Timothy – Der Schatten der Rache

Es dauerte, Bernhard in das Gröbste einzuweihen. Nicht in alles. Das wäre zu fatal. Und dann könnte unser Vorgehen zu leicht auf Julie zurückfallen. Von daher berichtete sie ihrem neuen Gemahl zuerst von der ausgetauschten Dienerschaft. Sie gab an, dass die vorherigen Angestellten mehr Lohn bekommen hätten. Und dass nun im Osten des Anwesens Zimmer gesperrt waren. Etwas, was gewiss am Geldmangel lag, oder? Dennoch war das Anwesen selbst ein stattliches Sümmchen wert …

Zu jedem ihrer Worte nickte Bernhard eilig. Er konnte ja nicht ahnen, dass die totgeglaubte Elisabeth in den verstaubten Räumen versteckt wurde. Oder dass der Herr des Hauses ein Geizkragen war.

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Timothy – Wahre Worte

Ich beobachtete Julies schlafenden Körper. Wie sie einatmete. Wie sie ausatmete. Ein. Und aus. Ein. Und aus. Ein stetiger Rhythmus, an dem ich mich festklammerte. Damit ich bei Sinnen blieb. Damit ich nicht abschweifte. Damit-

Als Bernhard sich in den frühen Morgenstunden vorsichtig aus dem Bett schob, war ich bereit. Ich beobachtete, wie er an Julie herantrat. Wie er seine Ehefrau beobachtete. Wie er die Hand nach ihr ausstreckte. Wie er diese seufzend zurückzog. Wie er sich lieber einen Morgenmantel überwarf.

Dann schlich er sich aus dem Zimmer.

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B: Der verschollene Schlüssel

Es dauerte einige Minuten, bis Chemy sich wieder gefangen hatte. Erst hatte er zu schuldbewusst und ängstlich auf sie gewirkt, dann zu mürrisch und stürmisch. Aber erst als letzteres die Oberhand gewann, wusste sie mit ihm umzugehen.

Und so hatte sie ihn in eine kleine Sitzecke des Zimmers geführt. Eine, die fast genauso groß war, wie ihr altes Kinderzimmer. Generell war alles viel zu luxuriös für sie. Zu viel Platz. Zu viel glänzende Tür- und Schrankgriffe. Zu viele Veredelungen an Möbeln, Wänden und Decke!

„Hilf mir“, hauchte Lilith ihm entgegen, „Ich erinnere mich an drei verschiedene Leben. Aber ich sehe die Verbindungen nicht. Ich verstehe mich nicht. Ich … Bin ich verrückt?“

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B: Die Kirche der alten Schule I

„Ich muss morgen mit Shiloh in die Kirche“, eröffnete Lilith ihrem Vater, als sie ihn morgens in der Küche vorfand, „Kannst du uns hinbringen?“

„Morgen?“, er schaute kaum von seinen Papieren auf, „In welche?“

„In die der alten Schule“, erklärte sie, „Das ist die von Tinas Vater. Am See der Tränen. Ich habe gehört, dass sie wirklich schöne Buntfenster haben und eine gewaltige Statur im See-  Das möchte ich mir gerne ansehen und-“

„Nein.“

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B: Die stillen Worte I

Als die letzte Schulstunde endlich endete, hätte Lilith am liebsten aufgeseufzt. Zügig packte sie ihre Sachen ein und blickte in derselben Bewegung erneut zu Tina.

Das andere Mädchen schaute nur schwerfällig auf. Sie wirkte blass. Und angespannt. Als hätte die Glocke eher Pein als Erlösung gebracht.

„Ach ja. Wollte ich dir schon gestern sagen: Ich muss gleich noch meiner Mom mit ihrem Hochzeittaggeschenk helfen. Sie hat das Datum schon wieder verpeilt und muss alles bis heute Abend fertig haben, wenn Dad heimkommt“, bemerkte Shiloh, „Kommst du klar?“

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