Minki und das perfekte Versteck

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

In der Wohnung der Zweibeiner gab es viele Lücken und Winkel, in die die Felllosen nicht hineinpassten. Es waren ruhige Orte … zumindest für den Großteil der Zeit. Einige von ihnen waren im Winter schön warm und kuschelig und aus anderen jagte ihn die Frau seines Retters immer wieder heraus, ehe sie die Wohnung verließ.

Also machte es sich Minki bald zur Aufgabe, das perfekte Versteck zu finden.

Es musste klein sein. Aber groß genug, damit er hineinpasste. Es musste leicht zugänglich für ihn sein. Aber es durfte keine Störungen von den Zweibeinern zulassen. Es musste ihn nach möglichen Mahlzeiten lauschen lassen können. Aber es durfte auf keinen Fall die nervigen Stimmen oder Straßengeräusche auffangen!

Und am wichtigsten: Er durfte dort nicht auffallen.

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Minki und die Strumpfhosen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es ist noch nicht so lange her, da trugen viele weibliche Zweibeiner eine dünne Haut über ihren Beinen. Diese war durchsichtig. Mit einem sanften oder gar kräftigeren Farbton. Aus ganz feinen Maschen gefertigt.

Es war eine Haut, das sich keineswegs für einen Katerhaushalt eignete.

Vor allem wenn dieser Kater unzufrieden mit seinem verspäteten Frühstück war.

Minki hatte aus seinem Salzheringdiebstahl gelernt. Er hatte verstanden, dass nicht alles so gut und lecker war, wie es den Anschein erweckte. Deswegen forderte er nun sein Fressen mit einer verstärkten Frequenz von den Zweibeinern ein. Immerhin wusste er ja nicht, wann sie nochmal so etwas Grässliches rumliegen lassen würden!

Allerdings war sein Retter häufig nachts arbeiten und kehrte erst am späten Morgen. Und so erschien es Minki nicht verkehrt, sein Mahl auch von den anderen Zweibeinern zu verlangen!

Die Jüngere war ihm dabei zu suspekt. Wie sie durch die Wohnung sprang! Wie sie plötzlich über Hände und Füße ausgestreckt durch den Flur rollte! Es war eine einzige Zumutung. Nur er durfte sich dermaßen wirr aufführen!

Die Ältere war ganz anders.

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Minki und die Salzheringe

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Manch einer hat sie sicherlich daheim zubereitet: Salzheringe. Fische zu denen Pellkartoffeln, Quark und ein bisschen Salat wirklich köstlich schmecken! Die Zubereitung ist heutzutage auch nicht mehr so schwierig. So gibt es nun die schuppigen Tiere häufig im Tiefkühlfach eines jeden Discounters oder manchmal gar vorgefertigt.

Dies war nicht immer so.

Vor allem nicht, wenn man die Salzheringe als eine Delikatesse zubereiten wollte. Dann muss man natürlich die Besten bekommen. Der starke Salzgeschmack muss den Fischen ausgetrieben werden. Das Mahl wird sorgfältig vorbereitet. Jeder Schritt dreimal überdacht.

Minkis Retter hatte sich alles genaustens überlegt. Er war der Koch der Familie und lebte mit seiner Frau und Tochter in einer großen, geräumigen Wohnung. Schon viel zu oft hatte er die Salzheringe vorbereitet, sodass er seine Methoden bereits perfektioniert konnte:

Spüle putzen. Stöpsel rein. Wasser rein. Fische rein. Ziehen lassen.

Zwei-, dreimal musste er das kalte Nass wechseln, um die Salzheringe wahrhaftig perfekt zubereiten zu können. Sie durften nicht zu viel von dem salzigen Geschmack in sich tragen. Sonst konnte er sie im Anschluss nicht richtig würzen!

Nur sollte es nie dazu kommen.

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Der kleine Kater Minki

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Minki hieß nicht immer Minki.

Minki war einst ein kleiner Streuner. Ein schwarz-weißes Kätzchen ohne Zuhause. Seine Pfötchen waren so weiß wie Mehl. Auch Bäuchlein, Gesicht und Schwanzspitze wirkten wie bepudert! Allerdings sah man die Reinheit kaum unter dem ganzen verzottelten und dreckigen Fell.

Erst als ein Mann kam, um das kleine Raubtier von der Straße aufzulesen wandelte sich sein giftiges Antlitz. Endlich hatte das Kätzchen ein Zuhause. Es hatte Essen, das er sich nicht mehr aus dem Müll zerren musste. Er konnte sich putzen. Sich pflegen. War nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt. War nicht mehr einsam. Nicht mehr allein.

Und er bekam seinen Namen.

Minki.

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