Minki und das Wesen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten)

Er peitschte mit seinem Schwanz und starrte auf das kleine Wesen vor ihm. Dieses immer wieder grässlich kreischende Wesen, das eines der Zweibeiner mit angeschleppt hatte. Ein Wesen, das die Zweibeiner auf seinem Lieblingsfleck abgelegt hatten! Mitten in der Sonne! Auf seinem Bett!

Nun gut. Es war vielleicht nicht direkt Minkis Bett. Aber es war das Bett seines Retters und das machte das Möbelstück doch wahrlich zu seinem Katzeneigentum! Immerhin war die Decke so schön weich und die Kissen so schön flauschig und die morgendliche Sonne…

Genervt wandte er den Kopf von dem Wesen ab, neigte ihn dem Licht zu, dieser herrlichen Wärme!

Und schielte unauffällig zu dem schlafenden Etwas hinüber.

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Minki und die warmen Tage I

(Nach sehr vielen wahren Geschichten)

Die kalten Tage kümmerten Minki in der Wohnung der Zweibeiner nicht. Sie waren einfach nur da. Kürzere Sonnenzeiten. Längere Nächte. Sowie ein gelegentlicher Windzug, wenn er vor dem falschen Fenster lag.

Immerhin waren die Zimmer warm und kuschelig. Er bekam pünktlich seine Mahlzeiten – wenn auch recht wenig und die Zweibeiner hatten mittlerweile sogar verstanden, wann sie ihn streicheln durften.

Die kalten Tage kümmerten ihn nicht…

Dafür aber die Warmen.

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Minki und das perfekte Versteck

(Nach sehr vielen wahren Geschichten)

In der Wohnung der Zweibeiner gab es viele Lücken und Winkel, in die die Felllosen nicht hineinpassten. Es waren ruhige Orte… zumindest für den Großteil der Zeit. Einige von ihnen waren im Winter auch besonders warm und kuschelig und aus anderen jagte ihn die Frau seines Retters immer wieder heraus, ehe sie die Wohnung verließ.

Also machte es sich Minki bald zur Aufgabe, das perfekte Versteck zu finden.

Es musste klein sein. Aber groß genug, damit er hineinpasste. Es musste leicht zugänglich für ihn sein. Aber es durfte keine Störungen von den Zweibeinern zulassen. Es musste ihn nach möglichen Mahlzeiten lauschen lassen können. Aber es durfte auf keinen Fall die nervigen Stimmen oder Straßengeräusche auffangen!

Und am allerwichtigsten… er durfte dort nicht auffallen.

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Minki und die Strumpfhosen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten)

Es ist noch nicht so lange her, da trugen viele weibliche Zweibeiner ein dünnes zweites Fell über ihren Beinen. Dieses war durchsichtig. Mit einem sanften oder gar kräftigeren Hautton. Ein Fell, das keineswegs für einen Haushalt mit einem Kater geeignet war.

Vor allem wenn dieser Kater unzufrieden mit seinem verspäteten Frühstück war.

Minki hatte aus seinem Salzheringdiebstahl gelernt. Er hatte mitbekommen, dass nicht alles so gut und lecker war, wie es den Anschein erweckte. Es war ein Grund mehr sein Fressen mit einer stärkeren Frequenz von den Zweibeinern einzufordern. Und während sein Retter häufig nachts arbeitete und erst am späten Morgen heimkehrte, so war es doch sicherlich nicht verkehrt, sein Mahl bereits von den anderen Zweibeinern einzufordern!

Die Jüngere war ihm dabei zu suspekt. Wie sie durch die Wohnung sprang! Wie sie plötzlich über Hände und Füße ausgestreckt durch den Flur rollte! Es war eine einzige Zumutung. Nur er durfte sich dermaßen aufführen!

Ganz anders war die Ältere.

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Minki und die Salzheringe

(Nach sehr vielen wahren Geschichten)

Manch einer hat sie sicherlich daheim zubereitet: Salzheringe. Fische zu denen Pellkartoffeln, Quark und ein bisschen Salat wirklich köstlich schmecken! Die Zubereitung ist heutzutage auch nicht mehr so schwierig. So gibt es nun die schuppigen Tiere häufig im Tiefkühlfach eines jeden Discounters oder manchmal gar vorgefertigt.

Dies war nicht immer so.

Vor allem nicht, wenn man die Salzheringe als eine Delikatesse zubereiten möchte. Dann muss man natürlich die Besten bekommen. Der starke Salzgeschmack muss den Fischen ausgetrieben werden. Das Mahl wird sorgfältig vorbereitet. Jeder Schritt dreimal überdacht.

Denn Minkis Retter hatte sich alles genaustens überlegt. Er war der Koch der Familie und lebte mit seiner Frau und Tochter in einer großen, weiten Wohnung. Schon viel zu oft hatte er die Salzheringe zubereitet, sodass er seine Methode bereits perfektioniert hatte:

Spüle putzen. Stöpsel rein. Wasser rein. Fische rein. Ziehen lassen.

Zwei-, dreimal müsste er das kalte Nass wechseln, um die Salzheringe wahrhaftig perfekt vorzubereiten. Sie durften nicht zu viel von dem salzigen Geschmack in sich tragen, wenn sie im Anschluss gewürzt werden sollten.

Nur sollte es nie dazu kommen.

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Die kleine Wolke Fuji

Es war einmal eine kleine Wolke. Sie war plötzlich da. Entstand einfach. Wusste nicht woher sie kam oder wohin sie sollte…

„Nun denn“, entschied diese kleine Wolke, als sie die Welt unter sich erblickte, „Ich möchte überall hinfliegen. Ich möchte groß träumen. Und niemand wird mich aufhalten!“

Sobald die kleine Wolke jedoch die Worte gesprochen hatte, erklang eine ältere Stimme. Rau und grummelig hallte sie in den Ohren der Wolke wider.

„Haha. Lieber Jüngling“, bemerkte die Sonne, „Das Leben ist bitter. Träum nicht zu viel – du wirst nur enttäuscht werden. Ziel nicht zu hoch – du wirst eh nur fallen. Versuch am besten nichts – du wirst es sowieso nicht schaffen!“

„Woher willst du das wissen?“, bemerkte die kleine Wolke trotzig, wenngleich sich Zweifel in ihr Herz geschlichen hatten.

„Der, der am höchsten steht,“, entgegnete die Sonne und küsste den Horizont, „fällt am tiefsten“

Damit war sie verschwunden. Und mit ihr das Licht.

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