B: Zwischen Traum und Erinnerung

„Du und Oli?“, hinterfragte ihr Vater zum vierten Mal.

Mittlerweile nickte Liane nur noch still, während sie sich ein Stück Gurke in den Mund steckte. Es war sinnlos, die Wahrheit zu leugnen. Immerhin hatte ihr Vater gesehen, wie Oliver sie nach Hause gebracht hatte. Ungeduldig hatte er auf sie gewartet. Er hatte sie erwartet gehabt. Sie. Nicht ihre Begleitung. Nicht den Kuss.

Dabei hatte letzteres sie ebenso überrumpelt.

„Hatte er dir …?“, unschlüssig wedelte ihr Vater mit den Armen umher und warf dabei fast seinen Teller vom Tisch. Er hatte sein Abendessen noch nicht angerührt. Stattdessen kämpfte er mit jedem zweiten Satz.

Angespannt hielt sie diesmal inne: „Was meinst du?“

„Deine Freundin. Die neulich hier war. Shiwo? Shino?“

„Shiloh“, korrigierte das Mädchen vorsichtig.

„Genau! Sie sprach von Liebeskummer und-“

„Nein“, abrupt stand Liane auf, „Lass es. Das ist … Das ist meine Sache, in Ordnung? Ich mache das allein.“

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K: Ein Teller voll Traditionen

„Du musst mit ihr reden!“, verlangte Casper, noch ehe er in der Küche preschte.

„Warum diesmal?“, fragte Janice, während sie die letzten Zutaten in den Tomatensalat warf.

„Deine Schwester hat schon wieder Essen auf die Terrasse gestellt! Das lockt wilde Tiere an!“, aufgebracht trommelte ihr Mann auf dem Tisch herum.

„Es ist Tradition, dass-“

„Tradition dies, Tradition das. Das ist doch alles nur Unfug!“

Janice sah auf. In diese harten Augen, die eh alles nur für dummen Aberglauben abtun würden. Er würde ihr nicht zuhören. Nicht hierbei. Dafür war er zu stur. Genauso wie ihr Vater einst.

Genauso wie ihre Nichte nun …

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