M: Prolog – Flucht I

Er rannte. Hechelnd versuchte er, mit seinem großen Bruder Schritt zu halten. Oder wurde er eher hinterhergezerrt? Er wusste nicht mehr, ob er aus eigener Kraft lief oder gezogen wurde. Ob das Adrenalin in seinem Körper echt war oder er schon zu den Toten gehörte und es nur noch nicht wusste …

Erneut konnte er sie hören. Die Schüsse am Ende des Flurs, die fluchenden Rufe, die erschrockenen Schreie, die wütenden Stimmen, vor denen sie flüchteten …

Und dann roch er es. Der beißende Gestank des Rauches, der an verbranntes Fleisch erinnerte. Geschmolzenes Plastik. Bittere Chemikalien … Es war der Geruch des Todes. Er versuchte, dem Jungen Tränen in die Augen zu treiben. Ihn innehalten zu lassen. Aber er wehrte sich.

Er würde sich immer wehren.

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Buchveröffentlichung: Merichaven

Es ist kurz nach zwei Uhr morgens und ich habe die mein erstes Buch: „Merichaven: Kidnapped“ bei BoD in Auftrag gegeben.

Katzendonner und Jupiterglocken bin ich aufgeregt!

Ich habe zwar meine Bücher – hin und wieder – für den persönlichen Spaß gedruckt. Sie aber mit ISBN und Impressum verziert? Das Cover maßgeschneidert? Die Geschichte mehrfach auf zeitliche Abläufe, Rechtschreibung, Grammatik, Ausdruck, Charakterentwicklung, Sprechmustern Logik und so vielen anderen Kleinigkeiten gegen gelesen?

Ich glaube, ich kann oben und unten nicht mehr voneinander unterscheiden!

Dennoch haben mich mein liebevoller Ehemann und meine gute Freundin (auch bekannt als Tante) klasse unterstützt. Sie haben an mich geglaubt und mir den Rücken freigehalten. Sie haben auf Mottchen und Wölfchen aufgepasst. Sie haben mich arbeiten lassen. Sie haben mich die letzten Jahre auf die eine oder andere Art angefeuert-

Boah! Ich bin baff.

Sobald ich den Link zum Buchshop habe, trage ich ihn nach.

Heiliges Kanonenrohr!

UPDATE

K: Über Kamillentee

„Das macht dann 47,43“, las Paul von der Kasse ab.

Der Kunde legte ihm einen Fünfziger auf den Tresen und noch ehe das Wechselgeld seinen Weg aus der Kasse finden konnte, war der Mann verschwunden. Klingelnd schlossen sich die Türen hinter ihm. Ihre Bewegung schob eine Hitzewelle durch die Tankstelle. Paul beobachtete, wie der Fremde in seinen Truck stieg, einen kräftigen Schluck aus seiner neuen Wasserflasche nahm und von einer der drei Zapfsäulen wegfuhr.

„Ihnen auch noch einen schönen Tag“, bemerkte er sarkastisch.

Seufzend warf Paul das Trinkgeld in einen alten Aschenbecher und überschlug seine zusätzliche Einnahmequelle. Vielleicht könnte er noch auf Fünfzehn Mücken kommen. Dann könnte er seiner schwangeren Freundin endlich wieder ihre Lieblingspizza bestellen. Jedoch machte er sich keine allzu großen Hoffnungen. Nicht viele Leute waren auf den Landstraßen nach Havbolt unterwegs.

Und noch weniger reisten während der Mittagshitze Ende Juni umher.

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M: Erwischt!

Jane ließ den Stift gedankenverloren über das Papier schweben. Erschöpft überflog sie die nächsten Aufgaben. Übungen, wie sie auch George neben ihr lösen musste, während seine jüngeren Geschwister auf dem Teppich spielten oder sich an einigen aktiveren Projekten versuchten.

Wie Jane die Kinder doch beneidete …

Und wie sehr sie doch ihre Schwester beneidete! Immerhin ging diese nun auf eine richtige Schule. Mit Mitschülern in ihrem Alter. Sie lernte das, was man auf der Straße als normal bezeichnete. Mathe. Sprachen. Naturwissenschaften. Sport. Kunst.

Ganz anders als hier.

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M: Aller Abschied ist schwer

„Jane … Bist du dir wirklich sicher?“, fragte Lisa leise und drückte dabei ihre Hand.

Die Jade erwiderte die Geste ohne zu ihrer Freundin zu sehen. Stattdessen galt ihr Blick den Straßen vor dem Café. Der graue November hatte die Stadt bereits in seine kühlen Klauen geschlossen und ihr Aufpasser vom Dienst fröstelte draußen im kühlen Wind. Doch störte sie das weniger. Er war einer der masochistischeren Mistkerle, die sie immerzu nervten. Und so einen wollte sie kaum bei sich wissen, wenn sie sich mit der einzigen Person unterhielt, der sie wahrhaftig alles anvertrauen konnte.

Seufzend wandte Jane sich ab. Sie sah zu dem Jungen herüber, den sie doch hätte bepaten sollen. Dieser kleine Charmeur mit den klaren blauen Augen, die er definitiv von seinem Vater geerbt hatte. Die noch nicht so kalt wirkten, wie die des Älteren. Die ihre Welt neugierig erkundeten. Die den Keks musterten, den sich der Zweijährige vorsichtig in den Mund schob. Irritiert knabberte er daran herum, legte den Kopf schief.

„Mortes wird dich fragen, wo ich hin bin. Er wird vermuten, dass du etwas weißt“, erklärte sie Lisa, die nur genervt die Augenbrauen hochzog.

„Wenn ich es nicht wüsste, würde ich ihm die Jungs aufdrücken und dich sofort suchen kommen.“

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