B: Der Kuchen

„Okay. Planänderung“, bemerkte eine von Lianes neuen Mitschülerinnen, „Ms. Lebeau mag keine Rosen. Also ist der Kuchen hinfällig.“

Irritiert blickte Liane zwischen den anderen Schülern umher. Sie hatte keine Ahnung, wovon die Rede war und wenngleich sie recht nett begrüßt wurde, so scheute sie sich noch davor, Fragen zu stellen.

„Wie wäre es mit Pralinen? Die von ChoNotte?“, fragte der Junge, der an der Tür aufpasste, ob irgendwer kam.

„Die sind alle mit Alkohol. Das ist ein riesiges Tabu“, erklärte das Mädchen von vorne wieder.

„Und ein Gutschein? Für einen schönen Wellnesstag?“

„Noch einfallsloser geht es nicht.“

„Wie wäre es mit einem verzierten Füller?“

„Erinnert nur an die Arbeit.“

„Und ein neues Auto?“

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Fujis Seelenverwandte

Fuji fühlte sich verlorener denn je. Früher hatte er wenigstens auf die Sterne vertrauen können. Aber seitdem er sich mit ihnen zerstritten hatte, um der Sonne zu helfen …

Und nun wollte Sabine seine Hilfe nicht einmal …

Die Wolke sackte in sich zusammen.

Hatte er dem Himmelskörper wirklich nur helfen wollen, um sich selber gut zu fühlen? Nein! Oder doch? Machten andere das so? Halfen sie einzig, um im Anschluss den Dank einzuhamstern?

Eine dunkle Erinnerung kämpfte sich in ihm hoch.

„Wir leben um zu sterben“, murmelte er vor sich hin.

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Fujis Reise

„Flieg mir aus den Augen, Nervbold! Aber flieg der Kälte entgegen. Dann kommst du an den Ort des ewigen Tages … oder der ewigen Nacht. Alle halbe Jahre wechseln die Gezeiten. Für deine Zwecke sollten sie jedoch genügen.“

Die Worte klangen noch immer durch Fujis Kopf. Sie irritierten ihn. Der Kälte entgegenfliegen? Er glaubte zu verstehen, was sie damit meinte, nur … Was meinte sie mit dem ewigen Tag? Oder der ewigen Nacht?

Nachdenklich wandte er sich nach Norden und machte er sich auf den Weg. Er beobachtete derweilen, wie Sabine ihren Weg über den Himmel fortsetzte. Wie sie so vor sich hin lachte …

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Fujis Sabine

„Hallo, Sabine!“, grüßte Fuji die Sonne, als die ersten Strahlen nach einer weiteren Nacht über den Horizont krochen, „Wie geht es dir?“

„Huch! Hallo! Hallo! Hallo, oh schöne Welt!”, sang sie begeistert, ohne ihn zu erblicken, „Hallo! Oh! Schaut mal, wie hoch ich steigen kann! Schaut her! Schaut her!“

„Ja, das machst du toll, Sabine“, bestätigte er ihre Euphorie.

„Ich kann sogar- Moment. Sprichst du mit mir?“

Endlich senkte sich ihr Blick auf ihn und die kleine Wolke lächelte sie freundlich an.

„Natürlich, meine Freundin. Wie geht es dir, Sabine?“

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Fujis Zeitreise

„Wie viele Metallvögel es wohl gibt?“, fragte sich Fuji, als er dem nächsten auswich.

Viel zu viele hatten bereits durch ihn hindurchfliegen wollen. Mal waren es kleine. Mal große. Mal hatten sie Rotorblätter. Mal starre Flügel mit Turbinen. Aber immerzu waren sie mit derselben Höflichkeit ausgestattet. Einer Höflichkeit, die jegliche Entschuldigungen verbat.

Und das, obwohl sie die Wolke beinahe zerstörten!

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