Einsamkeit

Hörst du das?

Diese Stille?

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Verlassen, allein,

Gebrochener Wille?

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Mir ist nicht kalt,

Mir ist nicht warm.

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Dennoch hält mich

Keiner im Arm.

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Das Herz wird

Zerdrückt,

Fortgerückt,

Verrückt?

Verrückt von der Einsamkeit?

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Verrückt von dem,

Was keinen befreit.

Was keinem-

-hilft.

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Einsamkeit:

Ruhestunde.

Klaffende Wunde?

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Ist’s doch still,

Weil auch ich

Schweig.

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Ist’s nicht mein Will,

Fehlt mir der

Zweig?

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Nein.

Nicht ein Ast.

Mir fehlt ein Mast.

Ein Mast des Vertrauens?

Einer, der mich hält?

Einer, der mich schellt?

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Einer, der mich beschützt.

Einer, der mein Innerstes

Beglückt.

Mit seinem Lächeln.

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Deswegen fehlt der Ton.

Deswegen fehlt die Musik.

Deswegen fehlt der Rhythmus.

Ein sanftes Wiegenlied.

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Es fehlt und ich schrei!

Ich schrei mir Hilfe herbei!

Ich suche die Arme!

Ich suche den Weg-

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Den Weg aus der stillen

Einsamkeit.

M: Zu viel des Guten

„Bitte hört auf zu schreien!“, bat sie die Zwillinge erschöpft.

Nur blieben die beiden Mädchen unbeeindruckt von Janes Verzweiflung.

„Soll ich-“

„Du hast Sophie beim letzten Mal beinahe Kuhmilch gegeben, also nein!“, herrschte sie ihren Mann an, „Marsch, zu deinem neuen Job. Du machst mir sonst nur noch mehr Arbeit!“

Mit eingezogenem Kopf hetzte ihr Mann durch das Apartment, das sie sich in Centy gemietet hatten. Ein kleines, überschaubares Ding deren Miete sie sich geradeso von seinem Gehalt leisten konnten. Janes ganzes Leben hatte sich in eine stressige Nullrechnung verwandelt, die vor zwei Wochen nur noch schlimmer geworden war, als ihre Töchter auf die Welt kamen.

Wer hätte geahnt, dass Babys so viele Windeln verbrauchten?

„Es kam übrigens wieder Post für dich“, bemerkte Danni, ehe ihr wütender Blick ihn endgültig aus der Wohnung vertrieb.

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