M: Der erste Myles IV

David Kleid war Arzt. Ein Allgemeinarzt mit eigener Praxis, die er nur dreimal die Woche für ein paar Stunden führen konnte. Für mehr hatte er keine Zeit. Selbst diese Öffnungszeiten konnte er ja teilweise kaum wahrnehmen. So bekam er manchmal mittendrin überraschenden Besuch, der seine sofortige Anwesenheit verlangte.

Besuch wie jener, der auch nun in seinen Untersuchungsraum polterte, während er die Lunge einer alten Dame abhorchte.

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M: Der erste Myles III

Radius schluckte ihren Frust herunter, als sie sich der Halle näherte. In einer fließenden Bewegung schlüpfte sie aus den Ärmeln ihrer Jacke und band sie sich um die Hüfte. Gleich würde ihr schon warm werden. Und sie hatte keine Lust, dass der Stoff wieder an ihrer Haut klebte …

Mit festen Schlägen klopfte sie gegen die Tür. Sie wartete, bis Schritte auf der anderen Seite ertönten. Bis diese stoppten. Bis Schlüssel ratterten.

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M: Der erste Myles II

Mortes harrte fast drei Stunden in der Dunkelheit aus, ehe die ersten Geräusche erklangen. Ein Schaben. Ein Kratzen. Dann stille Schritte.

Angespannt wartete er, bis er die andere nur noch wenige Meter von sich entfernt glaubte. Erst dann knipste er sein Feuerzeug an und präsentierte dabei seine – bis auf die mickrige Lichtquelle – leeren Hände.

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M: Der erste Myles I

„Guten Abend. Lisa von der Meric’s Heaven“, stellte sie sich vor, „Hätten Sie einen Moment Zeit für mich?“, Cherry setzte ihr bestes Lächeln auf. Sie präsentierte ihren Reporterausweis. Deckte dabei gekonnt ihren Nachnamen ab, um nicht zu viel Preis zu geben. Vorname und Gesicht reichten den meisten eh, sobald sie das Logo der Zeitungsahen.

Dominik Daques betrachtete sie abschätzend. Er war groß. Wirkte mürrisch. War laut Mona ein neuer Drogenlieferant, der Gemmas Position einnehmen wollte. Deswegen sollte Cherry seinen Schwachpunkt herausfinden. Sie brauchte Informationen über ihn. Irgendetwas, was Mortes seinen nächsten Auftrag erleichtern würde, damit dieser seinen nächsten Einsatz überlebte.

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M: Von Verrätern bedrängt

„Das ist alles, was ich im Stadtarchiv zu den Tunneln finden konnte“, erklärte sie Mom Mona bei der Übergabe, „Den Rest hält die Stadtverwaltung unter Verschluss.“

„Hm, das ist mehr als erwartet. Du bist ein Schatz, Cherry“, murmelte die Frau, als sie die Papiere durchging, „Ich lasse Georgie die Zugänge am Hafen morgen nochmal prüfen. Gemma will, dass die Übergabe am Mittag so reibungslos wie möglich abläuft.“

„Übervorsichtig wie eh und je“, Lisa zuckte mit den Schultern. Sie war fertig mit ihrem Teil. Damit sollte sie bis Mittwoch Ruhe haben. Wenn nichts dazwischen kam, weil wieder neue Lacks vermutet werden würden.

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