Die Hitze des Sonnenscheins

„Komme endlich raus!“,
Werde ich angebrüllt,
„Tret‘ in den Sonnenschmaus.
Sei nicht so vermüllt!“

Prompt ist die Tür wieder zu
Und ich habe kurz meine Ruh.
Kommen werde ich jedoch nicht,
Denn ich hasse jeden Sonnenstich.

Zikaden und Meer.
Der warme Flair.
Die sengende Hitze –
Wie ich schon schwitze!
Dazu noch das Zeckengetier
– Kleinster Vampir! –
Mit Mücken zuhauf.
Da pfeif‘ ich drauf!

Ich seh‘ mich um.
Gut. Ein Teller steht rum.
Ein Glas daneben.
Mehr „Müll“ mag es nicht geben.
Alles andere ist sauber und rein.
Halt nur ohne Sonnenschein.
Ohne dieses grelle Licht.
Der Vorhang tut halt seine Pflicht.

Ich wäge meine Optionen ab.
Die Diskussionen habe ich schon lange satt.
Jede schaufelt ein zu frühes Grab …

Also setz‘ ich die Kopfhörer auf.
Ich hoffe, ich fliege damit nicht auf
Und niemand fordert mich erneut auf.

Denn die Hitze des Sonnenscheins
Ist definitiv nicht meins.

Minki und die Balkontür

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Mauzend kratzte er an der Tür nach draußen, doch bemühte sich keiner der Zweibeiner, auf sein Betteln einzugehen! Nun gut. Minki musste schon zugeben, dass sein Draußen vielleicht kein richtiges Draußen war. Es war nur ein winziges Draußen. Aber es war draußen! Es war sein kleines Draußen. Sein persönliches. Es war sein Sonnenbaden-Draußen. Es war sein Weg-von-der-Zweibeinerin-Draußen. Und es war sein Rückzugs-Draußen.

Dennoch saßen die Felllosen bloß auf ihren Hintern und starrten in den Flimmerkasten, statt ihm nach draußen zu helfen!

Empört stolzierte der Kater vor ihnen entlang. Er mauzte erneut. Lauter. Kläglicher.

Die Frau seines Retters zischte ihn an. Das tat sie immer, wenn er Ruhe geben sollte. Dabei wandte sie ihm nicht einmal den Blick zu! Ihre Augen klebten lieber auf dem Flimmerkasten wie seine sonst an ihrem Essen. Jedoch bekam sie dafür keinen Ärger …

Die Welt war ungerecht.

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Minki und die Dachterrasse

(Nach sehr vielen wahren Geschichten.)

Minkis Welt war seit seiner Rettung wahrlich geschrumpft. Doch das störte ihn kaum. Immerhin war diese kleinere Welt sehr viel bequemlicher und trug zu allerlei Unterhaltungen bei. Schon lange betrachtete er seine Aufnahme in dieses Heim nicht mehr als „Rettung“. Nein.

Es war lediglich ein gut gemeinter Umzug gewesen. Ein Umzug, dem er jederzeit widersprechen konnte. Etwas, was er mehrfach in Erwägung zog, wenn ihn die Frau seines Retters aus seinen Verstecken verscheuchte.

Wütend durchkämmte Minki die Wohnung also nach einem Ort der Ruhe. Er hatte eigentlich das perfekte Versteck suchen wollen, aber dann säuselte der Wind ihm Worte der Freiheit ins Ohr!

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