Minki und das perfekte Versteck

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

In der Wohnung der Zweibeiner gab es viele Lücken und Winkel, in die die Felllosen nicht hineinpassten. Es waren ruhige Orte … zumindest für den Großteil der Zeit. Einige von ihnen waren im Winter schön warm und kuschelig und aus anderen jagte ihn die Frau seines Retters immer wieder heraus, ehe sie die Wohnung verließ.

Also machte es sich Minki bald zur Aufgabe, das perfekte Versteck zu finden.

Es musste klein sein. Aber groß genug, damit er hineinpasste. Es musste leicht zugänglich für ihn sein. Aber es durfte keine Störungen von den Zweibeinern zulassen. Es musste ihn nach möglichen Mahlzeiten lauschen lassen können. Aber es durfte auf keinen Fall die nervigen Stimmen oder Straßengeräusche auffangen!

Und am wichtigsten: Er durfte dort nicht auffallen.

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Das kleine Boot

Ich weiß nicht, wo es herkam.
Dieses kleine Boot, unbiegsam!
Im wilden Gewässer,
Am schneidenden Messer.

Würde es nicht übersteh‘n,
Würde es gewiss untergeh’n,
Dieses kleine Boot –
Verloren in Seenot …

Doch waren meine Sorgen unbegründet,
Denn als wäre das Holz angekündet,
Wurde es umwoben,
Emporgehoben.

Ich beobachtete es vom Leuchtturm aus,
Bedachte es aus diesem sicheren Haus,
Konnte die sanften Wellen nicht verstehen,
Die ihm liebevoll beistehen …

Was, oh, was nur war besonderes daran?
An diesem einfachen, winzigen Kahn?
Warum vermochte er zu schwimmen?
Während andere verglimmen …
Während andere ertrinken,
In tiefen Wellen versinken,
Vermag es zu treiben,
Die Eifersucht einzuverleiben!

Meine Glühwürmchen, sie singen,
Sie tanzen und springen,
Sie freuen sich gar sehr,
Für dieses kleine Boot im Meer.

Nur weiß ich nichts zu zusagen.
Ich will es nicht mal wagen.
In meinem Inneren schreie ich auf:

Verschwinde!
Du weißt nichts über frühere Winde!
Wünschte ich Dir:
„Ersauf“?

M: Stiefel für den Kater

„Er braucht Stiefel, Mom! Bitte!“

„Er ist ein Kater, Marie.“

„Deswegen ja! Wie soll er sonst sprechen lernen? Oder auf zwei Beinen laufen?“

Sophie kicherte leise, während sie ihrem jüngeren Zwilling und ihrer Mutter lauschte. Mrs. Kleid hatte ihnen vorhin wieder das Märchen vom gestiefelten Kater aufgelegt und seitdem war Marie erneut davon überzeugt, dass man nur so den Zauber auf ihrem pummeligen Hauskater brechen könne.

„Warum tust du mir so etwas an?“, die Frage ihrer erschöpften Mom richtete sich an die ältere Frau, die die Schwestern immerzu betreute, wenn die Eltern arbeiten mussten.

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Liebe

Eins:
Ward geboren,
Ward gestorben,
Allein auf ewig verloren.

Zwei:
Zusammen gefunden,
Zusammen gelungen,
Gemeinsam in Glück gebunden.

Drei:
Strebt es weiter,
Lebt es weiter,
Erhebt es sich wie ein Gleiter.

Denn echte Liebe ist:
Unendlich grenzenlos,
Wahrhaftig erwärmend,
Verschieden und so groß.


Einen wunderschönen Valentinstag an Euch alle!

Minki und die Strumpfhosen

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Es ist noch nicht so lange her, da trugen viele weibliche Zweibeiner eine dünne Haut über ihren Beinen. Diese war durchsichtig. Mit einem sanften oder gar kräftigeren Farbton. Aus ganz feinen Maschen gefertigt.

Es war eine Haut, das sich keineswegs für einen Katerhaushalt eignete.

Vor allem wenn dieser Kater unzufrieden mit seinem verspäteten Frühstück war.

Minki hatte aus seinem Salzheringdiebstahl gelernt. Er hatte verstanden, dass nicht alles so gut und lecker war, wie es den Anschein erweckte. Deswegen forderte er nun sein Fressen mit einer verstärkten Frequenz von den Zweibeinern ein. Immerhin wusste er ja nicht, wann sie nochmal so etwas Grässliches rumliegen lassen würden!

Allerdings war sein Retter häufig nachts arbeiten und kehrte erst am späten Morgen. Und so erschien es Minki nicht verkehrt, sein Mahl auch von den anderen Zweibeinern zu verlangen!

Die Jüngere war ihm dabei zu suspekt. Wie sie durch die Wohnung sprang! Wie sie plötzlich über Hände und Füße ausgestreckt durch den Flur rollte! Es war eine einzige Zumutung. Nur er durfte sich dermaßen wirr aufführen!

Die Ältere war ganz anders.

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