„Ist … sie …“, hörte Tristen Steffen seine Mutter fragen.
Weiter kam sie nicht. Sie wagte es nicht den Tod auszusprechen. Das durfte sie nicht. Nicht als Floris. Aber als Mutter brauchte sie Gewissheit. Sie sorgte sich um ihre Tochter. Genauso, wie er sich um seine Schwester-
Sie lebt! Beeil dich endlich, Tristen! Sie lebt!
Die Worte ließen ihn erstarren. Wie sollte das möglich sein? Ihre Lippen … Sie waren so blau. So-
„Ich fürchte, ich kann nichts mehr tun“, entgegnete der Wassergeneral gepeinigt, „Ich bekomme das Wasser nicht-“
„Lügt nicht!“, schrie Tristen, als er die Starre überwand. Er sprang über das Loch – zu ungeduldig, um herum zu laufen. Für einen Moment gab der Boden unter ihm nach. Er glaubte, zu fallen!
Diana zog sich wie ein Roboter an. Ruckartig. Still. Ohne Nachzudenken. Wenn sie die Gedanken zuließe, würden auch die Gefühle kommen. Und dann würden die Tränen sie wieder überwältigen.
Dabei hatte sie schon so viel geweint …
Ihre Finger rutschten an einem kleinen Knopf ab. Er war schwarz. Genauso schwarz wie ihre restlichen Anziehsachen. Alle würden heute schwarz tragen. Es war immerhin Ma-
Erneut rutschte sie ab. Diesmal am zweiten Knopf. Sie atmete tief durch. Schloss die Augen. Versuchte es noch einmal.
Aber sobald sie ihre Finger anspannte, begannen sie zu zittern.
Nein!
Diana kniff die Augen zu. Sie stellte sich vor, wie sie etwas anderes anzog. Irgendetwas buntes. Genau. Sie hatte so ein grünes Top im Schrank. Das hatte so ähnliche Knöpfe am Kragen. Marie hatte immer gemeint, dass es wie-
Zitternd umschlungen Janes Arme ihren dünnen Leib. Der kühle Herbstregen durchnässte ihre Kleidung, sodass ihre Kleidung unangenehm an ihr haften blieb. Er ließ sie frösteln. Und er verbarg die Flecken, deren rostigen Farben in Merichavens Trostlosigkeit nicht aufzufallen vermochten.
Drei Blöcke entfernt erklang eine Polizeisirene.
Jane seufzte. Sie legte den Kopf in den Nacken und gab sich dem Regen hin. Sie wusste, was die Polizisten vorfinden würden. Sie wusste, warum sie diesen Horror in ihren Akten aufnehmen mussten. Und sie wusste, dass der Täter, dass sie es nicht gern getan hatte.
Endlos weit erstreckt es sich: Manchmal grau, Manchmal blau.
Diese Wellen und Gischt: Manchmal rau, Manchmal flau.
Das Nass wirkt gar wundersam, Wie ein freudiger Balsam. Doch schmerzt die Wunde sehr, Wenn du sie lässt lecken vom Meer.
Das Salzige beißt. Es krallt und es reißt – Zerreißt Deinen Leib!
Das Meer versucht, Dich zu umweben, Glück und Freude soll es geben. Es weist auf den weiten Horizont, Der Dich liebevoll besonnt.
Aber sieh nur, sieh! Die Tiefenmelodie! Sie versucht, Dich zu ergreifen- Zu packen, zu reißen, In den Abgrund zu geheißen, Dich nie empor zu reifen!
Denn das Meer ist eine Täuschung, Eine wundersame Verlockung, Es malt mit den Wellen Gedankliche Schellen.
Es wagt Worte zu winden, Dich an es zu binden, Deine Augen zu erblinden, Kein Licht zu finden.
Das Meer ist kalt. Das Meer ist hart. Das Meer ist einzig Eine herzlose Tat.
Und wenn der Sturm kommen mag, Schaufelt es einen stillen Sarg, Ein gefühlloses Leben, Ohne jegliches Streben.
Das Meer mag mal sanft gewesen sein – und das nicht nur zum Schein – Doch das Meer vermochte zu wählen, Sich gegen sein Schicksal zu lehnen.
Ach, wie schön wären sie gewesen! Tage am Meer, mit freudvollem Streben! In denen man sich im Wasser wärmt, Sich keiner Missetat schämt. Man hätte Lachen können, weinen. Hätte sich getröstet ohne zu leiden. Hätte die Sonne genossen. Sich nicht in Eifersucht ergossen.
Tage am Meer wären ein Traum, Der nun verschwindet im Schaum. Die Wellen ziehen zum anderen Ort, Hinterlassen einen eisigen Ford.
Dieser umgibt einen Leuchtturm, Wurde erbaut im furchtbaren Sturm, Kennt alle Gräueltaten, Die Dich im Meer erwarten.
Es ist ein eisiger Schutz, Mit gewaltigem Nutz. So umgibt er meine Glühwürmchen und mich, Die mir brachten, mein Licht.