Fujis Entschluss

„Danke“, flüsterte er Alpe zu, als Sabine langsam über den Horizont schielte und die Lichter verblassen ließ.

Er würde den nächtlichen Anblick nie vergessen.

„Nicht dafür“, belustigt wandte sich die andere Wolke ab und wollte bereits weiter fliegen.

„Doch! Nach den Sternen … und nach Sabine … Mir war gar nicht bewusst gewesen, wie einsam ich mir vorgekommen war. Es hatte sich so angefühlt, als wäre die ganze Welt gegen mich gewesen. Aber nun …“

Fuji stockte. Er hatte in der Nacht den wahren Grund verstanden. Er wusste nun, warum er sich nicht ergossen hatte. Ein Teil von ihm war zu verletzt gewesen. Er wollte nicht, dass die Welt unter ihm prachtvoll gedeihen könnte, während er Schmerzen litt.

Er war so egoistisch gewesen.

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M: Kollateralschaden

Erschrocken schnappte Matt nach Luft, als die kleine Flamme am Herd wirklich aufloderte. Er hätte sie eigentlich erwarten müssen. Sie hatten hier ja einen Gasherd und das leuchtende Feuerchen erschien jedes Mal, wenn seine Mutter kochte. Nur …

Seine Mutter schlief noch selig nebenan.

„Meinst du, das muss noch doller?“, fragte sein Bruder leise und drehte unruhig am Knauf herum.

„Hm … Je heißer es ist, desto schneller müsste das Essen fertig sein und desto früher können wir Mama wecken, oder?“, gab Matt zu bedenken.

Das schien Lucas zu überzeugen. Sicher drehte er den Knauf auf die höchste Stufe und warf Eier und Speck in die Pfanne.

„Du machst dafür Kaffee“, flüsterte der Ältere.

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Minki und das Glöckchen III

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Kläglich mauzend zu den fremden Zweibeinern gehen?

Erfolglos.

An der großen Schere schmieren und gepeinigt aufschreien?

Keine Chance.

Sich wie ein sterbender Schwan auf den Boden werfen, verzweifelt jaulen, am Halsband kratzen und erschöpft zusammensacken?

Zumindest sahen die Felllosen nun zu ihm herüber und sprachen leise miteinander.

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Fujis Seelenverwandte

Fuji fühlte sich verlorener denn je. Früher hatte er wenigstens auf die Sterne vertrauen können. Aber seitdem er sich mit ihnen zerstritten hatte, um der Sonne zu helfen …

Und nun wollte Sabine seine Hilfe nicht einmal …

Die Wolke sackte in sich zusammen.

Hatte er dem Himmelskörper wirklich nur helfen wollen, um sich selber gut zu fühlen? Nein! Oder doch? Machten andere das so? Halfen sie einzig, um im Anschluss den Dank einzuhamstern?

Eine dunkle Erinnerung kämpfte sich in ihm hoch.

„Wir leben um zu sterben“, murmelte er vor sich hin.

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Fujis zerbrochenes Versprechen

Die Wolke starrte zu der Mond-Sabine hinauf. Etwas in ihm schmerzte. Es pochte. Bebte.

Verletzt zog er sich zusammen.

„Ich … Ich kann doch nicht … Sabine … Sie-“

„Sabine wird alle umbringen, wenn du weiterhin Zeit mit ihr verbringst. Lass es bitte sein.“

Hastig wich Fuji zurück.

Zurück von der bekannten Stimme, die doch nicht von seiner Sonne erklang!

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