David Kleid war Arzt. Ein Allgemeinarzt mit eigener Praxis, die er nur dreimal die Woche für ein paar Stunden führen konnte. Für mehr hatte er keine Zeit. Selbst diese Öffnungszeiten konnte er ja teilweise kaum wahrnehmen. So bekam er manchmal mittendrin überraschenden Besuch, der seine sofortige Anwesenheit verlangte.
Besuch wie jener, der auch nun in seinen Untersuchungsraum polterte, während er die Lunge einer alten Dame abhorchte.
Müde setzte Tarek John sein Siegel unter die letzten Papiere, ehe er diese mit einem mürrischen „für die Konzilmitglieder“ RT zuschob. Zu vieles hatte in den Abteilungen angepasst werden müssen, um ihren Frieden zu stärken. Und viel zu viele würden sich nun durch die neuen Richtlinien und Bestimmungen bedroht sehen.
Vor allem jene, deren Kinder oder Nachfolger an dem neuen Waisenhausprojekt teilnehmen mussten.
Scute verließ das Dorf inmitten der Dunkelheit. So gefiel es ihm am besten. So musste er die wenigsten Fragen beantworten und musste sich fast nie mit den Einheimischen streiten, um einen ruhigen Schlafplatz zu ergattern. Auch die Dunkelheit machte ihn kaum zu schaffen. Die weiße Schlange lenkte eh seine Schritte, wenn sie von ihrem Ziel überzeugt war.
Und das derzeitige Ziel war ihr wichtiger als alles andere.
Erschöpft kam Maggie wieder im Stützpunkt an. Sie grüßte die Macian stumm. Sah zu, wie die Wachen das Fahrzeug kontrollierten. Wartete, bis SveA sie in ihre Räume zurückgeleitete. Bis Yuki von ihren Schultern sprang und sich auf der Sofalehne ausstreckte.
Sobald die Tür hinter ihr ins Schloss fiel, nahm sie die Hand von ihrer Narbe. Maggie hatte unterwegs bereits das Kribbeln bemerkt. Es hatte sie überrascht, dass TJ sich erst gemeldet hatte, nachdem sie das Gruselhaus verließ. Und nicht schon vorher, als sie noch mit SR und Jessi gesprochen hatte.
Einsam und verloren, Im Inneren erfroren, Nach Außen ein Lächeln, Ich darf ja nicht schwächeln.
Erschöpft, ohne Kraft, Während ein jeder lacht, Während jeder sich freut, Fühl‘ ich mich wie betäubt.
Die Steine liegen- Nein! Sie fliegen, Mir mitten ins Gesicht, Doch Schmerz spür‘ ich nicht …
Wer spürt schon die Tropfen im Meer, Wenn das Wasser drückt so schwer? Beim Ertrinken wird es nicht vermessen, Man wird stattdessen am Boden vergessen …
Am Boden unter so viel Nass, Wird meine Haut ganz blass, Während ich mich verlass …
Ein Lächeln nach oben Vom untersten Boden An jene mit ihren Sorgen, An jene mit einem Morgen …
An jene, die mich hochziehen?
Die Hände sie reichen, Sie sind mir ein Zeichen, Sie wollen nicht weichen, Lassen mich nicht erbleichen!
Sie zerren mich an die Luft, Zerren mich aus der nassen Gruft, Sie zerren mich zurück ins Leben, Das ich beinah hätt‘ vergeben