M: Von Verrätern bedrängt

„Das ist alles, was ich im Stadtarchiv zu den Tunneln finden konnte“, erklärte sie Mom Mona bei der Übergabe, „Den Rest hält die Stadtverwaltung unter Verschluss.“

„Hm, das ist mehr als erwartet. Du bist ein Schatz, Cherry“, murmelte die Frau, als sie die Papiere durchging, „Ich lasse Georgie die Zugänge am Hafen morgen nochmal prüfen. Gemma will, dass die Übergabe am Mittag so reibungslos wie möglich abläuft.“

„Übervorsichtig wie eh und je“, Lisa zuckte mit den Schultern. Sie war fertig mit ihrem Teil. Damit sollte sie bis Mittwoch Ruhe haben. Wenn nichts dazwischen kam, weil wieder neue Lacks vermutet werden würden.

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Timothy – Das Vorhaben

Timmy kam erst in den frühen Abendstunden zurück. Begeistert erzählte er Julie von seinem Tag. Und von dem Fischer, dem er helfen durfte. Er wäre ziemlich streng gewesen. Aber er hatte ihm einen guten Lohn gezahlt, dafür, dass er eine bloße Schriftrolle überbrachte. Genug, damit er ein ganzes Laib Brot kaufen konnte!

Stolz brodelte geradezu aus ihm heraus, während er jedes Detail wiedergab. Es war nur eine kleine Aufgabe gewesen – aber er hatte sie allein erfüllt. Und er hatte sich dadurch etwas Essbares verdienen können!

Unschlüssig schob ich meine Erkenntnisse über unsere Nachbarn beiseite, während er mit Julie aß. Ich wollte sie nicht ablenken. Dennoch bemerkte ich, wie Timmy immer wieder fragend zu mir herüber sah. Als würde er ahnen, dass ich mich unwohl fühlte.

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Timothy – Die Nachbarn

Während Timmy die nächsten Tage immer in die Stadt ging, um Arbeit zu suchen oder gar die Leute im Hafen ausfragte, um alles Erdenkliche zu lernen, blieb ich bei Julie. Nun. Das behauptete ich zumindest vor ihm.

Stattdessen zog auch ich meine Runden. Ich wusste, dass meine geisterhafte Existenz nicht viel bewirken konnte. Nicht so. Aber ich konnte Informationen beschaffen. Ich konnte die Menschen kennenlernen. Ich konnte schauen, wer Hilfe bräuchte. Wer Arbeit hätte. Wen man meiden sollte. Dadurch konnte ich Timmy notfalls den richtigen Weg weisen. Ich konnte den Geschwistern eine Zukunft ermöglichen!

Ich durfte sie nur nicht bei meinen Ausflügen vergessen …

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KG: Timothy – Angekommen …

In der Hafenstadt lebten die Menschen nur für sich selbst.

Erleichtert und ängstlich zugleich beobachtete ich, wie sich niemand nach Timmy oder Julie umsah. So konnten die beiden ihre erste Nacht ungehindert auf offener Straße verbringen. Bis zur zweiten hatte Timmy bereits eine Mulde weiter Stadtauswärts ausgemacht, in der er ihren neuen Unterschlupf bauen wollte. Nur vorübergehend, behauptete er vor Julie. Damit sie erstmal vor Wind und Wetter geschützt wären.

Seine Schwester hätte an dem Tag allem lächelnd zugestimmt.

Das Mädchen war vom Meer wie verzaubert. Sie wollte diesen Ort nie wieder verlassen! Überglücklich fragte sie Timmy, wann wohl Mutter und Gretle kämen. Sie wolle diese Aussicht, dieses Paradies mit allen teilen!

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M: Ihre Kompetenz ist wirklich einwandfrei!

Noah schleppte sich erschöpft nach Hause. Der selige Feierabend beflügelte ihn beinahe. Kein Wunder! Nachdem seine unfähigen Kollegen die Wache einzig mit ihren Lächeln verziert hatten! Wie konnten sie nur allesamt so dumm sein? Wenn die Fälle weiterhin so unaufhaltsam über sie herfielen, würden sie nie fertig werden! Es war zum verrückt werden!

Genervt schob er sich durch die Haustür eines Mietshauses und schleppte sich die Treppe hoch.

Er war müde. Müde und so kaputt. Wegen des Personalmangels hatte er zwei Doppelschichten hinter sich. Er hatte den Fundort von fünf kopflosen Leichen sichern müssen. Irgendein Wahnsinniger trieb sich also wieder in der Stadt rum. Traurig eigentlich, dass er zwischen den üblichen Kranken kaum weiter auffiel. Und dann noch so kurz vor Heiligabend!

Als er seine Gedanken meckernd geäußert hatte, hatten ihm seine Kollegen nur einen schiefen Blick zugeworfen. Als ob ein Fest die Kriminellen zur Einsicht lenken könnte … Noah hätte es besser wissen sollen.

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