Obwohl Pans Schlaf traumlos verlaufen sollte, so suchte ihn dennoch eine Erinnerung heim. Eine, in der er ein totes Mädchen vor sich sah. Bacchus presste es an seine Brust. Er weinte um sie. Schüttelte ihren Körper. Rief immer wieder ihren Namen.
Selene.
Das war doch auch der Name des Mondes, oder? Pan hörte sich selbst spielen. Das Lied der Trauer. Ja. Das war ihm als erstes für Bacchus eingefallen. Er hatte damals nicht auf ihren Namen geachtet. Viel zu groß war sein Mitleid gewesen.
Einen Tag nach Marias und Elisabeths Auseinandersetzung, stand die ältere Schwester vor Julias Tür. Sie war in den Morgenstunden gekommen. In tiefster Dunkelheit und noch ehe das Haus erwachte. Nur sie und eine kleine Kerze, mit der sie ihren Weg beleuchtete.
Also durfte ich nicht die Beherrschung verlieren. Ich musste mein Gemüt zurückhalten. Keinen Zorn zulassen. Damit die Flamme ruhig blieb.
Lucifer atmete tief ein. Dann aus. Sachte rollte er seine Schultern nach hinten.
Noch immer konnte er die Wunde auf seinem Rücken spüren. Sie brannte. Jedoch war kein Gift dafür verantwortlich. Eher der Verrat, der ihn pochend verfolgte. Der ihn mit seinen Krallen in der Nacht heimsuchte. Der seine Messer nach ihm-
Wie hatte er ihr nur vertrauen können?!
„Und ihr seid heute Abend zurück?“, fragte der Junge gerade die Polizistin. Sue. Oder Lydia. Was wusste Lucifer schon. Sie war unwichtig. Der Bengel war unwich-
Nein.
Lucifer atmete nochmal durch.
Der Junge war nicht unwichtig. Er war Angelines Bruder. Er kümmerte sich um das Baby. Um seinen Neffen. Er blieb zurück, während der Rest auszog, um Michael zu retten. Dieser Junge gehörte zu seiner Familie. Er …
Die Sohlen durchgelaufen, Mit Masken zu Haufen War ich Nudeln kaufen, Nerven ersaufen.
Letztes-
Die Farben wurden fahl. Sie waren einst meine erste Wahl. Sie waren einst in kleiner Zahl. Sie sind nun ganz kahl.
Letztes Jahr-
Fühlst du dich eingesperrt, Wurdest du verstärkt Aufgeklärt – Nein. Belehrt?
Letztes Jahr ist-
Jeder gehört beschützt. Jeder gehört unterstützt. Jeder gehört gestützt. Sodass es allen nützt!
Letztes Jahr ist vorbei.
…
Aber nicht unser Kampf.
Herausforderungen wird es immer geben. Auch wenn wir nach keinen streben. Denn unser Leben Ist ein Segen. Wir müssen es pflegen. Nicht zur Ruhe legen Und eben gegen Jene reden Die mit Bestreben An Lügen kleben.
Letztes Jahr ist vorbei. Dieses Jahr sei – Bitte – Keine Hetzerei.
Minki wollte es verfluchen! Der Kater hatte dem Geschöpf von Anfang an nicht über den Weg getraut. Es hatte ihn seit jeher besorgt. Er war von dem Winzling so sehr schikaniert worden! Seine Ohren wurden gepeinigt. Seine Nase wurde ausgeräuchert. Sein Schwanz wurde massakriert!
Und endlich wusste er auch warum. Bei diesem Wesen handelte es sich um einen weiteren Zweibeiner. Einem ziemlich dummen Zweibeiner.
Der Kater sprang auf einen niedrigen eckigen Baum. Hier konnte ihn der Winzling nicht erreichen. Hier war er noch sicher vor diesen mickrigen Händen, die ständig nach ihm langten. Sicherlich würde die Frau seines Retters mit ihm schimpfen. Immerhin wusste er, dass er auf den eckigen Bäumen eigentlich nichts zu suchen hatte. Aber wenn Minki die Wahl zwischen ein paar bösen Worten und diesem winzigen Monster von einem Zweibeiner hatte, dann brauchte er nicht lange nachdenken.
Forschend glitten seine Augen über den Kasten, in dem das Wesen hing. Die zwei Beine des Geschöpfs strampelten wild umher, während das Gerüst des Kastens den Körper aufrecht hielt. Die Arme des Felllosen kamen kaum über die Gefängniszelle, in der es festhing. Dennoch streckte es sie fordernd nach dem Kater aus und gab dabei immer dieselben unklaren Laute von sich.