Das Schokoei

Auf dem Tisch lag ein Schokoei.
Nun ist es nur noch Plauderei.
Der gold‘ne Müll die Platte ziert.
Das Süße ist pulverisiert.

Zwei Verdächtige sind gefunden.
Sie stehen in sich versunken.
Sie halten die Schultern verrenkt.
Wirken beinahe gekränkt!

„Wer war es?“, frage ich.

Doch keiner spricht.

Beide üben sich in Schweigen,
Lassen sich zu nichts treiben.
Lippen versiegelt, Kopf gesenkt,
Die Wahrheit zwischen ihnen ertränkt!

Verzweifelt tret‘ ich hinaus,
Schreie meine Sorgen raus!
Sammle mich genervt nochmal.
Höre ein Flüstern – so fahl!

Ein Plan wird ausgeheckt.
Ein Plan, der alles versteckt.
Ein Plan aus purem Respekt.
Ein Plan, der mich erschreckt …

So aß jeder ein halbes Ei,
So wünschen sie sich Gerechtigkeit herbei.
So soll keiner allein‘ büßen,
So waren beide verzaubert vom Süßen.

Einer will ihre Idee verantworten.
Einer übernimmt die gierigen Pfoten.

Perplex starre ich die Tür an –
Eingezogen vom Wortebann.
Diese Übeltäter – alle zwei –
Verstehen doch so allerlei.
Sie wünschen sich Frieden, Harmonie!
Und spielen die süßeste Symphonie.

B: Der verschollene Schlüssel

Es dauerte einige Minuten, bis Chemy sich wieder gefangen hatte. Erst hatte er zu schuldbewusst und ängstlich auf sie gewirkt, dann zu mürrisch und stürmisch. Aber erst als letzteres die Oberhand gewann, wusste sie mit ihm umzugehen.

Und so hatte sie ihn in eine kleine Sitzecke des Zimmers geführt. Eine, die fast genauso groß war, wie ihr altes Kinderzimmer. Generell war alles viel zu luxuriös für sie. Zu viel Platz. Zu viel glänzende Tür- und Schrankgriffe. Zu viele Veredelungen an Möbeln, Wänden und Decke!

„Hilf mir“, hauchte Lilith ihm entgegen, „Ich erinnere mich an drei verschiedene Leben. Aber ich sehe die Verbindungen nicht. Ich verstehe mich nicht. Ich … Bin ich verrückt?“

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M: Die Rückkehr II

Erleichterung machte sich in Angeline breit, als sie die Eierkuchen an die Gäste verteilte. Die Polizistin, ihre Mom und Marie waren der Einladung mitzuessen so bereitwillig nachgekommen, dass sie sich wohl nun eher darum sorgen musste, dass ihr Vater noch einen Eierkuchen abbekäme. Vor allem, da Tyler sein Essen geradezu weginhalierte, solange er sich nicht in die Mitte der Gespräche schob.

„Noch einen!“, forderte Tyler erneut mit seinem ausgestreckten Teller und sogleich entfloh Angeline ein Lachen.

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M: Die Rückkehr I

Angeline blieb unschlüssig vor ihrem Elternhaus stehen. Ihr Blick glitt über die verschlossenen Türen und Fenster. Dabei lauschte sie nach bekannten Stimmen. Nach einem Rufen aus dem Garten. Nach Tylers Lachen. Doch außer einem weit entfernten Bellen war nichts zu hören.

Nachdenklich zog sie ihren Hausschlüssel aus der Schultasche. Sie wusste nicht, ob ihre Mom sicherheitshalber die Schlösser ausgetauscht hatte. Sie hoffte nur inständig, dass sie notfalls immer noch den Ersatzschlüssel in der kleinen Box unter dem Küchenfenstersims finden würde. Sie wollte nicht zu lange vor dem Haus warten.

Nicht, solange sie ihr Versprechen noch nicht erfüllt hatte …

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K: Die Bürden eines Sohnes

Es kostete Tristen fast ein Jahr, ehe er sich wieder offen im Stützpunkt blicken lassen konnte. Freilich hätte er auch schon vorher durch die Gänge spazieren können, doch wollte er seine Tante LiJu und seinen Vater in dem Glauben lassen, dass er noch auf die Räucherstäbchen angewiesen war. Räucherstäbchen, die sie ihm regelmäßig aufs Zimmer schickten.

Räucherstäbchen, die er stets von LaNa entsorgen ließ, um bei Verstand zu bleiben.

„Die Namen sind heute eingegangen“, bemerkte seine Auxilius als er sein Mittag beendete, „Über Generälin LiJu, wohlbemerkt.“

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