Timothy – Marias Untergang

Um bei Verstand zu bleiben und auf keinen Fall die Zeit zu vergessen, schlüpfte ich in den Körper eines Pferdes, das Marias Kutsche zur Kirche zog. Es war eigenartig, mich plötzlich mit vier Füßen fortzubewegen. Zumal ich sonst ja nicht einmal einen hatte. Auch spürte ich, wie das Pferd mich nicht in seinem Kopf haben wollte. Doch unterdrückte ich seine Seele. Ich machte mich breit. Lenkte den Körper weiter. Ließ erst am Ziel von ihm ab.

Am Ziel, wo das Pferd erschöpft umfiel. Wo es zitterte. Wo die Menschen davon sprachen, dass es wie besessen wirkte. Dass es nicht normal wäre!

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Märchenstunde: Die Geburt der Meernixen

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da lebte ein König auf seiner Insel. Dieser König hatte sieben Söhne, aber nur eine Tochter, welche jede Krankheit magisch anzog. Stets wurde sie von Husten oder Fieber geplagt, sodass sich der König immerzu um sie sorgte. Und so kam es, dass er seine Söhne vernachlässigte, die sich bald darauf alle als alleinige Erben sahen.

Jeder wollte nach dem Tod ihres Vaters das Reich regieren. Denn jeder sah sich selbst als perfekten Nachfolger an. So war der erste sehr geschickt in der Buchführung, der zweite hatte die Kunst der Diplomatie mit dem Festland erlernt, der dritte war in der Schiffsfahrt und der Meereskunde bewandert, der vierte wusste jede Nahrung herzustellen oder gar anzubauen, der fünfte war ein Gelehrter des Tempels, der mit Auszeichnungen überhäuft wurde, der sechste wusste jedes Tier zu besänftigen und für seine Zwecke zu gewinnen, der siebte lenkte die Stimme des Volkes mit seinem Gesang.

Wie konnten die Gaben der anderen Brüder wichtiger als die eigene sein? Geschweige denn für eine kränkliche Schwester ignoriert werden?

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Fujis zweite Sabine

„Du … Du kannst ja sprechen“, verdattert starrte Fuji auf den Mond.

„Natürlich“, antwortete der Stein erneut mit Sabines Stimme, „Du doch auch.“

„Ja, aber …“, Fuji sah sich hilfesuchend um – aber außer dem Mond und den entfernten bunten Lichtern, war niemand zu sehen, „Du bist ein Stein!“

„Und du eine Wolke“, erwiderte der Mond gelassen.

„Aber du hast sonst auch nicht gesprochen. Du hast noch nie gesprochen!“

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