Game of Thrones Tribut

Begonnen vor über zwei Jahrzehnten,
Flogen Buchstaben über die Seiten,
Skizzierten auf wundersame Weisen,
Durchbohrten mit valyrischem Eisen,
Ein Erstreben, Westeros‘ einzig Lohn-
Verstrickten sich in den eisernen Thron.

So verbündeten die Häuser sich schnell,
So zerbrachen Freundschaften im Duell.
Stark, Tully, Targaryen, Martell,
Lannister, Baratheon, Tyrell,
Arryn, Frey, Bolton sowie Mormont-
Kämpften für einen einzigen Grund.

Sie alle wollten an die Spitze,
Machten darüber keine Witze,
Belauschten Konkurrenten am Hof,
Rissen Kinder aus der Mutter Schoß.

Könige starben wie die Fliegen.
Feuer und Blut begann zu siegen.
Die Schulden wurden eingenommen.
Und der Winter vermag zu kommen.

Drum mussten die Häuser wählen.
Drum mussten die Häuser zählen.
Jede einzelne Seele müsse helfen,
Und so zerbarsten mancher Manns Welten.

Ob alte Götter oder neue,
Ob Verrat oder Treue,
Wurden Hochzeiten ausgerichtet,
Über Tote hämisch berichtet.

So schied der Glauben dahin,
Der Fremde bekam einen anderen Sinn,
Die Nachtwache wurde vergessen,
Die Wildlinge flüchteten wie besessen.

Eine Geschichte, die nun bald endet,
Die Leser und Zuschauer verändert-
Über Zauberei, Betrug, Sklaven und Drachen
Oder ewig über eine Mauer zu wachen,
Erzählt sie von tragischen Leben
Und wie sie viel zu schnell vergehen.

Es ist ein Lied von Eis und Feuer.


Ein kleiner Tribut zum Auftakt der letzten Staffel –
auch wenn dieser eigentlich bereits gestern war.


Danke, George RR Martin und HBO, dass ihr eine so klasse Serie produziert habt. Ich kann das Ende kaum erwarten und verweise natürlich bei allen eingebauten Zitaten auf die Originalwerke.
(TV-Serie: Game of Thrones; Buchserie: Das Lied von Eis und Feuer)

Medra Yawa

Minki und die warmen Tage II

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Schnurrend aalte sich Minki im Schatten der Bäume. Die Sonne schien nur vereinzelt durch das Blätterdach und kitzelte dabei Teile seines Pelzes. Für sein weißes Fell war es ein angenehmer Segen, für sein schwarzes eine brenzlige Angelegenheit.

Der Schrei eines Vogels schlich sich durch seine Gedanken. Ein unangenehmes Geräusch, das nicht vergehen wollte. Genervt öffnete er ein Auge und starrte auf das Federvieh hinter einem Zaun.

Warum wollte es ihm seinen Schlaf rauben? Minki hatte die ganze Nacht über Mäuse gejagt und fühlte sich noch etwas träge von den Nagetieren. Die letzte Piepnase hatte er gar nicht mehr geschafft, weil sein Magen bereits so voll war. Er hatte sie dort hinten irgendwo liegen lassen. Dort, wo nun dieser Vogel keine Ruhe geben wollte!

Minki fuhr die Krallen aus und streckte sich. Er schüttelte die Erde von seinem Fell. Diese trockenen Krümel, die die Kühle des Schattens in sich trugen. Die er in der Wohnung der Zweibeiner nirgends gefunden hätte. Die einen so vollen, beruhigen Duft verströmten.

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M: Aller Abschied ist schwer

„Jane … Bist du dir wirklich sicher?“, fragte Lisa leise und drückte dabei ihre Hand.

Die Jade erwiderte die Geste ohne zu ihrer Freundin zu sehen. Stattdessen galt ihr Blick den Straßen vor dem Café. Der graue November hatte die Stadt bereits in seine kühlen Klauen geschlossen und ihr Aufpasser vom Dienst fröstelte draußen im kühlen Wind. Doch störte sie das weniger. Er war einer der masochistischeren Mistkerle, die sie immerzu nervten. Und so einen wollte sie kaum bei sich wissen, wenn sie sich mit der einzigen Person unterhielt, der sie wahrhaftig alles anvertrauen konnte.

Seufzend wandte Jane sich ab. Sie sah zu dem Jungen herüber, den sie doch hätte bepaten sollen. Dieser kleine Charmeur mit den klaren blauen Augen, die er definitiv von seinem Vater geerbt hatte. Die noch nicht so kalt wirkten, wie die des Älteren. Die ihre Welt neugierig erkundeten. Die den Keks musterten, den sich der Zweijährige vorsichtig in den Mund schob. Irritiert knabberte er daran herum, legte den Kopf schief.

„Mortes wird dich fragen, wo ich hin bin. Er wird vermuten, dass du etwas weißt“, erklärte sie Lisa, die nur genervt die Augenbrauen hochzog.

„Wenn ich es nicht wüsste, würde ich ihm die Jungs aufdrücken und dich sofort suchen kommen.“

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Minki und die warmen Tage I

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Die kalten Tage kümmerten Minki in der Wohnung der Zweibeiner nicht. Sie waren einfach nur da: Kürzere Sonnenzeiten. Längere Nächte. Ein gelegentlicher Windzug, wenn er vor dem falschen Fenster lag.

Zumindest waren die Zimmer immer warm und kuschelig. Er bekam pünktlich seine Mahlzeiten – wenn auch wenig – und die Zweibeiner hatten mittlerweile sogar verstanden, wann sie ihn streicheln durften.

Die kalten Tage kümmerten ihn nicht …

Dafür aber die warmen.

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Im Lauf der Zeit

Die Uhr,
Sie rennt.
Sie rennt geschwind

Hinfort.

Die Zeit
Vergeht.
Vergeht geschwind

Im Wind.

Von Ort zu Ort
Oder gleichbleibend
Verändert sie:

Dich.
Mich.
Sich–

Selbst.

So wird Neues geboren,
Zu Großem auserkoren.
So wird Altes indessen
Im Grabe vergessen.

Das Leben zieht fort.
Doch Stück für Stück
Erschafft es Glück –
Einen friedlichen Ort.

So singen die Ruinen,
So sprechen die Denkmale,
So erzählen verblasste Schriften,

Von gestern.

Von gestern,
Das Morgen nur ein Schatten ist.

Von gestern,
Das unser Heute formte im Bliss.

Von gestern,
Das eines Tages nichts weiter
Als der Hauch des Windes ist.

Vergessen–
Im Lauf der Zeit.