Fujis Auferstehung

Manche Erinnerungen verblassen über Nacht – wie ein flüchtiger Traum, der sich in der Tür geirrt hatte. Andere vergehen mit der Zeit – wie ein Baum, der seine Äste schläfrig gen Himmel reckt. Am Ende sind sie alle nur wirre Schatten, die zwischen unendlich vielen Gedanken umherschwirren. Befangen flattern sie durch den Geist. Nehmen unklare Formen an. Erkennen das Déjà-vu. Lassen es im Winde vergehen. Schweben in Nostalgie, die sie nicht verstehen …

Das Leben ist zu kurz für eine solche Gedankenflut.

Die Wassertropfen schoben sich näher zusammen. Unruhig flogen sie durch die Atmosphäre – verzerrt von Wind und Wetter. Die kleine Wolke hatte sich erst vor Kurzem gebildet und wäre seitdem schon mehrere Male beinahe von größeren verschluckt worden! Unwillkürlich traf sie stattdessen auf eine kleinere und verschmolz mit dieser.

Es krachte.

Gewaltig ragte eine finstere Wolke neben ihr auf und strich wortlos an ihr vorbei. Zwischen ihnen prickelte die Luft. Die Atmosphäre versuchte, Nieser aus ihnen zu kitzeln. Der Wind juckte. Die Sonne versteckte sich hinter einem Schleier von grauen, dunklen Massen.

Das Bild von einem freudigen Feuerball schoss durch den Kopf der kleinen Wolke.

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Minki und die warmen Tage III

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Minki hatte einen ganzen Tag gewartet, ehe er sein Versteck verlassen hatte. Von da an war er vorsichtiger geworden. Er vermied es nun, anderen Flatterviechern zu begegnen. Er sah stets zum Himmel auf. Bedachte ihn argwöhnisch. Peilte immer erst die Lage ab.

Obwohl er die Gärten und Natur wieder zu genießen gelernt hatte, so wollte er nie wieder der Gejagte sein. Es war eine Erfahrung, die er nicht wiederholen musste. Stattdessen wollte er dieses Paradies mit all seinen Wundern genießen. Er wollte im Schatten der Bäume schnurren. Er wollte sich in der Sonne aalen. Er wollte frei sein!

Frei von seinen Ängsten.

Frei von den Zweibeinern.

Frei in der Idylle, die ihn so bereitwillig empfing!

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