B: Aus der Ferne

Chem Wak beobachtete wie Lilith aus dem Fenster sah. Ihr Gesicht erschien ihm etwas blass. Aber vielleicht lag das auch am Schnee, der zwischen ihnen vom Himmel fiel. Durch das Weiß konnte man kaum etwas erkennen und-

Sie wirkte so abwesend. Verschlafen. Übermüdet.

Es war seine Schuld.

„Wie ich’s auch mache, ich mach’s verkehrt, oder?“, murmelte er still. Er dachte an seinen besten Freund zurück. An dessen Gesicht. An die Wut in dessen Augen, als er den Mörder seiner Schwester fand.

„Haben Sie etwas gesagt, Mr. Belial?“, fragte sein Fahrer.

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B: Weihnachtsmorgen

Bibbernd erwachte Liane in ihrem persönlichen Eisschrank. Seit jeher wollten die Heizungen nicht richtig warm werden und so hatten sie sich Alternativen überlegen müssen. Mit der Hilfe ihres Vaters hatte sie die meisten Fenster verhangen sowie Tücher in die Ritzen des gesplitterten Holzrahmens gestopft. Jedoch halfen alle Vorkehrungen nur bedingt und so sahen die Maßnahmen es eher als ihre Aufgabe, die Luft mit einer unangenehmen Schwüle zu sättigen.

Das Mädchen rollte sich schaudernd hin und her. Der Schlafsack hielt sie dabei von allen Seiten schön warm. Ihr Dad hatte ihn nach der Explosion ihres alten Hauses von einem Freund geschenkt bekommen, der gerne in die Berge campen fuhr und Liane hatte noch nichts dankbarer angenommen. Dieser Schlafsack war ihr persönlicher Lebensretter!

Müde sah Liane auf den Wecker. Das flackernde Licht der Laterne fand seinen Weg nur mühselig durch die Vorhänge in ihr Zimmer. Allerdings reichte es, um die ungefähre Position der Zeiger auszumachen.

Irgendetwas mit sechs Uhr.

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