Timothy – Heiratsbedingungen

Die Verlobung wurde zwei Wochen später bekannt gegeben. Und wie Elisabeth vorhergesagt hatte, wandte sich Alexander damit auch an Julie und betonte ihre immerwährende Unterstützung für Julie. Er äußerte, dass er so jemanden für seinen jüngeren Bruder bräuchte. Für diesen aufmüpfigen Chaoten, der ein Herz aus Gold hätte. Dass er und Maria sich daher freuen würden, wenn Julie ein Teil ihrer Familie werden würde.

Genauer gesagt: Bernhards Frau.

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M: Leerer Paketdienst I

Raptioville wirkte auf Lucifer so unscheinbar. Es überraschte ihn, dass dieser Ort eine Kleinstadt sein sollte. Er war so mickrig. So … leer? Aber vielleicht lag das auch nur an Merichaven. Neben dieser Großstadt wirkte bestimmt jedes größere Kaff winzig.

„Das ist es“, er deutete auf ein Einfamilienhaus inmitten dutzend anderer.

Denn laut der Stadtverwaltung lebten hier die einzigen Stroms des Ortes.

„Meinetwegen“, murrte Kim und schnappte sich das leere Paket. Dennoch fuhr Lucifer noch weiter, um sicherheitshalber eine Querstraße entfernt zu parken.

Er wollte nicht, dass Angeline seinen Wagen erkannte.

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Märchenstunde: Der Fluch eines Namens II

Die nächsten Wochen suchte Pan immer derselbe Alptraum heim. Er verlor darin sein Augenlicht. Hörte jemanden hinter sich atmen. Dann keuchen. Er fühlte sich nackt. Geradezu hilflos, während die fremde Stimme mit ihm sprach und ihn so wieder erweckte.

Einzig die Worte der Stimme veränderten sich. Erst hatte sie Pan so schief gefragt, ob er nicht blind sein wolle. Später, warum er zu spät gekommen wäre. Zuletzt warf sie ihm vor, dass er nicht besser als die sesshaften Bauern wäre.

Jene hätten dieselben Fehler gemacht.

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K: Ein neuer Bruder II

„Nicht so wichtig“, hallten SR’s Worte in ihren Ohren nach.

„Nein. Warte“, Maggie trat auf ihn zu, „Sag mir bitte, was du meinst.“

„Es- Wusstest du, dass TJ danach noch einmal herkam?“

Überrascht schüttelte sie den Kopf. Aus den Augenwinkeln bekam sie mit, wie Jessica wieder in den Flur trat. Wie sie den Phönix mitgebracht hatte und irritiert zwischen ihnen hin und her sah.

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Der Freund der Einsamkeit

Mit Menschen spreche ich nicht,
Ich mag ihre Worte nicht,
Ihre Geschichten sind gefüllt mit Streit,
Ihr Fokus liegt auf dem ewigen Leid.

Schon früh hab‘ ich mich abgewandt,
Ich malte lieber Zahlen in den Sand.
Ich baute Papierschiffe – ganz allein.
Ich hielt Abstand zu ihrer Pein …

So hagelte es Beschwerden – viele!
Warum ich nur stets allein spiele?!

Ich beugte mich widerwillig,
Verkaufte mich viel zu billig.
Ich erzwang ein Lächeln, einen Blick,
Machte mich nur für die anderen schick.

Dabei schmerzte das Anschauen so sehr,
Die Worte, das Schimpfen und mehr!
Ich flüchtete mich ins Lesen, ins Lernen,
Um Zahlen und Fakten zu vermehren.

So hagelte es Beschwerden – viele!
Warum ich nur stets alleine spiele?

Ich fügte mich wieder,
Trug ihr Gefieder,
Sang ihre Lieder,
Legte mein Buch nieder …

Doch rief es nach mir.

Ob Fakten, ob Zahlen,
Ob Buchstaben – sie erstrahlen!
Sie malten mir Pfade
In eigener Gnade.

Sie zerren an mir.

Leuchtende Gassen
Führen weg vom Hassen,
Führen zu neuen Wegen,
Die andere kaum verstehen.

Sie helfen mir. Gewappnet mit der Vernunft
Finde ich überall Unterkunft.
Ich habe nun ein Heim.
Fort von der vorschreibenden Pein.