Mit Fantasie

Sieh nur, sieh!
Das errätst du nie!
Mit Fantasie
Erblickst du sie,
Die gesamte Galaxie!

Blau und Weiß sind ihre Farben,
Doch wollen sie’s bunter haben.

Rot und Rosa, Gelb, Orange-
Eine wahre Melange
Oder Revanche?

Eine Revanche an Ältere,
Die einst emporblickten,
Wunder abnickten,
Diese wegschickten,
Ihre Jugend abknickten.

Sie konnten die Bilder nicht mehr seh‘n,
Sie konnten die Märchen nicht versteh’n.

Stattdessen wurde der Blick gesenkt.
Die Arbeit hat sie seither beschenkt.
Die Bildung hat sie fortgelenkt.

Fantasie wollte keiner mehr haben.
Keiner wollte sich an Wundern laben.

Damit wurde der Himmel dunkel
Und man sah nachts nicht einen Funkel.
Der Mond verbarg sich im schwarzen Teer –
Wolkenbehangen wirkte es leer.

Eine Revanche an Ältere?
Aber doch auch an Jüngere!
Jüngere, die zu früh erblinden,
Die ihren Weg nicht finden,
Die die Tradition nicht überwinden,
Die sich stattdessen abschinden,
Und sich im Teufelskreis befinden.

Denn nur mit Fantasie,
Erblickst du sie:
Die einzigartige Galaxie.
Geschichten voller Magie.
Farben mit Melodie.
Welch Philosophie!

Oder gar Ironie?

Die Zukunft

Die Flammen sie zerren
Die Zukunft hinfort.

Die Meere sie fluten
Hoffnung immerfort.

Veränderungen fordern
– schlussendlich –
Die Leben – sofort!

Denn was man auch wünscht,
Denn was man auch glaubt,
Ist nichts zu alledem,
Was uns den Atem raubt.

So lasset den Komfort ruh’n.
So lasset Effort erblüh’n!

Anstrengungen werden belohnt,
Mit Jahrzehnten in denen
Gefüllt von Streben
Nachwuchs hier wohnt.

Kinder, die sich freuen,
Die nicht die Sonne scheuen,
Die Regenbogen sehen,
Die Polarlichter verstehen.

Und all die Tierarten,
Die sich allein finden im Garten
Die gerettet wurden von Taten,
Winzigen Schritten, die Gutes wahren.

Ist das nicht ein besseres Bild?
Als das, in dem
Die Menschheit die Welt grillt?

Viele wollen helfen,
Erzählen viel,
Handeln nur selten.

Doch ist das nicht genug.

Der Mord der Erde
Wird nicht gestoppt
Von dem Wort der Ehre.

Das eigene Ich

Das eigene Ich
Verliere sich.

Der Eine wolle dies.
Der Andere wolle das.
Ein Jeder will alles.
Doch keiner will – was?

Sich zwischen den Leuten verlieren?
Einzig für fremde Geschmäcker musizieren?
Die eigene Seele vergessen?
Sich mit fremden Worten erpressen?

Das eigene Ich
Verliere sich.

Denn das Leben fordert
Keine persönliche Note,
Für die täglichen Brote.

Das Leben fordert
Zusammenhalt

Auf Kosten von
Rückhalt.

Das eigene Ich
Verliere sich.

Also verbiege dich für den Einen,
Entschuldige dich beim Anderen,
Verstecke dich vor Jedem,
Werd‘ selbst zum Fremdem.

Moment.

Halt.

Stopp!

Wer ist dieses leere Gesicht,
Das zu mir aus dem Spiegel spricht?
Dieses gebrochene Lächeln,
Dessen Züge schwächeln,
Hat es die Abfahrt verpasst?
Es ist vor Jahren verblasst …

Das eigene Ich
Vergesse es nicht.

Uneinsichtig ins Verderben

Das Lachen erklang.
Die Abscheu gelang.
Gemeinsam erfüllten sie den Raum.

„Pflanzet einen Baum.

Lasset ihn sprießen,
Die Äste hoch hinauf fließen …
Lasset ihn recken,
Sich strecken,
Die Wolken lecken,
Den Himmel verdrecken …

Isset es kein Abschaum,
Dieser Baum?
Er ist natürlich,
Unwillkürlich
Ein Alptraum.

So wachset er und- Was?
Macht er etwa die Erde nass?
So raubt er doch Wasser,
So raubt er Platz,
Dieser mickrige, kleine Spast!
Wandelt stumm
Die Luft um.

Das kann doch nicht weiter wichtig sein!“,

Sagte er stur
Und ging ein.

Das Alte erkennt selten,
Die Wunder dieser Welten.
Die kleinen, unscheinbaren Dinge,
Die ihren Hals retten wollen
Aus der drohenden Schlinge.

Sie hatten die Fehler erkannt,
Einsicht erlangt,
Konsequenzen verlangt,
Probleme benannt,
Die Situation nicht länger

Verkannt.

Erholende Ruhe

Inmitten von Geschrei, Geplär,
Hupen, Kreischen, dem ganzen Verkehr,
Den Tönen der Feuerwehr
Und so vielem mehr!
Kommt man heut‘
Zwischen all den Leut‘
Stets bereut
Nicht erfreut
Einfach
Nimmermehr
Zur Ruh.

Stets steht etwas an.
Stets wird man gerufen.
Stets gibt’s was zu tun.
Stets sitzt man auf den Stufen.

Aufgaben stapeln sich,
Die Arbeit wartet nicht,
Sie fordert dich!

Sie fordert dich
Ein,
Heraus,
An,
Immerzu,
Ohne Ruh.

Denn das Leben wurde durchgeplant.
Es hat sich Deiner nicht erbarmt.
Es hat die Jahre ermahnt.
Einen Zeitplan entsandt.

Erst hierhin
Dann dorthin.
Zieht es dich
Von A
Nach B
Zu C
Über D
Hinaus zu E
Hinfort zu F …

Der Schlaf ist auf die Minute datiert,
Das Träumen wurde dreifach halbiert.
Stattdessen nahm das Lernen zu,
Das bisschen Arbeit schaffe man doch im Nu!
Pausen wurden abgeschafft,
Der Tag streng gestrafft.

Erholung wäre überbewertet,
Die Herzen seien eh verhärtet!
Ach, wann werde ausgewertet:

Der Stress in jungen Tagen
Im Vergleich
Zu den erholsamen Jahren,
Die doch nicht jeder von uns
erreicht.