M: Lampenfieber

„Das schaffst du, Mary“, ermutigte Kelp seine kleine Schwester sanft, doch schien das Mädchen nur weiter in sich zusammenzusacken.

„Ich möchte nicht … Bitte“, sie presste die Beine gegen ihren Oberkörper. Ihr ganzer Körper bebte. Sie schluchzte. Sie war nicht mehr als ein verknoteter Schatten in der Ecke ihres dunklen Zimmers.

Unschlüssig blickte Kelp zur Tür zurück. Bestimmt wurden sie auf der Party bereits vermisst. Immerhin sollten sie dort die Weihnachtslieder für die Erwachsenen trällern. Na ja. Er wäre dabei nur das lästige Übel. Wichtig war einzig Mary. Denn ihre Stimme war es, die jedes Mal in höchsten Tönen gepriesen wurde.

„Wenn wir nicht bald runter gehen, wird Vater sauer werden“, flüsterte er zu ihr herab, „Und Mutter wird uns wieder bestrafen. Bitte. Lass es uns einfach durchziehen, ja? Genauso wie die letzten Male. Da hast du es ja auch geschafft!“

Schwach schüttelte seine jüngere Schwester ihre blonden Haare umher.

Eine Träne landete auf seinem Handrücken.

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M: Schrei dich in Sicherheit

Der Mann lief den dunklen Flur entlang. Sein Zeigefinger glitt lautlos über die Klinge eines Messers. Ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht.

Nebenan zog sich das Mädchen aus. Sie ließ Wasser in eine große Badewanne laufen. Sie summte.

Der Mann öffnete die Tür einen Spalt. Er hob die Klinge, grinste, seine Augen strahlten wie die eines Wahnsinnigen. Er-

Philip schrie panisch auf und versteckte sich hinter dem Sofakissen. Sein Papa lachte unbeholfen. Sein Dad fluchte. Kurz darauf verstummte der Film.
Die Deckenlampe erstrahlte und kitzelte den Jungen mit ihrem sanften Licht.

Dennoch zuckte er zusammen, als sich eine Hand auf seinen Rücken legte.

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