B: Die Scherben Blaincs

Pico lehnte sich über das Replika von Blainc. Die Karte ihrer Welt, in der die Hügel, Täler und Berge mit echten Felsen und die Gewässer mit kleinen Pfützen nachgestellt waren. Die Martals hatten diese Karte angefertigt, als sich ihre Gemeinschaft gegründet hatte. Sie hatten es so echt dargestellt, dass er fast erwartete, sich selbst darauf entlanglaufen zu sehen!

Nachdenklich strich er über den Hügel, der seine einstige Heimat darstellte. Jener, an dem sich der erste Bannkreispunkt befand. Obwohl er außerhalb ihrer Stadt lag, so verlief das Replika dahinter noch weiter. Genauso weit, wie der Bannkreis ursprünglich reichte.

Ehe er geschrumpft war.

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B: Zwischen den Gefühlen

Lilith blieb noch zwei Stunden bei Chemy, um sich zu sammeln und auf ihre trocknen Sachen zu warten, ehe sie sich auf den Heimweg machte. Oder eher machen wollte. Denn noch ehe sie sich angezogen hatte, klopfte Mr. Brume an die Tür.

Chemy hatte ihn gerufen. Damit sie nicht allein heimfuhr. Damit er sich keine Sorgen machen würde.

Zum Dank drückte sie ihn ganz doll.

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B: Nackte Panik

Lilith schüttelte sich. Sie verrenkte sich, um ihren Rücken im Spiegel sehen zu können. Kratzte ihre Haut. Ihre Haut, die sich so glatt und eben anfühlte. Ihre Haut, die sich doch uneben anfühlen sollte. Ihre Haut, auf der Blaincs wahrer Schlüssel prangen sollte …

„Das darf nicht-“, sie drehte sich halb, um über ihre andere Schulter zu sehen, „Das kann nicht- Chemy!“

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B: Der verschollene Schlüssel

Es dauerte einige Minuten, bis Chemy sich wieder gefangen hatte. Erst hatte er zu schuldbewusst und ängstlich auf sie gewirkt, dann zu mürrisch und stürmisch. Aber erst als letzteres die Oberhand gewann, wusste sie mit ihm umzugehen.

Und so hatte sie ihn in eine kleine Sitzecke des Zimmers geführt. Eine, die fast genauso groß war, wie ihr altes Kinderzimmer. Generell war alles viel zu luxuriös für sie. Zu viel Platz. Zu viel glänzende Tür- und Schrankgriffe. Zu viele Veredelungen an Möbeln, Wänden und Decke!

„Hilf mir“, hauchte Lilith ihm entgegen, „Ich erinnere mich an drei verschiedene Leben. Aber ich sehe die Verbindungen nicht. Ich verstehe mich nicht. Ich … Bin ich verrückt?“

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B: Verschwommen klare Sicht

Liliths Bauch fühlte sich wie ein Bleikessel an. Ihre Finger wie die Werkzeuge eines anderen. Sie hatte sich auf einen Test des Glaubens eingelassen. Es war der einzige Weg gewesen, um Zeit zu schinden. Um dafür zu sorgen, dass Oliver Tina wegbringen konnte. Dennoch war er kurz darauf wieder in der Menge erschienen. Er beobachtete, wie sie und Tinas Vater sich abwechselnd Gewichte um die Beine banden. Wie sie dies direkt am Steg taten …

Es war ein altes Ritual. Eines, mit dem der alte Prediger sonst abtrat und der neue seinen Platz einnahm. Denn sobald sie beide ihre acht Gewichte trugen, mussten sie zeigen, dass diese wirklich fest an ihren Beinen verschnürt waren. Sie mussten in den See springen. Der Herausfordernde, in diesem Fall also sie, zuerst. Sie müsste darauf vertrauen, dass Tinas Vater ihr folgte. Dabei mussten sie ein kleines Tuch festhalten. Früher waren es Stofftaschentücher gewesen. Mit eingestickten Namen. Nun lagen nur kleine Baumwollfetzen am Rand des Steges. Denn erst wenn einer von ihnen seines losließ und es an die Wasseroberfläche trieb, durften die Zuschauenden den anderen retten.

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