K: Nur ein Traum II

„Du bist spät dran“, begrüßte er JM, als sie sich endlich ins Zimmer schlich.

Hockend wartete er bereits seit Stunden neben dem bewusstlosen Mann auf sie. Am liebsten hätte er den Trunkenbold raus gezerrt. Er wollte ihn weit weg von dem kleinen Mädchen wissen, welches ihm so sehr ans Herz gewachsen war!

Aber Oni war nicht stark. Er war noch nie stark gewesen. Selbst damals, als seine Vertraute ihn brauchte, als er sie vor der ganzen Welt verteidigen wollte und Zähne fletschend vor ihr stand, war er ihr nur ein Klotz am Bein gewesen.

„Ich hatte zu tun“, erwiderte die neu angekommene Frau ausweichend und schob sich an ihm vorbei.

Zwei rot leuchtende Augen tauchten neben ihr auf. Sie erschienen aus dem Nichts und blieben mitten in der Luft hängen. Zuerst bohrten sie sich in Oni, dann in den schlafenden Mann.

„Hast du ihn umgebracht?“

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ZHuF: Prolog – Schmerzende Realität

Einmal ab.

Einmal ran.

Einmal raus.

Einmal rein.

Linksherum.

Rechtsherum.

Weil ich‘s kann!

Leben sang. Sie sang mit wiedergefundener Neugier. Mit Aufregung. Mit solchem Lebenswillen, dass sie sich selbst beinahe nicht wiedererkennen konnte.

Lachend beugte sie sich näher an die andere heran. Sie beäugte ihren Schmerz. Ihre Verzweiflung. Die stummen Bitten einer Verstümmelten.

Für wozu sollte ihr Spielzeug sprechen können?

Für wozu sollte es laufen können?

Für wozu sollte es frei sein?

Sie schenkte ihrem Spielzeug neues Licht, neue Kräfte und schenkte ihm einen Augenblick der Genesung.

Dann ging es weiter.

Es lebte, um ihr zu dienen!

M: Prolog – Flucht I

Er rannte. Hechelnd versuchte er, mit seinem großen Bruder Schritt zu halten. Oder wurde er eher hinterhergezerrt? Er wusste nicht mehr, ob er aus eigener Kraft lief oder gezogen wurde. Ob das Adrenalin in seinem Körper echt war oder er schon zu den Toten gehörte und es nur noch nicht wusste …

Erneut konnte er sie hören. Die Schüsse am Ende des Flurs, die fluchenden Rufe, die erschrockenen Schreie, die wütenden Stimmen, vor denen sie flüchteten …

Und dann roch er es. Der beißende Gestank des Rauches, der an verbranntes Fleisch erinnerte. Geschmolzenes Plastik. Bittere Chemikalien … Es war der Geruch des Todes. Er versuchte, dem Jungen Tränen in die Augen zu treiben. Ihn innehalten zu lassen. Aber er wehrte sich.

Er würde sich immer wehren.

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