K: Die Bürden eines Sohnes

Es kostete Tristen fast ein Jahr, ehe er sich wieder offen im Stützpunkt blicken lassen konnte. Freilich hätte er auch schon vorher durch die Gänge spazieren können, doch wollte er seine Tante LiJu und seinen Vater in dem Glauben lassen, dass er noch auf die Räucherstäbchen angewiesen war. Räucherstäbchen, die sie ihm regelmäßig aufs Zimmer schickten.

Räucherstäbchen, die er stets von LaNa entsorgen ließ, um bei Verstand zu bleiben.

„Die Namen sind heute eingegangen“, bemerkte seine Auxilius als er sein Mittag beendete, „Über Generälin LiJu, wohlbemerkt.“

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Gestern, Jetzt und Morgen

Ich bestaune die Abdrücke.
Jeden einzelnen Schritt.
Ich bestaune die Abdrücke,
Trete nicht draus zurück.

Einst erschienen sie mir riesig.
Gewaltig sogar!
Einst erschienen sie mir riesig,
Doch war das auch wahr?

Meine Umrisse sind nun ebenso groß.
Meine Umrisse erscheinen mir dubios.
Meine Umrisse sind kein Schatten mehr.
Sie befüllen die Abdrücke fair.

Vor mir steht das Gestern.
Mit seinen alten Semestern.
Mit seinem hängenden Armen-
Ich kann’s kaum ertragen!

Denn ich bin das Jetzt.
Das Jetzt, das die Spuren ersetzt.
Das Jetzt, das das Heute fetzt.
Das Jetzt, das aufs Ganze setzt!

Ja. Ich fülle die Spuren aus!
Ich mache das beste daraus.
Ich bin nun endlich am Zug-
Gewartet habe ich genug!

Doch schmerzt es am Fuße,
Beide bitten um Buße.
Sie verzweifeln am Wege,
Bitten um dringende Pflege.

Und hinter mir scharrt es.

Morgen wartet auf seinen Tag.
Morgen steht schon am Start.
Morgen füllt fast meine Spuren aus.
Morgen wartet auf seinen Applaus …

Und ich renne im Stress
Auf das ich Morgen vergess‘.

B: Die stillen Worte II

Es war nach neun Uhr abends, als Lilith endlich nach Hause kam. Oliver hatte sie noch bis zum Tor gebracht. Er hatte darauf bestanden. Falls ihr Ziehvater wieder schimpfen würde, da sie zu spät käme. Doch hätte sie sich nicht sorgen müssen:

Das Haus war leer.

Nachdenklich ging Lilith auf ihr Zimmer und stellte ihre Tasche ab. Dann schleppte sie sich ins Bad, um sich etwas Wasser ins Gesicht zu werfen. Still starrte sie auf ihr Spiegelbild. Auf diese müden Züge, die so alt und jung zugleich auf sie wirkten.

„Ich bin ich und bin es doch nicht“, sie seufzte, „Macht voll Sinn, oder?“

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Veröffentlichung von Kriegsheim: Die neue Zukunft

Am 22.06. wird endlich der letzte Kriegsheimband das Licht der Welt erblicken. Vorhang auf für:

©Medra Yawa

Nachdem schon anfangs immer wieder die Türen der einzelnen Seelen dargestellt wurden und Maggie diese Jessica im ersten Band erklärte, so braucht jedes Haus, jede Wohnung und jeder Rückzugsort auch noch etwas anderes. So etwas wie ein Fenster, das einem einen hoffnungsvollen Blick auf die Welt da draußen ermöglicht.

Und das das Licht hineinlässt.

Buchtrailer

Es ist wieder so weit! Der nächste Buchtrailer schleicht sich an und möchte einen Ausblick auf die neue Geschichte mit sich bringen C;

©Sebastian Flick

Medra

Timothy – Die Einladung

Es dauerte drei Wochen, ehe Maria ihre Antworten an Alexander eigenständig verfassen konnte, doch kam mir dieselbe Zeit wie drei Jahrzehnte vor. Viel zu schwerfällig griff das Mädchen nach Pergament und Feder. Dabei hätte ich ihr die Gegenstände am liebsten selbst in die Hände geschoben!

Julies Geduld beeindruckte mich dabei zutiefst. Stets wiederholte sie ihre Bitten oder Fragen oder las Alexanders Briefe auch ein sechstes Mal vor. So lange, bis Maria sich endlich darauf konzentrierte.

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