M: Nächtliche Klänge

Sophie schrak keuchend aus ihrem Bett auf. Sie umarmte sich. Krallte ihre Nägel in die Arme. Sie wusste nicht mehr ganz, was sie geträumt hatte. Zumindest, womit ihr Traum angefangen hatte. Mittendrin war es einfach dunkel geworden. Und dann hatte etwas gescheppert. Es hatte geknirscht. Da waren Schritte gewesen. Ein Knarren. Und dann das Quietschen einer Tür …

Angespannt lockerte sie ihre Finger und tapste zum Fenster. Um es zu öffnen. Um in die Nacht zu lauschen. Um die Fledermäuse fiepen zu hören. Um nicht mehr diese Schritte im Hinterkopf zu hören …

Erst die neuen Geräusche entspannten sie.

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M: Im Rotwein

Sophie blickte ungerührt auf den Fernseher. Marie hatte sich den Film ausgesucht. Es war so ein gezeichneter Familienfilm. Irgendein Märchen, in dem sich am Ende alle in die Arme fielen und glücklich bis an ihr Lebensende sein würden. Zuvor musste der Prinz im roten Umhang jedoch seine Geliebte retten. Er würde den riesigen Drachen mit den drei Feen bekämpfen und ihn bezwingen, um sein Traummädchen zu befreien.

Marie klammerte sich an Sophies Arm, als der Held sein Schwert ergriff.

„Ich habe Angst“, flüsterte sie ihr zu.

Automatisch schloss sie ihre Zwillingsschwester in die Arme. Sie drückte Marie leicht an sich. Doch konnte sie sich nicht ganz auf die andere konzentrieren. Ihre Ohren lauschten zu sehr in Richtung Küche.

Das Gespräch war interessanter als dieser langweilige Film.

„Könnten sie sich nicht geirrt haben?“

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