Veröffentlichung von Kriegsheim: Nagende Schuldgefühle sowie Buchtrailer

Mit einiger Verspätung (mal wieder) möchte ich die Veröffentlichung meines zweiten Kriegsheimbandes mit Euch feiern! C:

©Medra Yawa

Auch diesmal ist auf dem Cover eine Tür abgebildet. Da Alice jedoch nicht so verschlossen wie Valerie aus dem ersten Band ist, kann man hier sogar ihre Umrisse erahnen. Dabei ist sie von ihren Erinnerungen noch so aufgewühlt, dass sich der Nebel kaum lichtet.

Denn das Wort »Monster« will ihr nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Buchtrailer

Passend zu meinen Kriegsheimbüchern gibt es diesmal auch je einen Buchtrailer! Mein Mann hat mich mit den beiden Videos überrascht und ich bin immer noch mega begeistert. C:

Aber schaut selbst!

Buchtrailer zu Kriegsheim: Die verdrängte Verantwortung, ©Sebastian Flick
Buchtrailer zu Kriegsheim: Nagende Schuldgefühle, ©Sebastian Flick

Medra

Märchenstunde: Das Spiel der Flöte I

Bacchus holte erneut mit seiner Sense aus. Pausenlos hieb er damit auf die Ähren ein. Es war die ermüdende Schufterei, mit der er sich das tägliche Brot sicherte. Immerhin war er einer der unzähligen umherreisenden Bauern. Gemeinsam zogen sie von Feld zu Feld, um ihr Dasein zu fristen. Keiner von ihnen besaß eine sorgenfreie Zukunft, ein eigenes Haus oder gar ein paar Schuhe.

Ihre Zukunft gehörte den ländlichen Bauern.

Hinter ihm sackte eine Frau zusammen. Niemand ging zu ihr. Niemand unterbrach sein Handwerk, um gar nach ihr zu sehen. Sie hantierten lieber weiter. Selbst er.

Wer nicht arbeitete, würde keinen Lohn bekommen.

Erst als die Sonne unterging und Bacchus sein Brot erhalten hatte, schaute er nach der Zusammengebrochenen. Sie hatte sich an den Rand des Feldes gekämpft. Zitternd saß sie dort – die geschlossenen Augen dem Himmel zugewandt.

Das tat Selene immer, wenn es ihr nicht gut ging.

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K2: Prolog – Die Ankunft

© Medra Yawa

Fiona Katja stürzte zitternd auf den Waldboden. Obwohl sich ihr Desson an sie schmiegte, ließ der Druck nicht von ihr ab. Das Ungleichgewicht ihrer Chakren zerriss ihre Seelen. Dabei spürte sie sonst den Sog ihrer Magie kaum! Aber nun? Es war ja nicht nur ihr Sahasrarachakra, das verrückt spielte. Viel eher fühlte es sich an, als würde der Kern ihres Seins zerrissen und neu zusammengesetzt werden. Als würde er hierhin gehören-

-und gleichzeitig fort müssen.

Angst strömte aus Katja heraus. Angst, die Fiona zu verdrängen versuchte, um eine Art Balance zu finden.

Stattdessen huschte ein stummer Schrei über ihre Lippen. Weißer Nebel entstieg ihrem Mund. Sie selbst mochte die Farbe. Ihre andere Seele nicht. Katja hatte sie seit jeher verabscheut. Weiß wäre zu rein für eine Welt, die von Leid und Schmerzen geprägt wurde!

»Langsam«, meldete sich jemand plötzlich.

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Im Blütenmeer

Genießend in der warmen Brise,
Sitze ich auf einer grünen Wiese.
Über mir aber nicht nur grün.
Nein, grün, weiß und pink –
Seht nur flink!
Seht ihr es blüh’n?

Der Wind umspielt,
Die Blüten so lieb,
Er säuselt und zieht,
Er ist ein Dieb!

Ein Dieb, der die Farben verweht,
Der sie als Regen hinabfegt!
Ein Regen aus Schönheit,
Ein Regen der Sanftheit.
Ein Regen der Verlogenheit?

Blütenblätter, Blumen, Knospen –
Einst sind sie an Ästen gesprossen,
Nun am Boden ergossen
Oder eher vergossen?

Der Dieb gibt sich herzlich.
Der Dieb gibt sich lieblich.
Doch ändert er sich?

Er tanzt durch die Blätter,
Verzaubert das Wetter,
Spielt Lieder über das Leben,
Predigt das Geben.
Ich hör ihn nur reden!

Ich blicke mich um,
Verzweifle stumm.

Um uns ist ein Meer aus purer Schönheit.
Um uns ist eine Spur Vergänglichkeit.
Um uns sind diese sanften Farben.
Die just hier starben.

B: Reingelegt? II

Mr. Michels war ein genervter, aber effizienter Lehrer, der selten seine Geduld präsentierte. Er forderte Shiloh als erstes auf, ihre Tasche auszuhändigen, doch schob Liane ihre dazwischen.

Sicher ignorierte sie den besorgten Blick ihrer Freundin. Was man auch finden würde, würde eben gefunden werden. Es hinauszuzögern brachte nichts.

Griesgrämig öffnete der Lehrer ihre Schultasche. Seine Augen verengten sich. Er schloss die Tasche wieder. Knurrte.

„Dann darfst du Miss Lavendel gleich einmal begleiten, Liane“, bemerkte er.

„Dürfte ich erst erfahren, weswegen?“

Verärgert schüttelte er den Kopf: „Weswegen?“

„Ja“, sie umklammerte ihrem Talisman fester, „Ich möchte-“

„Ach, nun hör schon auf und geh einfach mit! Wir haben keine Zeit für deinen Mist!“, rief Betty von hinten.

Shiloh fauchte etwas zurück. Jemand lachte.

Liane wandte ihren Blick nicht von dem Lehrer ab.

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