Und da ich mich auch gar nicht (Sarkasmus) vor dem Lernen meiner (hoffentlich!!!) letzten Klausur drücke, habe ich ein Buch für den Young Storyteller Award 2023 hochgeladen. Tada!
Hierbei handelt es sich um eine Veröffentlichung der Mottengedichte, die vor dem Meer in den Leuchtturm flieht. Ich musste sie für die Veröffentlichung zusammenführen/kürzen, um den Richtlinien der Ausschreibung gerecht zu werden. Dennoch blieb der Kern beständig.
Genauso wie der Abschied, mit dem die Motte sich der Realität stellen muss.
Nun gut: Ihr könnt das Buch wie gewohnt über Amazon oder die Autorenwelt beziehen. Vielleicht werde ich auch ein Buchtrailer dazu erstellen. Seitdem Twitter dieses komische X hat, war ich nicht mehr auf der Seite und überlege noch, mich stattdessen mehr auf Instagram/YouTube zu zeigen. Mal schauen.
Diana zog sich wie ein Roboter an. Ruckartig. Still. Ohne Nachzudenken. Wenn sie die Gedanken zuließe, würden auch die Gefühle kommen. Und dann würden die Tränen sie wieder überwältigen.
Dabei hatte sie schon so viel geweint …
Ihre Finger rutschten an einem kleinen Knopf ab. Er war schwarz. Genauso schwarz wie ihre restlichen Anziehsachen. Alle würden heute schwarz tragen. Es war immerhin Ma-
Erneut rutschte sie ab. Diesmal am zweiten Knopf. Sie atmete tief durch. Schloss die Augen. Versuchte es noch einmal.
Aber sobald sie ihre Finger anspannte, begannen sie zu zittern.
Nein!
Diana kniff die Augen zu. Sie stellte sich vor, wie sie etwas anderes anzog. Irgendetwas buntes. Genau. Sie hatte so ein grünes Top im Schrank. Das hatte so ähnliche Knöpfe am Kragen. Marie hatte immer gemeint, dass es wie-
Julian Nicolas reiste nur tagsüber. Er musste sich nach der Sonne richten. Andernfalls könnte seine Begleitung ungewollte Aufmerksamkeit erregen. Denn jede Regenwolke barg die Gefahr, dass man den brennenden Vogel am Himmel entdeckte.
Und das, durfte er nie riskieren.
„Ich lasse Sie an der nächsten Tanke raus, eh?“, unterbrach der Lasterfahrer seine Gedanken.
Julian nickte.
Trotz seines Ranges unter den Macian, zog er die unkonventionellen Transportmittel der Nichtmagischen vor. Per Anhalter oder mit einem Zug durchs Land zu fahren, mochte von seinen Mitstreitenden als ekelhaft oder gar beleidigend aufgefasst werden. Doch er genoss jeden Augenblick. Es erinnerte Julian an seine zweite Familie.
An ihr bedingungsloses Lächeln.
„Hinter dem nächsten Schlagloch wäre perfekt“, entgegnete er und legte ein paar Scheine auf das Armaturenbrett, „Für Ihre Umstände.“
Misstrauisch nickte der Mann, allerdings widersprach er nicht. Er war nicht sonderlich gesprächig. Die Verabschiedung bestand aus einem kurzen Handwedeln. Dann fuhr der LKW weiter die Landstraße runter.
Noch zwei Autos hinter uns. Dann ist die Luft rein, murmelte Nicolas sogleich.
Gelassen warf Julian seinen Seemannssack über die Schulter. Es war ein abgenutztes Ding aus dritter oder vierter Hand. Er hatte es sich mal besorgt, um unter den nichtmagischen Leuten weniger aufzufallen. Damals. Als er an der Küste stationiert war.
Nur war er hier meilenweit von der nächsten Küste entfernt.
Nachdenklich wanderte er die Straße entlang. Er wartete, bis die Fahrzeuge verschwunden waren. Erst dann bog er auf den Acker ein. Er kannte jeden Winkel des Feldes. Es hatte seiner verstorbenen Mutter gehört. Hier war sie groß geworden. Hierher war sie mit ihm gereist, wenn sein Vater die Kontrolle verlor und alles um sich herum zu Kleinholz verarbeitete. Hier war er auf die Welt gekommen. Hier hatte er sich versteckt, als sie gestorben war.
Du schriebst, Mit Tränen in den Augen ist man blind. Du schriebst, Man sieht die Dinge nicht, wie sie sind.
Du schriebst es so flüssig, so eigen, Die Worte klangen, wie die deinen, Wie ein weit entferntes Licht Und waren es doch nicht …
Du hattest ihnen im Radio gelauscht, Sie hatten Dich dort so berauscht, Du hast sie daher aufgebauscht –
Eilig notiert.
Du hattest sie uns hinterlassen, Hast sie versteckt gelassen, Bis wir sie nun umfassen –
Ein stiller Abschied.
Hier und da sind Lücken, Das sind die Gedächtnis-tücken, Deine alten Krücken –
Ein Stück von Dir.
Denn ja, die Sterne strahlen noch bei Nacht, Und alles, was mich heute traurig macht, Wird hoffentlich vergehen …
Aber wird es wie ein Traum sein?
Wie soll ein bittersüßer Traum vergehen? Ich möchte Dich doch in meinem Herzen sehen! Ich möchte Dich immer bei mir tragen. Ich möchte Dich niemals vergraben!
Diese Tränen schmerzen nicht. Diese Tränen erinnern sich. Diese Tränen lieben Dich …
Gern schaue ich nach vorn, Aber bitte, lieber Leuchtturm, Erwarte kein Adieu.
Mit Andeutungen auf das Lied „Mit Tränen in den Augen ist man blind“ von Julio Iglesias.
Auch wenn eine Katze sieben oder gar neun Leben haben soll, so lebt sie dennoch nur ein einziges. Dieses eine ist nicht einmal besonders lang. Im Durchschnitt kommt es vielleicht auf 15 Menschenjahre. Plus/Minus.
Minkis erreichte sogar stolze 17 Jahre, ehe sein Körper eine Pause brauchte.
Der Kater spürte, dass er nicht mehr lange hatte. Von Tag zu Tag wurde er schläfriger. Er schmiegte sich immer häufiger an seinen Retter. Ärgerte dessen Frau weniger. Verzieh der kleinen Zweibeinerin ihre Lappalien öfter.
Alte Fehden erschienen ihm plötzlich so unwichtig.