M: Leerer Paketdienst I

Raptioville wirkte auf Lucifer so unscheinbar. Es überraschte ihn, dass dieser Ort eine Kleinstadt sein sollte. Er war so mickrig. So … leer? Aber vielleicht lag das auch nur an Merichaven. Neben dieser Großstadt wirkte bestimmt jedes größere Kaff winzig.

„Das ist es“, er deutete auf ein Einfamilienhaus inmitten dutzend anderer.

Denn laut der Stadtverwaltung lebten hier die einzigen Stroms des Ortes.

„Meinetwegen“, murrte Kim und schnappte sich das leere Paket. Dennoch fuhr Lucifer noch weiter, um sicherheitshalber eine Querstraße entfernt zu parken.

Er wollte nicht, dass Angeline seinen Wagen erkannte.

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M: Die Rückkehr II

Erleichterung machte sich in Angeline breit, als sie die Eierkuchen an die Gäste verteilte. Die Polizistin, ihre Mom und Marie waren der Einladung mitzuessen so bereitwillig nachgekommen, dass sie sich wohl nun eher darum sorgen musste, dass ihr Vater noch einen Eierkuchen abbekäme. Vor allem, da Tyler sein Essen geradezu weginhalierte, solange er sich nicht in die Mitte der Gespräche schob.

„Noch einen!“, forderte Tyler erneut mit seinem ausgestreckten Teller und sogleich entfloh Angeline ein Lachen.

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B: Die Kirche der alten Schule I

„Ich muss morgen mit Shiloh in die Kirche“, eröffnete Lilith ihrem Vater, als sie ihn morgens in der Küche vorfand, „Kannst du uns hinbringen?“

„Morgen?“, er schaute kaum von seinen Papieren auf, „In welche?“

„In die der alten Schule“, erklärte sie, „Das ist die von Tinas Vater. Am See der Tränen. Ich habe gehört, dass sie wirklich schöne Buntfenster haben und eine gewaltige Statur im See-  Das möchte ich mir gerne ansehen und-“

„Nein.“

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Timothy – Der Schatten der Wahrheit

Es dauerte mehrere Stunden, ehe Maria sich von Julie verabschiedete. Viel zu lange wollte sie bei ihrer Freundin ausharren und sich um diese kümmern. Dennoch stand Julie sofort aus ihrem Bett auf, sobald ihre Freundin sie endlich verließ.

Erschrocken wirbelte ich um Julie herum. Auch ich war der Meinung, dass sie sich ausruhen sollte! Ich wusste nicht, ob ich sie verletzt hatte. Immerhin war es das erste Mal gewesen, dass ich in einem anderen Menschen gesteckt hatte.

Dass ich für diesen gesprochen hatte …

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M: Die Rückkehr I

Angeline blieb unschlüssig vor ihrem Elternhaus stehen. Ihr Blick glitt über die verschlossenen Türen und Fenster. Dabei lauschte sie nach bekannten Stimmen. Nach einem Rufen aus dem Garten. Nach Tylers Lachen. Doch außer einem weit entfernten Bellen war nichts zu hören.

Nachdenklich zog sie ihren Hausschlüssel aus der Schultasche. Sie wusste nicht, ob ihre Mom sicherheitshalber die Schlösser ausgetauscht hatte. Sie hoffte nur inständig, dass sie notfalls immer noch den Ersatzschlüssel in der kleinen Box unter dem Küchenfenstersims finden würde. Sie wollte nicht zu lange vor dem Haus warten.

Nicht, solange sie ihr Versprechen noch nicht erfüllt hatte …

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