C: Alles wird gut

Lianes Hände zitterten immer noch.

Unsicher verschränkte sie die Finger ineinander und bemühte sich, sie unter Spannung zu halten. Sie durfte sie nicht lockern. Sie durfte keinen Stift ergreifen. Sie durfte nicht wieder diesen Stern zeichnen…

Die letzte Stunde kam Liane wie ein Traum vor. Sie wusste sich ja kaum noch daran zu erinnern, wie ihr Physiklehrer sich nach ihrem Befinden erkundigt hatte. Wie ihre Klassenkameraden getuschelt hatten. Wie sie geweint hatte-

Ja. Stimmt. Sie hatte geweint. Sie hatte sich plötzlich so schuldig gefühlt. Es war ein schäbiges Gefühl gewesen. Beinahe so, als ob sie jemanden absichtlich verletzt hatte! Selbst nachdem der Physiker sie ins Sekretariat gebracht und die strenge Katholikin Lianes Vater angerufen hatte, wollte das Gefühl nicht verschwinden. Immer wieder kam das Salzwasser zurück und suchte sich seinen Weg in die Freiheit.

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M: Erwischt!

Jane ließ gedankenverloren den Stift über das Papier schweben. Erschöpft überflog sie die nächsten Aufgaben. Übungen, wie sie auch George neben ihr lösen musste, während seine jüngeren Geschwister auf dem Teppich spielten oder sich an einigen aktiveren Projekten versuchten.

Wie Jane die Kinder doch beneidete!

Und wie sehr sie doch ihre Schwester beneidete. Immerhin ging diese nun auf eine richtige Schule. Mit Mitschülern in ihrem Alter. Sie lernte nur die Dinge, die man auf der Straße als normal bezeichnete. Mathe. Sprachen. Naturwissenschaften. Sport. Kunst.

Ganz anders als das hier.

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K: Rechnungen und Versprechen

Im Kerzenlicht wühlte sich Rebekka Naar durch den Stapel an Briefen. Irgendwo musste der dämliche Zettel doch sein! Sie wusste genau, sie hatte ihn vor zwei Wochen oder so zu den anderen Forderungen gelegt. Zu all diesen Papieren, die sie bereits seit Monaten nach deren Wichtigkeit sortieren wollte.

Und nun wurde ihnen der Strom abgestellt.

Genervt fand sie den Brief von ihrem Energielieferanten. Es war eine Zahlungserinnerung – datiert auf letzten Monat. Wie hatte sie diese – zusätzlich zu so vielen anderen – nur verstreichen lassen können? Mittlerweile verlangte das Unternehmen ein halbes Vermögen, um die Mahnungen abzubezahlen und ihre Zahlungsfähigkeit zu bestätigen. Immerhin war es nicht das erste Mal, dass sie in Verzug geraten war und-

„Mama?“

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