass er der Sonne gefolgt war. Und dass, obwohl die vergessliche Sonne nicht einmal ihre eigene Reise mitbekommen hatte! Sie hatte Fuji ja bis zu ihrem Untergang widersprochen. Aber wenn die Erde sich drehte … Es könnte eine Erklärung für das Verhalten des gewaltigen Himmelskörpers sein. Egal, wie abwegig diese auch erschien.