B: Gekaufte Exekutive

Chem Wak wartete ungeduldig auf der Polizeistation. Er war allein gekommen. Ohne seinen Fahrer. Deswegen hatte er auch ein normales Taxi nutzen müssen. Eines, das gestunken hatte. Eines, das die ganze Fahrt über geklappert und gezischt hatte. Eines, in dem der Fahrer kein Wechselgeld gehabt haben wollte!

Er verabscheute es.

Aber noch mehr verabscheute er es, wenn er sich irrte. Seit Freitagabend hatte er nun schon diese schwankenden Visionen über die Zukunft. Er hatte geglaubt, dass sie erst zum nächsten Wochenende von Relevanz wären. Weil die Zeitung in seiner Vision vom darauffolgenden Sonntag war. Weil sie von einer ruhigen Gegend handelten. Weil es Lilith ja gut gehen sollte.

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M: Leerer Paketdienst II

Lucifer beobachtete, wie Kim vor dem Fenster auf und ab tigerte. Er selbst hatte sich an die Wand neben der Tür gelehnt. So konnte er am besten lauschen, wie die Bewohner ins Haus kamen. Wie die Schwangere sich auf das Drängen der anderen hinsetzen musste. Wie sie gefragt wurde, ob sie ordentlich getrunken hätte …

Auf ihr „Geht so“ fühlte sich Lucifer erneut zurückgerissen. Er musste wieder an seine Mutter denken. Und wie sein Vater ihn stets dazu verdonnert hatte, sich mit um sie zu kümmern. Sobald ihr der Mann wegmusste, war Lucifer dafür verantwortlich gewesen, auf sie und Michael aufzupassen. Er hatte ihr damals immer wieder Wasser gebracht. Er hatte mit Michael geschimpft, falls dieser zu laut wurde und ihre Mutter Kopfschmerzen hatte. Und er hatte die Zeitungen versteckt, wenn auf den ersten Seiten zu gruselige Fotos abgedruckt waren …

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B: Die Kirche der alten Schule III

Noch immer starrte Lilith auf Tinas Vater. Jeden Moment, den sie vor dem Mann verbrachte, suchten sie mehr Erinnerungen heim. Sie erinnerte sich an düstere Lehren. Vergessene Regeln, die sie als Kind lernen musste. Die sie stets vor ihrer Mutter aufsagen musste. Die sie verinnerlichen musste. Die sie immerzu wiederholen musste.

Nach denen sie einst leben sollte …

„Damus der Gerechte hat nie aufgehört, über den See der Tränen zu wachen. Auch wenn die Sekte sein Antlitz unter das Wasser gezerrt hat“, entgegnete der Prediger vorsichtig.

„Nun, dürfte ich ihn dann besuchen? Oder wurde das diesjährige Präsent schon entschieden? Gerne würde ich ihn noch einmal lächeln sehen“, bemerkte Lilith.

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K: Ein neuer Bruder II

„Nicht so wichtig“, hallten SR’s Worte in ihren Ohren nach.

„Nein. Warte“, Maggie trat auf ihn zu, „Sag mir bitte, was du meinst.“

„Es- Wusstest du, dass TJ danach noch einmal herkam?“

Überrascht schüttelte sie den Kopf. Aus den Augenwinkeln bekam sie mit, wie Jessica wieder in den Flur trat. Wie sie den Phönix mitgebracht hatte und irritiert zwischen ihnen hin und her sah.

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B: Die Kirche der alten Schule I

„Ich muss morgen mit Shiloh in die Kirche“, eröffnete Lilith ihrem Vater, als sie ihn morgens in der Küche vorfand, „Kannst du uns hinbringen?“

„Morgen?“, er schaute kaum von seinen Papieren auf, „In welche?“

„In die der alten Schule“, erklärte sie, „Das ist die von Tinas Vater. Am See der Tränen. Ich habe gehört, dass sie wirklich schöne Buntfenster haben und eine gewaltige Statur im See-  Das möchte ich mir gerne ansehen und-“

„Nein.“

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