Märchenstunde: Die letzte herzlose Tat I

Domini benötigte zwei Tage, ehe er vor seinen Vater treten konnte. Zwei Tage, in denen er um Deitas Mutter trauerte. In denen er Deita und Nova versprach, dass sie in Sicherheit wären. In denen er sich belehrte, sein Herz zu verschließen und die Wahrheit zu verbiegen. Er musste seine eigenen Lügen glauben. Er musste vorbereitet sein. Wenn er seinem Vater gegenüberstand, durfte dieser nicht einmal erahnen, dass Nova noch lebte!

Dass er sie nie töten könnte …

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K: Die Bürden eines Sohnes

Es kostete Tristen fast ein Jahr, ehe er sich wieder offen im Stützpunkt blicken lassen konnte. Freilich hätte er auch schon vorher durch die Gänge spazieren können, doch wollte er seine Tante LiJu und seinen Vater in dem Glauben lassen, dass er noch auf die Räucherstäbchen angewiesen war. Räucherstäbchen, die sie ihm regelmäßig aufs Zimmer schickten.

Räucherstäbchen, die er stets von LaNa entsorgen ließ, um bei Verstand zu bleiben.

„Die Namen sind heute eingegangen“, bemerkte seine Auxilius als er sein Mittag beendete, „Über Generälin LiJu, wohlbemerkt.“

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Timothy – Die Einladung

Es dauerte drei Wochen, ehe Maria ihre Antworten an Alexander eigenständig verfassen konnte, doch kam mir dieselbe Zeit wie drei Jahrzehnte vor. Viel zu schwerfällig griff das Mädchen nach Pergament und Feder. Dabei hätte ich ihr die Gegenstände am liebsten selbst in die Hände geschoben!

Julies Geduld beeindruckte mich dabei zutiefst. Stets wiederholte sie ihre Bitten oder Fragen oder las Alexanders Briefe auch ein sechstes Mal vor. So lange, bis Maria sich endlich darauf konzentrierte.

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B: Liane und Lilith

Gedankenverloren beobachtete sie ihren Lehrer. Es ging um Mathematik. Funktionen und Schnittpunkte. Themen, die nur bedingt ihre Aufmerksamkeit halten konnten. Dennoch schrieb sie artig das Tafelbild ab und tat so, als würde sie sich auf ihre Aufgaben konzentrieren.

„-ne? Liane?“

„Ja?“, sie unterdrückte den Drang ihn zu korrigieren und sich Lilith zu nennen.

„Kannst du deine Lösung für 3b mit uns teilen?“, fragte der Lehrer genervt.

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Märchenstunde: Das Königreich der Hexen I

Nia Birch beobachtete den verschlungenen Pfad am Waldrunter unter ihr. Er war ausgetreten. Beengend für die Nacktaffen des nächsten Dorfes. Zu breit für die Miracula, wie sie eine war. Und er befand sich fast fünf Körperlängen unter ihr. Hier hielt sie Wache. Sie hielt Ausschau nach den Biestern der Nacktaffen. Nach diesen Soldaten, die der König in die Wälder schickte. Diese Rüstungsträger, die Nia und ihre Familie stets ins Verderben stoßen wollten. Die immer nur kamen, um ihrer eins auszulöschen. Die immerzu ihren Tod wollten …

Und die immerzu dem Tod vorgestellt wurden.

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