Elf Punkt, Elf Punkt

Elf, Punkt,
Elf, Punkt.

Gerunzelte Stirn, 
Angestrengtes Hirn, 
Angeknabberte Finger,
Beine wie ein Springer.

Ich weiß nicht,
Was die Zeichen soll’n.
Ich weiß nicht,
Was sie von mir woll’n.

Da frag ich mich zurecht: 
Sind die Punkte echt?
Sind die Einsen recht?

Vier Linien –
Von oben nach unten,
Bemalt mit bunten:

Lilien, 
Fuchsien,
Zinnien,
Lobelien.

Dazwischen getunkte,
Disjunkte,
Samenpunkte:

Akazie
Und Pinie.

Doch was soll es mir sagen?
Warum kann es so an mir nagen? 

Dieses Blumengesteck,
Dient gewiss einem Zweck!
Bloß habe ich ihn noch nicht entdeckt …
Oder ist er zu gut versteckt?

Ich muss es wagen!
Da seit Tagen
Mich die Fragen
Plagen –
Oder jagen?

Lächelnd kommst du rein und nickst. 
Nun fühle ich mich ausgetrickst. 
Wie du mir eine Botschaft schickst –
Mit einem einzigen Blick. 

Verständnis erblüht in mir, 
Lässt mich lachen mit dir. 
Wir kuscheln uns gemeinsam ein.
Lassen keine Kälte herein!

So war es doch vor vielen Jahren geschehen. 
Wir hatten uns erstmalig wahrhaftig gesehen. 

Danke für Dich.

Mit Fantasie

Sieh nur, sieh!
Das errätst du nie!
Mit Fantasie
Erblickst du sie,
Die gesamte Galaxie!

Blau und Weiß sind ihre Farben,
Doch wollen sie’s bunter haben.

Rot und Rosa, Gelb, Orange-
Eine wahre Melange
Oder Revanche?

Eine Revanche an Ältere,
Die einst emporblickten,
Wunder abnickten,
Diese wegschickten,
Ihre Jugend abknickten.

Sie konnten die Bilder nicht mehr seh‘n,
Sie konnten die Märchen nicht versteh’n.

Stattdessen wurde der Blick gesenkt.
Die Arbeit hat sie seither beschenkt.
Die Bildung hat sie fortgelenkt.

Fantasie wollte keiner mehr haben.
Keiner wollte sich an Wundern laben.

Damit wurde der Himmel dunkel
Und man sah nachts nicht einen Funkel.
Der Mond verbarg sich im schwarzen Teer –
Wolkenbehangen wirkte es leer.

Eine Revanche an Ältere?
Aber doch auch an Jüngere!
Jüngere, die zu früh erblinden,
Die ihren Weg nicht finden,
Die die Tradition nicht überwinden,
Die sich stattdessen abschinden,
Und sich im Teufelskreis befinden.

Denn nur mit Fantasie,
Erblickst du sie:
Die einzigartige Galaxie.
Geschichten voller Magie.
Farben mit Melodie.
Welch Philosophie!

Oder gar Ironie?

Das eigene Ich

Das eigene Ich
Verliere sich.

Der Eine wolle dies.
Der Andere wolle das.
Ein Jeder will alles.
Doch keiner will – was?

Sich zwischen den Leuten verlieren?
Einzig für fremde Geschmäcker musizieren?
Die eigene Seele vergessen?
Sich mit fremden Worten erpressen?

Das eigene Ich
Verliere sich.

Denn das Leben fordert
Keine persönliche Note,
Für die täglichen Brote.

Das Leben fordert
Zusammenhalt

Auf Kosten von
Rückhalt.

Das eigene Ich
Verliere sich.

Also verbiege dich für den Einen,
Entschuldige dich beim Anderen,
Verstecke dich vor Jedem,
Werd‘ selbst zum Fremdem.

Moment.

Halt.

Stopp!

Wer ist dieses leere Gesicht,
Das zu mir aus dem Spiegel spricht?
Dieses gebrochene Lächeln,
Dessen Züge schwächeln,
Hat es die Abfahrt verpasst?
Es ist vor Jahren verblasst …

Das eigene Ich
Vergesse es nicht.

Uneinsichtig ins Verderben

Das Lachen erklang.
Die Abscheu gelang.
Gemeinsam erfüllten sie den Raum.

„Pflanzet einen Baum.

Lasset ihn sprießen,
Die Äste hoch hinauf fließen …
Lasset ihn recken,
Sich strecken,
Die Wolken lecken,
Den Himmel verdrecken …

Isset es kein Abschaum,
Dieser Baum?
Er ist natürlich,
Unwillkürlich
Ein Alptraum.

So wachset er und- Was?
Macht er etwa die Erde nass?
So raubt er doch Wasser,
So raubt er Platz,
Dieser mickrige, kleine Spast!
Wandelt stumm
Die Luft um.

Das kann doch nicht weiter wichtig sein!“,

Sagte er stur
Und ging ein.

Das Alte erkennt selten,
Die Wunder dieser Welten.
Die kleinen, unscheinbaren Dinge,
Die ihren Hals retten wollen
Aus der drohenden Schlinge.

Sie hatten die Fehler erkannt,
Einsicht erlangt,
Konsequenzen verlangt,
Probleme benannt,
Die Situation nicht länger

Verkannt.

Kleine Füße

Fünf Zehen an jedem Glied,
– so winzig klein –
Fallen sie durch jedes Sieb.

Sind erbsengroße Murmeln,
– so winzig klein –
Wissen sich zu verkrümeln.

So strecken sich die Beinchen,
– hin und her –
So ränkeln sich die Ärmchen.

Große Äuglein so fragend,
– hin und her –
Starren gar so wehklagend.

Sie wollen doch laufen,
Toben, sich raufen.
Sie wollen doch spielen,
Endlich Spaß erzielen!

Nur sind die Füße viel zu klein,
Geh’n tut sich’s nicht auf diesen Bein’n.
Sie müssen erst wachsen – sprießen,
Steh’n, ehe sie nach vorn‘ schießen.

Die Zehe, die Beinchen,
Die Füße, die Ärmchen,
Müssen ihr eigenes Gewicht zu tragen lernen.

Und werden eines Tages dann zu den Sternen
Rennen.


Danke, dass ihr in mein Leben gepurzelt seid, Mottchen und Wölfchen.
Ich liebe Euch.